Der Leitfaden kreislauffähiger Holzbau richtet sich an Planende, Ausführende und Entscheidungsträger und zeigt, wie Holzbauten unter Berücksichtigung von Kreislaufprinzipien geplant, konstruiert und dokumentiert werden, um Ressourcenverbrauch und Emissionen nachhaltig zu reduzieren.
Im Zentrum steht die zerstörungsfreie Zerlegung von Holzgebäuden am Ende ihrer Nutzungsdauer. Der Leitfaden behandelt die drei funktionale Ebenen, Gebäude, Bauteilelemente und Materialien, sowie ergänzend Verbindungsmittel und Bauwerksdokumentation.
Drei grundlegende Prinzipien prägen die Kreislauffähigkeit:
- Systemtrennung ermöglicht die unabhängige Erneuerung funktionaler Ebenen wie Konstruktion, Technik und Bekleidungen.
- Zugänglichkeit erleichtert Demontage und Wartung durch Erreichbarkeit von Verbindungen.
- Gleichteiligkeit vereinfacht die Wiederverwendung durch Standardisierung.
Ein Schwerpunkt liegt auf Material- und Verbindungsebene: Mechanische Verbindungen (Schrauben, Holznägel, Stecksysteme) sind geklebten Varianten vorzuziehen, da sie zerstörungsfreie Wiederverwendung ermöglichen und Mischabfälle verhindern. Materialien müssen trennbar und sortenrein rückführbar bleiben.
Die Bauwerksdokumentation bildet die Grundlage für digitale Materialpässe und Urban-Mining-Konzepte und lässt sich durch etablierte digitale Planung ohne wesentlichen Zusatzaufwand integrieren.
Fallbeispiele belegen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit. Der Leitfaden zeigt, dass zirkuläres Bauen keine radikal neue Bauweise erfordert, sondern eine bewusste Weiterentwicklung bestehender Praktiken darstellt. Damit kann der Holzbau eine Vorreiterrolle übernehmen und einen zentralen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zu den nationalen Klimazielen leisten.