Um aus CPX-Messungen die Belagseinflüsse auf Vorbeifahrtspegel zu prognostizieren, werden bisher empirische Umrechnungsmodelle für die Belagskorrektur verwendet. Diese statistischen Modelle erlauben keine direkten Rückschlüsse auf die Bedeutung möglicher Einflussfaktoren. Um diese
Einflüsse auf CPX-Messungen besser zu verstehen, wurde das Forschungsprojekt CPX-Simulator lanciert mit dem Ziel, ein physiknahes Rechenmodell zur Prognose des mit der CPX-Methode messtechnisch beobachteten Reifen-Fahrbahngeräuschs zu entwickeln.
Das wichtigste Ergebnis des CPX-Simulators besteht darin, dass die Geschwindigkeit als expliziter Eingabeparameter isoliert werden konnte und das Modell zudem klar zwischen geringer und starker Rauheit unterscheiden kann. Noch eingehender untersucht werden müssen die Auswirkungen der Porosität der Beschichtungen, da die Schwankungen in den Ergebnissen noch zu gross sind.
Untersuchung alternative Reinigungsmethoden für lärmarme Beläge 2023
- Hinweis auf die Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit bei allen Reinigungsmethoden.
- Die H2O2 scheint die Wirksamkeit der Hochdruckreinigung deutlich zu verbessern.
- Trockeneis scheint etwa so wirksam wie Hochdruck-Wasserreinigung zu sein
- Keine Beschädigung von Reinigungsmethoden mit Kornausbruch und Spektrometrie bemerkt
- Eine Alterung von Bitumen durch Chemikalien wurde mit verschiedenen physikalischen Tests beobachtet
- Ökotox und chemische Analyse ergeben keine schädlichen Auswirkungen, allerdings bei geringer Verdünnung
Direkter Vergleich zwei verschiedener Belagstypen (SDA 4-12 und SDA 4-16)
In Subingen im Kanton Solothurn wurden im Jahr 2025 auf einem Abschnitt zwei verschiedene Belagstypen eingebaut. Auf der Fahrbahn in Fahrrichtung West wurde ein SDA 4-12 Belag, in Fahrrichtung Ost ein SDA 4-16 Belag eingebaut. Dabei ist das Ziel, die unterschiedlichen Be-lagsrezepturen bezüglich ihrer akustischen Wirksamkeit und der Veränderung über die Zeit zu beobachten und zu vergleichen.
Die Mischgutuntersuchungen zeigten, dass es gelang die spezifischen Anforderungen der SDA 4-12 und der SDA 4-16 Rezeptur zu erfüllen. Schliesslich konnten auch beim Einbau der Beläge die spezifischen Eigenschaften der Rezepturen bewahrt werden, wie die Bohr-kernuntersuchungen zeigten. Folglich bilden die beiden eingebauten Beläge eine gute Grundlage für das Projektziel – die akustische Wirksamkeit beider Rezepturen sowie deren Veränderung über die Zeit zu beobachten und zu vergleichen.
Bedürfnisabklärungen Kantone und Asphalthersteller "Recycling of Semi-Dense Asphalt"
- Erhebung der SDA4-RAP bei den Kantonen
- Bewertung der SDA4-RAP
- Test von Texturmischungen mit unterschiedlichen Ersatzanteilen von 10–40 %
- Bau von SDA-Streckenabschnitten und Bewertung
Wirkung von kombinierten Lärmschutzmassnahmen LAB und T30 mit Steigung
- Sehr gute Emmissionsseitige Belagswirkung
- Bisher keine Auswirkungen aufgrund mechanischer Beanspruchung
- Keine Veränderung beim Effektive Geschwindigkeit "vorher, nachher"
- Im Bereich des SDA 4 ca. 5 km/h höhere Effektive Geschwindigkeit
- Immissionsseitige Wirkung bis zu -3.5 dB erkennbar
- Modellierungen: Weitere Analysen und Modellierungen notwendig
WTO CPX Messungen lärmarme Beläge
Um Lücken im Wissenstand betreffend der langfristigen, akustischen Wirkung von lärmarmen Belägen im Innerortsbereich zu schliessen, wurden in den vergangenen Jahren hauptsächlich Strecken mit LAB 4, LAB 8 sowie AC 8 und Übergangsbeläge bezüglich ihrer akustischen Eigenschaften untersucht. Um zudem Aufschlüsse über den Einfluss der Höhenlage und der Verkehrslast zu erhalten, wurden diese Kriterien bei der Messstreckenauswahl und der Analysen mitberücksichtigt. Alle im Rahmen dieses Projekts durchgeführten Messungen an geräuscharmen Belägen sowie die gesammelten Informationen zu deren Wirksamkeit unter realen Bedingungen wurden zusammengestellt und werden in Kürze in Form eines Webtools veröffentlicht: https://www.quietpave-check.ch/
Präventive Reinigung von lärmmindernden Strassenbelägen
Lärmarme Strassenbeläge sind eine wirksame Massnahme, um Strassenlärm zu reduzieren. Die akustische Wirkung von lärmarmen Strassenbelägen nimmt allerdings mit der Zeit durch zunehmende Verschmutzung des Porenraums ab. Mit periodischen Reinigungen kann der Schmutz, welcher sich durch den Verkehr im Porenraum des Strassenbelages ansammelt, grösstenteils entfernt werden, wodurch die akustische Wirkung längerfristig erhalten werden kann. Die untersuchten Beläge wurden insgesamt viermal gereinigt. Bei der Resultaten zeigen sich zwei Entwicklungen: Während bei den Standorten Gunzgen und Olten die Differenz zwischen den Fahrbahnen praktisch unverändert geblieben ist, hat sie sich bei den Standorten Rüttenen und Büren vergrössert. Bei diesen zwei Standorten (Rüttenen und Büren) ist der Unterschied noch zu klein, um einen definitiven Reinigungseffekt nachzuweisen. Seit der Erstmessung ist der Unterschied zwischen den beiden Fahrbahnen jedoch für beide Standorte in jedem Jahr um 0.2 dB(A) gestiegen, was eine Tendenz in Richtung positivem Reinigungseffekt andeutet.
Reinigungsversuch auf Lärmmindernden Belägen auf 2 Abschnitten im Kanton Bern
Effekt der Reinigung: Regelmässiges Reinigen kann die Verstopfung der offenen Poren nicht verhindern sondern nur verzögern. Der standortabhängige Schmutzeintrag und Verschleppung entlang der Fahrrichtung sind dominierende Prozesse. Die Resultate deuten darauf hin, dass bei höherem Hohlraumgehalt bzw. höherer initialer LDK die Reinigung wirksamer ist. Das Potential der Luftdurchlässigkeit liegt beim SDA 4-16 bei -3.5 dBA und ist damit über doppelt so als beim SDA 4-12. Sobald die Poren verschlossen sind, wirkt alleine noch die Textur. Auch ohne Luftdurchlässigkeit sind nach 5 Jahren CPX-mix Werte im Bereich -4dBA möglich, wie Bsp. in Grossaffoltern zeigt. Hypothese: basierend auf Gurbrü vs. Grossaffoltern ist die Reinigung grundsätzlich nur bei hohlraumreichen SDA 4 (Typ SDA 4-16) sinnvoll und es besteht die Möglichkeit, die offenen Hohlräume länger zu erhalten. Beim
hohlärmeren SDA (->Typ SDA 4-12) hingegen lohnt sich die präventive Reinigung nicht.