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Forschungsstelle
BLV
Projektnummer
1.11.14
Projekttitel
Tiergesundheit und Tierbehandlungsindex (TBI) in Schweinemastbetrieben und deren Zuliefererbetrieben unter Berücksichtigung von Biosicherheitsaspekten und des Tiertransportes
Projekttitel Englisch
Investigation of risk factors of housing fattening pigs

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Risikofaktoren, Masteinstallung, Transport, Temperatur, Antibiotikaverbrauch, Tierbehandlungsindex (TBI)

Schlüsselwörter
(Englisch)
Risk factors, fattening period, tansport, temperature, antibiotic use
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Der perorale Einsatz von Antibiotika bei Tieren, die der Lebendmittelgewinnung dienen, wird in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch beurteilt. Obwohl Rückstände in tierischen Lebensmitteln im Vergleich zur Vergangenheit heute immer seltener festgestellt werden, rückt die Frage, welchen Einfluss der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin auf die Übertragbarkeit von Resistenzen auf die Humanmedizin hat, zunehmend ins Zentrum. Auch muss dem Einfluss der Antibiotika auf die Ökotoxizität vermehrt Beachtung geschenkt werden (Bleyl et al. 2005). In der heutigen Schweineproduktion ist die perorale Antibiotika-Applikation sehr verbreitet und kann zurzeit durch keine andere Behandlungsart adäquat ersetzt werden (Sidler X. 2008). Die Antibiotikavertriebsstatistik von Swissmedic aus dem Jahre 2008 zeigt, dass im Nutztierbereich im Vergleich zu Ländern wie Schweden oder Dänemark in der Schweiz mit rund 64`000 kg antibiotischer Wirksubstanz viel mehr Antibiotika gebraucht werden und dass rund 77 % der bei den Nutztieren eingesetzten Antibiotika peroral eingesetzt werden. Leider kann aus der Statistik der Swissmedic nicht abgeleitet werden bei welcher Tierart, in welchem Alter und für welche Indikation die vertriebenen AMV eingesetzt werden. In Schweden, wo ebenfalls der Einsatz von AML verboten ist und eine ähnlich grosse Schweineproduktion hat wie die Schweiz, wurden im Jahre 2008 lediglich ca. 5500 kg Antibiotika, davon 14 % peroral eingesetzt (SVARM 2008). In Dänemark wurden 2007 bei einer rund 10-mal grösseren Schweineproduktion als die Schweiz rund 92`000 kg Antibiotika in der Schweineproduktion eingesetzt. Auffällig ist, dass Betriebe, die pro Jahr 1 – 3-mal Antibiotika einsetzen mussten stark zurückgegangen sind und dass die Anzahl der Betriebe, die mehr als 10 mal pro Jahr AMV oder FüAM einsetzen mussten stark zugenommen haben, was vermutlich mit dem Strukturwandel mit der Zunahme der Betriebsgrössen erklärt werden kann (DANMAP 2008). Im Vergleich mit 10 Europäischen Ländern belegt die Schweiz mit 90 mg eingesetzter antimikrobieller Aktiv-Substanz / pro Kilogramm Körpermasse (Kalb, Schwein Geflügel) zusammen mit England, Deutschland und der Tschechischen Republik nur einen Mittelfeldplatz, obwohl wir immer postuliert wird, dass die Tiergesundheit in der Schweiz besser ist als im übrigen Europa (Grave et al. 2010).
Projektziele
(Deutsch)

In einer Feldstudie sollen 100 zufällig ausgewählte Masteinstallungen von verschiedenen Vermarktungsorganisationen und Tiertransporteuren vom Verlad der Ferkel bis zum Abladen der Tiere begleitet werden. Um den Verlauf der Tiergesundheit während der Mast dokumentieren zu können, werden die Mäster und 2 Wochen nach dem Einstallen in die Mast, in der Mastmitte und am Ende der Mast besucht. Da die Tiergesundheit in der Mast auch von der Tiergesundheit im Zuliefererbetrieb abhängig ist und wichtige Informationen zur Tiergesundheit und zum Impfstatus auf dem Zuchtbetrieb nicht mit den verkauften Tieren an die Mastbetriebe weitergeleitet werden, wird auch auf den zuliefernden Zuchtbetrieben der aktuelle Gesundheitszustand und die Indikationen für Behandlungen mit einem Betriebsbesuch erhoben.

Beim Tiertransport in die Mast werden folgende Parameter erhoben:

  • Fahrzeughygiene bei Transportbeginn
  • Einhalten der Transportreihenfolge 
  • Beschreibung des Ladevorganges 
  • Erhebung der Temperatur auf den Fahrzeugen während des Transportes mittels Temperaturlogger 
  • Beschreibung des Entladevorganges 
  • Beurteilung der Stallhygiene auf dem Mastbetrieb und Messen der Temperatur im Liegebereich beim Einstallen bis 5 Tage danach mittels Temperaturlogger.

