Das SOFTCAR-Projekt wurde mit einer klaren Ambition ins Leben gerufen: die Automobilindustrie zu transformieren, indem gezeigt wird, dass es möglich ist, ein Elektrofahrzeug der Kategorie L7e zu entwickeln, das ebenso leistungsfähig ist wie ein Elektroauto der Klasse M1, jedoch auf einer radikal anderen Architektur basiert – leichter, nachhaltiger und umweltfreundlicher. In einem Kontext, in dem die urbane Mobilität von schweren und energieintensiven Fahrzeugen dominiert wird, bestand das Ziel darin, eine glaubwürdige Alternative zu bieten, die auf die Bedürfnisse städtischer Gebiete zugeschnitten und mit Klima- und Energiestrategien für eine nachhaltige Entwicklung in Einklang gebracht ist. Um diese Vision zu erreichen, wurden mehrere konkrete Ziele festgelegt. Erstens sollte das Fahrzeuggewicht drastisch auf rund 650 kg (einschließlich Batterie) reduziert werden, um den Energieverbrauch zu minimieren und die Reichweite zu verbessern. Zweitens sollte ein Fahrgestell aus recyceltem Aluminium entwickelt werden, das für eine Lebensdauer von 50.000 Stunden ausgelegt ist – zehnmal länger als ein herkömmliches Fahrgestell – und in der Lage ist, im Laufe seines Lebens verschiedene Aufbauten aufzunehmen. Parallel dazu zielte das Projekt darauf ab, die Wiederverwertbarkeit einer rotationsgeformten Polymerkarosserie nachzuweisen, die bis zu zehnmal wiederverwendet werden kann, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen bei den mechanischen Eigenschaften oder der Crash-Test-Tauglichkeit kommt. Schließlich sollte die Bewertung des ökologischen Fußabdrucks mittels einer Lebenszyklusanalyse (LCA) bestätigen, dass dieses innovative Konzept eine deutlich geringere Klimabelastung aufweist als bestehende Elektrofahrzeuge. Der Ansatz gliederte sich in mehrere Etappen. Prototypen wurden gebaut und sowohl auf der Straße als auch auf der Teststrecke erprobt, um die Fahrzeugleistung und die Zuverlässigkeit der Systeme – einschließlich Motor, Batterien und Bordelektronik – zu validieren. Das Fahrgestell wurde Alterungsstudien und beschleunigten Tests unterzogen, die in Zusammenarbeit mit akademischen Partnern durchgeführt wurden. Diese bestätigten eine deutlich höhere Haltbarkeit als die aktuellen Standards und zeigten gleichzeitig notwendige Optimierungen auf, um das Ziel von 50.000 Stunden zu erreichen. Für die Karosserie wurde ein vollständiger Recyclingprozess definiert – einschließlich Zerkleinerung, Mikronisierung und erneuter Rotationsformung –, auch wenn Verzögerungen durch die Schließung einiger technischer Partner die Durchführung vollständiger Recyclingzyklen begrenzten. Die Projektergebnisse belegen die Machbarkeit und Relevanz des Konzepts. Das Fahrzeug erreicht ein Rekordgewicht für ein viersitziges Elektroauto, verbraucht etwa 8 kWh/100 km – weniger als die Hälfte der heutigen Elektro-Stadtwagen – und hat bereits unter realen Bedingungen seine Fähigkeit bewiesen, den Anforderungen der urbanen Mobilität gerecht zu werden. Der Ansatz, der auf Leichtbau, Modularität und den Einsatz recycelbarer Materialien setzt, führt direkt zu einer messbaren Verringerung der Klimabelastung, bestätigt durch die LCA. Dies beweist, dass ein anderer Weg für die urbane Mobilität möglich ist.