Aussortierte Akkumulatoren aus den elektrischen Zustellfahrzeugen der Post wurden als Second-Life- (SL)-Akkumulatoren für die stationäre Stromspeicherung eingesetzt. So können Stromspeicher mit bester Ressourceneffizienz und Ökobilanz gebaut werden.
Da die Zellen der SL-Akkumulatoren ein noch nicht prognostizierbares Alterungsverhalten aufweisen, muss das Konzept zur Bewirtschaftung dieser Zellen in einer SL-Anwendung angepasst werden. Für die Realisierung eines Stromspeichers mit SL-Zellen wurde ein Konzept aus angepasster Batteriemanagementsystem-Technologie (BMS-Technologie) mit entsprechender Zellenverschaltung und -paketierung entwickelt und umgesetzt. So ist der sichere Einsatz von Second-Life Akkumulatoren bei Ausnützung der pro Zelle individuell vorhandenen Kapazität in einem stationären Stromspeichersystem möglich.
Im Projekt wurden 5 SL-Stromspeicher gebaut. 4 SL-Speicher wurden während eines Jahres zu Testzwecken betrieben, ein SL-Speicher wurde auf Ausstellungen präsentiert.
Die im Projekt entwickelte Zellenverschaltung mit entsprechender BMS-Technologie hat bezüglich Funktionalität und Effizienz die Erwartungen erfüllt und es ermöglicht, ein intensives Monitoring der SL-Zellen durchzuführen. Die nutzbare Kapazität des SL-Speichers war jedoch unter der Summe der Kapazitäten der einzelnen SL-Zellen. Dies unter anderem auf Grund von noch nicht optimierter Algo-rithmen zur Bewirtschaftung und ungenügend definierter Zellkapazitäten durch die BMS-Technologie.
Das Zellenmonitoring zeigt, dass die SL-Zellen der Postroller nach einer künstlichen Alterung durch Zyklierung auch nach 1000 Zyklen noch ca. 80 % der Kapazität, welche zum Einbauzeitpunkt vorhan-den war, aufweisen.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt helfen mit, bei der Industrialisierung von SL-Speicher die notwendige Überwachungs- und Leistungselektronik auf ein Minimum zu reduzieren und Wartungsintervalle zu definieren. Diese Erfahrungen erhöhen die Wirtschaftlichkeit zukünftiger SL-Speicher.