Dieses Projekt zielt darauf ab, fehlende Methoden zu erforschen und Konzepte zu entwickeln, damit der Schlachthof als Datenquelle für Überwachungs- und Kontrollprogramme im Bereich Tierseuchen, Zoonosen, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit effizient und effektiv genutzt werden kann. Im Rahmen von Pilotprojekten sollen die entwickelten Methoden validiert werden.
Die einzelnen Projektziele lauten:
· Erhebung und Beschreibung der Verteilung der geschlachteten Rindviehpopulation nach Alter, Standort vor der Schlachtung, Produktionsrichtung und Rasse auf die Rinderschlachtbetriebe in der Schweiz
· Entwicklung von Methoden zur Bestimmung von Subsets von Rinderschlachtbetrieben, in welchen eine für die Schweizer Rindviehpopulation und in Bezug auf das jeweilige Überwachungsprogramm und –ziel eine repräsentative Subpopulation geschlachtet wird
· Praktische Machbarkeit der Probenerhebung (Serum, Fleischsaft, Gewebeproben, Fell, Kot etc.) und von tierorientierten Tierschutzkriterien im Schlachtbetrieb im Rahmen von Pilotstudien überprüfen.
· Praktische Machbarkeit der Probennahme und der Erhebung von tierorientierten Tierschutzkriterien bei im Voraus bestimmten Einzeltieren im Rahmen von Pilotstudien überprüfen
· Entwicklung eines Optimierungsalgorithmus zur Zuweisung von Schlachttieren zur Stichprobe unter Berücksichtigung der Zielerreichung des Überwachungssystems (Nachweis Freiheit, Schätzen Prävalenz), der praktischen Machbarkeit und der entstehenden Kosten im Vergleich zu den herkömmlichen Beprobungssystemen.
· Durchführen von Pilotstudien in den Schlachtbetrieben zum Nachweis der Freiheit von IBR und EBL in der nicht durch Tankmilchproben erfassten Rindviehpopulation.
· Durchführen einer Pilotstudie in den Schlachtbetrieben im Rahmen der BVD Überwachung.
· Durchführen einer Studie zur Schätzung der Prävalenz von STEC (Top-5 Serogruppen in Europa) und zur Identifizierung von Risikofaktoren für STEC in der Schweizer Rindviehpopulation. Vergleich von Ergebnissen aus verschiedenen Matrices: Fell, Kot, Schlachttierkörper.
· Durchführung einer Studie zur Schätzung der Prävalenz von ESBL und zur Identifizierung von Risikofaktoren für ESBL in der Schweizer Rindviehpopulation
· Durchführen einer Pilotstudie zur Schätzung der Prävalenz von MRSA und des vorhandenen Resistenzpools in der Schweizer Schlachtkälberpopulation im Rahmen des Resistenzmonitorings des BVET in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zoonosen, bakterielle Tierkrankheiten und Antibiotikaresistenz
· Durchführung einer Studie zur Erhebung von tierorientierten Tierschutzkriterien in der Schweizer Rindviehpopulation gefolgt von einer Validierung der Ergebnisse in der Primärproduktion
· Definition von tierorientierten Tierschutzkriterien, welche einerseits im Rahmen der Evaluation von Tierschutzmassnahmen eingesetzt werden können und andererseits in der Planung/Priorisierung von Tierschutzkontrollen.
· Zusammenstellung der verschiedenen Komponenten von Überwachungs- und Kontrollprogrammen in Schlachtbetrieben.
- Was kann in welcher Matrix mit welchem finanziellen und Arbeitsaufwand und mit welcher Sensitivität und Spezifität nachgewiesen werden.
- Wo bestehen Lücken
- Wie können die vorhandenen Lücken gefüllt werden
Diese Zusammenstellung, inkl. der Identifizierung der Lücken, dient der Konkretisierung von Folgearbeiten hinsichtlich riskoorientierter Fleischuntersuchung.