Die geodätische Überwachung von Druckleitungen wird in der Regel periodisch, z. B. jährlich, durchge-führt. Die Leitungen sind jedoch täglichen Betriebsschwankungen und potenziellen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die unmittelbare (Erdrutsch) oder reversible (Frost-Tau-Wechsel) Auswirkungen auf ihre Struktur haben können und daher nicht erfasst werden. Dieses Projekt zielt darauf ab, ein Echtzeit-Messsystem MTR zu implementieren, das die Betriebsdaten und die periodischen geodätischen Mes-sungen ergänzt, und es mit einem mechanischen Zwilling JM der Druckleitung zu koppeln. Der Begriff „mechanisch“ wird verwendet, um sich von Machine-Learning-Ansätzen zu unterscheiden, die aus-schließlich auf einer Datenanalyse basieren: Physics Based versus Data Driven Model. Das JM besteht aus einem einfachen numerischen Modell, das auf einem analytischen Modell von Balken auf Auflagern beruht, die an festen Punkten (Massivbauten) eingespannt sind, mit Reibung in den Dehnungsfugen und an den Auflagern. Dieses Modell wird verwendet, um die mechanische Tragfähigkeit der Leitung in Echtzeit zu reproduzieren, basierend auf Echtzeitmessungen und Betriebsbedingungen, die über das SCADA-System erfasst werden. Dieses System wird es ermöglichen, Bewegungen in den Druckleitun-gen sofort zu erkennen, die Unsicherheit über die Ursachen zu verringern und Eingriffe zu antizipieren. Dies wird sich positiv auf die Sicherheit und Verfügbarkeit der Wasserkraftproduktion auswirken.