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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
WHFF 2012.15
Projekttitel
Stabilitätsabschätzung von Schweizer Schutzwäldern mit neuartigen bildgebenden Verfahren

Texte zu diesem Projekt

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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Stabilität, Schutzwald, Graubünden
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Schutzwälder nehmen mehr als 40 % der Schweizer Waldfläche ein. In den Gebirgsregionen ist ihr Anteil zum Teil deutlich höher; hier tragen vor allem Fichtenschutzwälder wesentlich zum Schutz von Menschenleben und Infrastruktur vor Naturgefahren bei. Viele dieser Schutzwälder wurden vor über 100 bis 150 Jahren aufgeforstet und teilweise bis in die 1950er Jahre intensiv beweidet. Heute gelten viele dieser Bestände als überaltert.

Holzzersetzende Kernfäulepilze bauen das Kernholz von infizierten Waldbäumen ab und tragen so zu einer Destabilisierung des Baumes bei. Eintrittspforten für Kernfäulepilze sind oft Verletzungen, wie z.B. Wurzelverletzungen im Zuge von Pflanzungen, Viehtritt durch (ehemalige) Waldweide oder auch Stammwunden infolge von Ast- oder Kronenbruch, insbesondere bei alten Bäumen.

Für den Kernfäulebefallsgrad von Schutzwäldern liegen bisher keine genauen Zahlen vor, vorsichtige Schätzungen gehen von ca. 20 % aus, wobei lokal weit höhere Werte auftreten können. Derartige Bestände sind einerseits weniger schutzwirksam gegenüber Naturgefahren, andererseits steigt mit dem Kernfäulebefall auch die Windbruchwahrscheinlichkeit. Es ist anzunehmen, dass insbesondere in den überalterten Beständen eine weitere Ausbreitung der Kernfäulen stattfindet. Von erhöhten Temperaturen infolge der erwarteten Klimaänderung werden wohl eher relative kurzlebige holzzersetzende Pilze als langlebige Bäume profitieren. Die erwartete Zunahme an Extremereignissen könnte die Stabilität weiter reduzieren: Zum einen dürfte Trockenstress die Baumabwehr reduzieren und somit die Wahrscheinlichkeit erfolgreichen Pilzbefalls erhöhen, zum anderen können stärkere Stürme zu grossflächigen Zusammenbrüchen kernfauler Bestände führen. Dies würde zumindest lokal zu einer massiven Reduktion der Schutzwirkung führen.

Es fehlen aber nach wie vor verlässliche Abschätzungen über den Kernfäulebefallsgrad und den damit verbundenen Stabilitätsverlust unserer Fichtenschutzwälder. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass erst seit kurzer Zeit moderne technische Geräte zur Pilzbefallsanalyse zur Verfügung stehen, welche deutlich genauer sind als herkömmlichen Methoden („Klopfmethode“, punktuelle Bohrung). Folglich fliessen diese wichtigen Informationen über das Vorhandensein von Kernfäulen weder in die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Schutzwäldern durch Forstpraktiker ein, noch können sie in aktuellen Waldsimulationsmodellen berücksichtigt werden. Im vorliegenden Projekt wurde der Kernfäulebefallsgrad in ausgewählten Schutzwäldern Graubündens erstmals mit hochauflösenden bildgebenden Verfahren erhoben.

Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
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