Rund 2 Wochen nach dem Einstallen werden die Mäster wiederum besucht.

Es werden folgende Parameter erhoben

a) Biosicherheitsaspekte (Anzahl Zulieferbetriebe, Personeneingang, Auslauf, Schadnager… siehe Projekt G. Schüpbach)

b) Gesundheitszustand der Tiere

c) Stalltemperatur

d) Falls Einstallmedizinierung Überprüfung der Angaben auf dem amtlichen Rezept bezüglich: Wahl des Antibiotikums, Verabreichungsart, Dauer und Dosierung, Reinigung der Fütterungsapparate nach Beendigung der Einstallmedizinierung.

e) Mortalität

f) Anzahl und Indikation parenteraler Antibiotikabehandlungen

Beim Besuch in der Mastmitte werden vor allem die Punkte b, c, d, (falls weitere perorale AB-Behandlungen) e inkl. Anzahl Kümmerer, und f beurteilt. Anhand der Behandlungstage pro Tier wird der sog. Tierbehandlungsindex (TBI) nach Blaha berechnet.

Beim Besuch ganz am Ende der Mast werden neben der Anzahl Behandlungstage pro Tier (TBI), die Mortalität, Mastdauer und die Anzahl der Tierarztbesuche während der Mastperiode erhoben. Mit dem TBI und der Erfassung der Mortalität in der Mast und dem Schlachtalter kann der Nutzen der Einstallmedizinierung kritisch hinterfragt werden und die Indikationen und die Anzahl der Behandlungen, Mortalität und das Schlachtalter der Schweine und die Prävalenzen der Organveränderungen anhand der Schlachthofrückmeldungen mit Einstallmedizinierung mit den Tieren ohne Einstallmedizinierung miteinander verglichen. Projektteil Zucht Erhebung des Gesundheits- und Impfstatus und Antibiotikabehandlungen auf den Zuchtbetrieben   Die Tiergesundheit in der Mast ist neben Haltung, Impfstatus der Masttiere und dem Management auf den Mastbetrieben ganz wesentlich auch von der Tiergesundheit der Zuliefererbetriebe abhängig. Um einen aktuellen Überblick über den Gesundheitsstatus der Zuliefererbetriebe zu erhalten, werden unmittelbar nach dem Einstallen in die Mast alle schätzungsweise 300 – 600 Zuchtbetriebe besucht. Auf den besuchten Betrieben werden der aktuelle Gesundheitszustand, der Impfstatus, die aktuellen Bestandesprobleme, Anzahl Tierarztbesuche in den letzten 12 Monaten, Indikation und Anzahl antibiotischer Gruppenbehandlungen, Einsatzart von oralen AB (Trocken- Breifutter, eingesetzte Apparate, Art und Ort der FüAM-Produktion) Mortalitätsrate bei den Absetzferkeln, Anzahl Kümmerer auf dem Betrieb erhoben. Diese Besuche erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem SGD um Synergien bei den Betriebsbeuchen zu gewinnen. Zur Etablierung eines weiteren Überwachungsinstrumentes für die Tiergesundheit wird der Tierbehandlungsindex nach Blaha (Anzahl Behandlungstage pro Absetzferkel) bei den zum Zeitpunkt des Besuches ältesten Absetzferkeln berechnet. Zusätzlich werden Aspekte der Biosicherheit auf den Zuchtbetrieben beurteilt (Details siehe Projekt Biosicherheit von G. Schüpbach).

Publikationen / Ergebnisse
(Englisch)

Hartmann, St.; Riklin, A.; Schüpbach-Regula, G.; Nathues, Chr.; Fuschini, E.; Sidler, X.; Erhebung von Risikofaktoren beim Einstallen von Mastferkeln – Teil1: Zucht, Schweiz. Arch. Tierheilk. 2013,

Hartmann, St.; Riklin, A.; Schüpbach-Regula, G.; Nathues, Chr.; Fuschini, E.; Huber, H.; Sidler, X.; Erhebung von Risikofaktoren beim Einstallen von Mastferkeln – Teil2: Transport, Schweiz. Arch. Tierheilk. 2013,

Riklin, A.; Hartmann, St.; Schüpbach-Regula, G.; Nathues, Chr.; Fuschini, E.; Sidler, X.; Erhebung von Risikofaktoren beim Einstallen von Mastferkeln – Teil3: Mast, Schweiz. Arch. Tierheilk. 2013

15th Seminar SVSM Grindelwald (07.09.2012), SGD-Tagung Olten (17./24.01.2013),

Suissporcs Höck Kirchberg (23.11.12), Hendschikon (10.01.13), Ersigen (13.02.13) und Gisikon (07.01.2013)

Zugehörige Dokumente
URL-Adressen
(Deutsch)