Im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsprojekts des Bundesamts für Energie (BFE) wurde ein neu entwickeltes Energie-Transfer-System (ETS) in die CO2-Kälteanlage des Prodega-Markts in Dietikon integriert. Das ETS wurde eigens für diese Anwendung konzipiert, gefertigt und im Zuge einer Anlagen-modernisierung vor Ort in die neue CO2-Kälteanlage eingebunden. Nach Abschluss der Installation gingen die Kälteanlage und das ETS im Herbst 2022 in Betrieb. Das ETS reduziert das Temperatur-Niveau der Abwärme der CO2-Kälteanlage und wandelt diese Reduktion über einen Rankine-Kreisprozess in zusätzliche Kälteleistung um. Dadurch wird die Kälteanlage entlastet, Exergieverluste werden reduziert und der Stromverbrauch des Gesamtsystems gesenkt. Anhand dieser ersten Feldanlage konnte gezeigt werden, dass die Integration eines ETS in eine CO2-Kälteanlage technisch machbar ist und das System grundsätzlich funktioniert. Es gelang, die hochwertige Abwärme der CO2-Kälteanlage zu nutzen, bevor diese auf einem tieferen Temperatur-Niveau an die Gebäudeheizung oder die Aussenluft abgegeben wurde. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei war der Nachweis, dass das Temperatur-Niveau der Abwärme auch nach Durchlauf des ETS noch hoch genug für die Beheizung des Gebäudes ist. Somit kann das ETS wie prognostiziert, auch im Winterhalbjahr während der Heizperiode, durchgehend betrieben werden und währenddessen zu einem effizienteren Betrieb vom Gesamt-System beitragen. Darüber hinaus lässt sich daraus ableiten, dass das Konzept des ETS auch in Kombination mit CO2-Wärmepumpen zu einem effizienteren Gesamt-System beitragen kann, was einen positiven Einfluss auf die Anwendungsfälle dieser Technologie hat. Nach rund 4 000 Betriebsstunden zeichnete sich ab, dass die eingesetzte Plunger-Pumpe offener Bau-art relevante Leckagen aufwies und erstmals revidiert werden musste. Die bis dahin gewonnenen, positiven Betriebserfahrungen mit dem ETS führten dazu, dass ein Pumpenhersteller gewonnen werden konnte, eine halbhermetische Radial-Pumpe speziell für die ETS-Anwendung zu entwickeln. Das Be-sondere an dieser Pumpe ist ihre saugseitige Druckbeständigkeit von 130 bar(a), die eine leicht veränderte Einbindung in das ETS ermöglicht. Seit Herbst 2024 ist die neu-entwickelte Radial-Pumpe in einem Folgeprojekt, ausserhalb des ursprünglichen P&D-Projektumfangs, erfolgreich im Einsatz. Die bisherigen Betriebserfahrungen mit der angepassten Systemkonfiguration sind vielversprechend. Die zu Projektbeginn erwartete Effizienzsteigerung von 8 %, bezogen auf ein Betriebsjahr mit Plunger-Pumpe, konnte mit dem neuen Konzept der Radial-Pumpe übertroffen werden. Unter Berücksichtigung der energetisch relevanten Faktoren ergibt sich eine Netto-Effizienzsteigerung von 9 bis 11 %, inklusive des Strombedarfs der Pumpe. Zusätzlich bietet das Konzept mit der Radial-Pumpe weitere Vorteile in Bezug auf reduzierte Pulsationen, geringere Geräuschemissionen sowie eine vereinfachte Systemintegration. Daher liegt der Schwerpunkt der aktuellen Auswertung auf dem Folgeprojekt mit Radial-Pumpe. Basierend auf aktuellem Kenntnisstand, ist davon auszugehen, dass bei CO2-Kälteanlagen oder CO2-Wärmepumpen mit Nennkälteleistungen grösser 250 bis 300 kWt ein sinnvolles Kosten-Nut-zen-Verhältnis vom Gesamtsystem resultiert.