Schlüsselwörter
(Deutsch)
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Ziegen, gastrointestinale Nematoden, Parasitenbekämpfung, Anthelminthikaresistenz, ‚targeted selective treatment‘
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Schlüsselwörter
(Englisch)
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Goats, Gastrointestinal Nematodes, Parasite control, Anthelminthic resistance, Targeted selective treatment
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Schweizer Ziegenhalter stehen vor dem Problem der zunehmenden Resistenzen von Magen-Darm-Würmern gegen alle handelsüblichen Anthelminthika. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass die Resistenzentwicklung verlangsamt werden kann, indem man einen Teil der Wurmpopulation nicht in die Behandlung mit einschliesst und dadurch den Wirkstoffkontakt der Gesamtpopulation reduziert. Damit werden die Resistenzgene in der Population verdünnt und ein grosser Teil der Parasiten bleibt für die eingesetzten Entwurmungsmittel empfänglich. Weiter ist bekannt, dass in einer Wiederkäuerherde jeweils nur ein kleiner Teil der Tiere den grössten Teil der Wurmbürde in sich tragen und somit für die Kontamination der Weiden eine entscheidende Bedeutung haben. Häufig sind dies Jungtiere oder besonders leistungsstarke Tiere. Das sogenannte ‚targeted selective treatment‘ hat zum Ziel, anhand verschiedener Beurteilungskriterien, wie Nährzustand, Kotkonsistenz oder Schleimhautfarbe stark infizierte Einzeltiere zu identifizieren und nur diese zu behandeln, so dass die Kontamination der Weiden minimiert wird, dabei aber ein wesentlicher Anteil der Wurmpopulation mit den Genen für Empfänglichkeit für Antiparasitika erhalten bleibt. Werden bestimmte Tiergruppen (z. B. Hochleistungstiere) zur Behandlung ausgewählt, so spricht man vom ‚targeted treatment‘. Es ist bisher kein Beurteilungskriterium bekannt, welches allein für den Behandlungsentscheid herangezogen werden kann. In dieser Studie wird der durch den Labmagenparasiten Haemonchus contortus induzierte Anämiegrad mittels FAMACHA© bestimmt und die Behandlungswürdigkeit durch 2 weitere Faktoren justiert werden. Es wird erwartet, dass diese Kombination in einer effizienten Behandlungsstrategie resultiert, deren Umsetzung auch für den Tierhalter leicht durchführbar und somit akzeptabel ist. In der im Folgenden vorgestellten Studie soll dieser Ansatz in acht Ziegenbetrieben praktiziert und mit der herkömmlichen systematischen Behandlung verglichen werden. Im Anschluss an das Projekt werden auf Basis der Resultate Schulungen für Landwirte stattfinden, in denen die Umsetzung der Ergebnisse im Vordergrund steht.
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Kurzbeschreibung
(Englisch)
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The problem of anthelminitc resistance in gastrointestinal nematodes of goats in Switzerland is increasing. The development of resistance can be delayed by ensuring that part of the nematode population is excluded from treatment and thus avoiding selection pressure by anthelmintic exposure. Such parasites that are not exposed to anthelmintics said to be in refugia. In addition, parasite populations within a group of animals are highly aggregated with just a few animals within the flock carrying most of the parasites. It is these few individual animals which are responsible for most of the pasture contamination. These heavily infected individuals are often young or highly productive animals. The aim of targeted selective treatment is to identify such highly infected animals by means of body condition, dag score or the color of the mucous membranes. Once such animals are identified they can be treated in order to reduce the contamination of pasture. The majority of the flock with low worm burdens remains untreated. Using such a selective treatment, a high proportion of worms with susceptibility genes will remain in the population. If the treatment does not include individual animals only but a group of animals, it’s called ‘targeted treatment’. Up to now, there are no single assessment criteria allowing the identification of the highly infected individuals. We propose to test the hypothesis that a combination of 2 or 3 criteria, which are easily identified by flock owners, will accurately detect these individuals. This will result in considerable cost saving and enable a practical owner orientated approach to parasite control on goat farms whilst minimizing the risks of anthelmintic resistance developing.
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Projektziele
(Deutsch)
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Das ‚targeted (selective) treatment‘ verfolgt das Ziel, über eine effiziente, kostengünstige und einfach anzu-wendende Methode den Anthelminthika-Einsatz bei Ziegen zu reduzieren ohne die Tiergesundheit zu beein-trächtigen um damit der besorgniserregenden Resistenzentwicklung von gastrointestinalen Nematoden ge-gen alle handelsüblichen Wirkstoffe entgegen zu wirken. Auf der Basis der erzielten Resultate können Ziegenhalter instruiert werden, die behandlungswürdigen Tiere ihrer Herde zu ermitteln.
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Publikationen / Ergebnisse
(Englisch)
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Murri, S. et al (2013) Targeted selective treatment against gastrointestinal nematodes in goats:
Evaluation of a combination of three treatment criteria in the field. Buiatrissima, 30. 08. 2013
Murri, S.; Hertzberg, H.; Torgerson, P. R.; Scheuerle, M.; Fasel, M.; Pfister, K.; Knubben-Schweizer, G. (2013)
Targeted and targeted selective treatment against gastrointestinal nematodes in goats: Evaluation of treatment criteria and assessment of epidemiologic and economic parameters. Manuskript in Arbeit (Vet Parasitol).
Murri, S.; Hertzberg, H.; Torgerson, P. R.; Scheuerle, M.; Fasel, M.; Pfister, K.; Knubben-Schweizer, G. (2013)
Targeted selective treatment gegen gastrointestinale Nematoden bei Ziegen: Evaluation einer Komination von drei Behandlungskriterien im Feld. DVG Tagung "Aktuelle Erkenntnisse aus der Veterinärparasitologie", Giessen, 9. 7. 2013
Zugehörige Dokumente
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URL-Adressen
(Deutsch)
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