In einer Feldstudie sollen 100 zufällig ausgewählte Masteinstallungen von verschiedenen Vermarktungsorganisationen und Tiertransporteuren vom Verlad der Ferkel bis zum Abladen der Tiere begleitet werden. Um den Verlauf der Tiergesundheit während der Mast dokumentieren zu können, werden die Mäster und 2 Wochen nach dem Einstallen in die Mast, in der Mastmitte und am Ende der Mast besucht. Da die Tiergesundheit in der Mast auch von der Tiergesundheit im Zuliefererbetrieb abhängig ist und wichtige Informationen zur Tiergesundheit und zum Impfstatus auf dem Zuchtbetrieb nicht mit den verkauften Tieren an die Mastbetriebe weitergeleitet werden, wird auch auf den zuliefernden Zuchtbetrieben der aktuelle Gesundheitszustand und die Indikationen für Behandlungen mit einem Betriebsbesuch erhoben.
Beim Tiertransport in die Mast werden folgende Parameter erhoben:
- Fahrzeughygiene bei Transportbeginn
- Einhalten der Transportreihenfolge
- Beschreibung des Ladevorganges
- Erhebung der Temperatur auf den Fahrzeugen während des Transportes mittels Temperaturlogger
- Beschreibung des Entladevorganges
- Beurteilung der Stallhygiene auf dem Mastbetrieb und Messen der Temperatur im Liegebereich beim Einstallen bis 5 Tage danach mittels Temperaturlogger.
Rund 2 Wochen nach dem Einstallen werden die Mäster wiederum besucht.
Es werden folgende Parameter erhoben
a) Biosicherheitsaspekte (Anzahl Zulieferbetriebe, Personeneingang, Auslauf, Schadnager… siehe Projekt G. Schüpbach)
b) Gesundheitszustand der Tiere
c) Stalltemperatur
d) Falls Einstallmedizinierung Überprüfung der Angaben auf dem amtlichen Rezept bezüglich: Wahl des Antibiotikums, Verabreichungsart, Dauer und Dosierung, Reinigung der Fütterungsapparate nach Beendigung der Einstallmedizinierung.
e) Mortalität
f) Anzahl und Indikation parenteraler Antibiotikabehandlungen
Beim Besuch in der Mastmitte werden vor allem die Punkte b, c, d, (falls weitere perorale AB-Behandlungen) e inkl. Anzahl Kümmerer, und f beurteilt. Anhand der Behandlungstage pro Tier wird der sog. Tierbehandlungsindex (TBI) nach Blaha berechnet.
Beim Besuch ganz am Ende der Mast werden neben der Anzahl Behandlungstage pro Tier (TBI), die Mortalität, Mastdauer und die Anzahl der Tierarztbesuche während der Mastperiode erhoben. Mit dem TBI und der Erfassung der Mortalität in der Mast und dem Schlachtalter kann der Nutzen der Einstallmedizinierung kritisch hinterfragt werden und die Indikationen und die Anzahl der Behandlungen, Mortalität und das Schlachtalter der Schweine und die Prävalenzen der Organveränderungen anhand der Schlachthofrückmeldungen mit Einstallmedizinierung mit den Tieren ohne Einstallmedizinierung miteinander verglichen. Projektteil Zucht Erhebung des Gesundheits- und Impfstatus und Antibiotikabehandlungen auf den Zuchtbetrieben Die Tiergesundheit in der Mast ist neben Haltung, Impfstatus der Masttiere und dem Management auf den Mastbetrieben ganz wesentlich auch von der Tiergesundheit der Zuliefererbetriebe abhängig. Um einen aktuellen Überblick über den Gesundheitsstatus der Zuliefererbetriebe zu erhalten, werden unmittelbar nach dem Einstallen in die Mast alle schätzungsweise 300 – 600 Zuchtbetriebe besucht. Auf den besuchten Betrieben werden der aktuelle Gesundheitszustand, der Impfstatus, die aktuellen Bestandesprobleme, Anzahl Tierarztbesuche in den letzten 12 Monaten, Indikation und Anzahl antibiotischer Gruppenbehandlungen, Einsatzart von oralen AB (Trocken- Breifutter, eingesetzte Apparate, Art und Ort der FüAM-Produktion) Mortalitätsrate bei den Absetzferkeln, Anzahl Kümmerer auf dem Betrieb erhoben. Diese Besuche erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem SGD um Synergien bei den Betriebsbeuchen zu gewinnen. Zur Etablierung eines weiteren Überwachungsinstrumentes für die Tiergesundheit wird der Tierbehandlungsindex nach Blaha (Anzahl Behandlungstage pro Absetzferkel) bei den zum Zeitpunkt des Besuches ältesten Absetzferkeln berechnet. Zusätzlich werden Aspekte der Biosicherheit auf den Zuchtbetrieben beurteilt (Details siehe Projekt Biosicherheit von G. Schüpbach).