ServicenavigationHauptnavigationTrailKarteikarten


Forschungsstelle
BFE
Projektnummer
103203
Projekttitel
Vereisungskarte der Schweiz

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
Anzeigen
-
-
-
Kurzbeschreibung
Anzeigen
-
-
-
Schlussbericht
Anzeigen
-
-
-

Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
TP0068;F-Wind
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Vereisungskarte der Schweiz
Schlussbericht
(Deutsch)
Die ADEV Windkraft AG hat im September 2009 zwei Windenergieanlagen (WEA) in St. Brais im Kanton Jura errichtet. Die Verfügbarkeit dieser WEA soll innerhalb des Projekts ge-nutzt werden, um Erkenntnisse über das Betriebsverhalten von grossen WEA im Jurabogen unter vereisenden Bedingungen zu evaluieren. Das Projekt konnte innerhalb des vorgesehenen Zeitplans und in vollem Umfang durchge-führt werden. Alle Systeme funktionierten zuverlässig, es konnte eine sehr gute Datenver-fügbarkeit erreicht werden. Während der beiden Winter wurde eine Häufigkeit der meteorologischen Vereisung von 10 bis 11 Tagen festgestellt. Für die instrumentelle Vereisung wurden Werte zwischen 25 und 42 Tagen bestimmt. Das Verhältnis zwischen meteorologischer und instrumenteller Vereisung war mit 3.4 bis 3.6 relativ konstant. Im Vergleich dazu wurden auf dem Gütsch 5 Tage meteorologische Vereisung, 28 Tage instrumentelle Vereisung und ein Verhältnis von 5.2 bestimmt. Die Analyse der von Enercon serienmässig eingesetzten Eiserkennung der WEA zeigte, dass ausser einem ersten Ereignis Ende November/Anfang Dezember 2009 jedes der Ereignisse von der WEA korrekt erkannt wurde. Dieses Ereignis fand kurz nach der Inbetriebnahme der Anlagen statt, möglicherweise war die Kalibration der Eiserkennung über die Leistungskurve zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Der Einsatz der Blattheizung führte am Standort zu einer signifikant erhöhten Jahresproduk-tion. Der Produktionsverlust einer WEA ohne Blattheizung wurde mit ca. 10% der Jahrespro-duktion beziffert. Dank der Blattheizung konnte mit Heizen im Stillstand der Verlust auf etwa 3% reduziert werden. Dabei wurden ca. 0.5% der Jahresproduktion als Heizleistung einge-setzt. Diese Verluste wurden experimentell bestätigt: Bei einer WEA wurde die Blattheizung vom 6. Januar bis 8. Februar 2010 deaktiviert. Der Mehrertrag der beheizten Anlage betrug knapp 100'000 kWh. Die aufgewendete Heizleistung entsprach für diese Periode in etwa 6.5% der gewonnenen Energie. Heizen im Betrieb hat ein grosses Potenzial, diese Verluste weiter zu minimieren. Mögli-cherweise besteht ein Verbesserungspotenzial bei der Heizungssteuerung im Betrieb, insbe-sondere bei der Bestimmung des Heizendes. Allenfalls kann hier die relative Feuchte wichtige Zusatzinformationen liefern. Die Resultate des Moog/Insensys Rotor Monitoring Systems in Bezug auf Eisdetektion sind grundsätzlich positiv. Es wurde jedoch deutlich, dass ein Einsatz des Systems ohne Zugang auf die Betriebsdaten der WEA nur bedingt möglich ist. Von Seiten Enercon zurzeit kein au-genblickliches Interesse an der Implementierung des Moog/Insensys Systems in die Be-triebssteuerung. Die Durchführung und Auswertung der Schallmessung erwies sich als schwierig. Einerseits ist eine Schallmessung unter vereisenden Bedingungen als solches schwierig zu bewerkstel-ligen. Tendenziell konnte eine Erhöhung des Lärmpegels unter vereisenden Bedingungen vermutet werden. Insbesondere interessant sind Indizien, welche auf erhöhte Lärmimmissio-nen einer stehenden vereisten Anlage hindeuten. Am 11. Mai 2010 und am 21. Juni 2011 reiste René Cattin (Meteotest) nach Aurich um die bisherigen Resultate des Projekts vorzustellen. Die Veranstaltungen stiess beide auf grosses Interesse in den Bereichen Forschung und Entwicklung, technische Dokumentation, Vertrieb und Site Assessment. Insbesondere anwesend waren Werner Bohlen (Leitung F&E), Chris-toph Hilling (Leitung Site Assessement) und Sandra Hoffmann (Vertrieb Schweiz).

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
METEOTEST

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Cattin,René
Koller,Sara
Zugehörige Dokumente