Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen (EE) für die Strom- und Wärmeerzeugung nimmt in Europa immer mehr zu. Die Schwankungen bei der Verfügbarkeit und Nachfrage von Energie und ihre Integration in die bestehende Energieinfrastruktur stellen jedoch eine Herausforderung dar. Peak Shaving und Wärmespeicherung können dazu beitragen, Angebot und Nachfrage auszugleichen, um die Infrastruktur und die Anlagen besser zu nutzen (z.B. Erhöhung der Volllaststunden für geothermische Wärmequellen). Thermische Energiespeicher können beispielsweise in Form von unterirdischen Wärmespeichern (Underground Thermal Energy Storage - UTES) in Wärmenetze integriert werden, um die Nutzung von überschüssiger Wärme aus der Industrie und den Einsatz von erneuerbaren Wärmequellen zu unterstützen. UTES bietet eine intelligente und replizierbare Lösung für Regionen mit saisonalen Schwankungen und Spitzen im Wärmebedarf. UTES hat das Potenzial, eine grosse Speicherkapazität (potenziell >10 GWh) pro Standort bereitzustellen, die mit anderen Wärmespeichertechnologien nur schwer zu erreichen ist, und profitiert von einer typischerweise niedrigeren Bandbreite an Speicherkosten. HEATSTORE ist eines von neun Projekten, die im Rahmen von GEOTHERMICA - ERA-NET im Jahr 2018 für den Zeitraum 2018-2021 finanziert wurden. Das Projekt hatte zum Ziel, die Einführung der Geothermie zu beschleunigen, indem es 1) verschiedene Arten von UTES für das Energiesystem entwickelt und integriert, 2) ein Mittel zur Maximierung der geothermischen Wärmeproduktion bereitstellt und den Business Case von geothermischen Wärmeproduktions-Doubletten optimiert, 3) technische, wirtschaftliche, ökologische, regulatorische und politische Aspekte betrachtet, die notwendig sind, um den effizienten und kostengünstigen Einsatz von UTES-Technologien in Europa zu unterstützen. Das Projekt zielte darauf ab, eine schnelle Markteinführung in Europa anzuregen, die Entwicklung von der Demonstrationsphase bis zum kommerziellen Einsatz innerhalb von 2 bis 5 Jahren zu fördern und einen Ausblick auf das Nutzungspotenzial bis 2030 und 2050 zu geben. Dreiundzwanzig Partner aus neun Ländern bilden das europäische HEATSTORE-Konsortium, das sich aus einer Mischung aus wissenschaftlichen Forschungsinstituten und privaten Unternehmen zusammensetzt. Die Beteiligung der Industrie wird als ein starker und relevanter Vorteil angesehen, der für den Erfolg entscheidend ist. Die Kombination ausführenden europäischen Forschungsinstituten und kleinen, mittleren und grossen Industrieunternehmen ermöglichte es, Technologien zu testen und zu implementieren, um sie auf den Markt zu bringen und von den relevanten Interessengruppen zu bewerten. Die Schweizer Partner arbeiteten an zwei Fallstudien in Genf und Bern und standen in enger Verbindung mit europäischen Partnern.