Das EMOD-Projekt ermöglichte die Entwicklung eines numerischen Solvers zur 2D- und 3D-Simulation von Hydro-Shearing-Stimulationsvorgängen in der Geothermie. Das Verständnis der Ausbreitung von Reibungsbrüchen, die durch die Injektion von Flüssigkeit induziert werden, hat sich im Laufe des Projekts erheblich verbessert, insbesondere dank der Entwicklung neuer analytischer Lösungen. Diese Lösungen ermöglichten insbesondere die Überprüfung des entwickelten voll gekoppelten numerischen Simulators. In diesem Sinne kann dieser Simulator als Stand der Technik angesehen werden. Seine Funktionalitäten ermöglichen es, eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit der hydraulischen Stimulation im Detail zu untersuchen (insbesondere die Bedeutung des Wachstums von Brüchen nach Beendigung der Injektion und die damit verbundene Mikroseismizität). Das numerische Modell wurde auch verwendet, um hydraulische Stimulationen zu reproduzieren, die vor Ort durchgeführt wurden (Basel 2006, Utah Forge 2022, Soultz-sous-Forêts 1993, Rittershoffen 2013). Es kann sowohl mikroseismische Beobachtungen als auch Druckmessungen reproduzieren. Das numerische Modell enthält die wichtigsten Funktionen, die für die praktische Planung von hydraulischen Stimulationsvorgängen und die Bewertung des Ausmaßes der Spannungsstörung erforderlich sind. Es ist daher nützlich, um die mit der hydraulischen Stimulation verbundenen Risiken für einen bestimmten Standort und eine bestimmte Injektionssequenz zu reduzieren.