Short description
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Wichtige Voraussetzungen, um die Jungebermast zum vollen Durchbruch zu verhelfen, wären eine Reduktion des Ebergeruches und die Entwicklung eines objektiven Detektors für geruchsbelastete Tierkörper am Schlachtband. Diese Zielsetzungen sollen im vorliegenden Projekt durch Anwendung der Metabolomics-Technologie vorangetrieben werden. Metabolomics ist eine innovative Methode, die den gleichzeitigen Nachweis einer sehr hohen Zahl von Metaboliten (zurzeit bis ~10'000) in Gewebeproben oder Körperflüssigkeiten erlaubt. Durch eine in dieser Weise umfassende Analyse der Stoffwechselprodukte im Fettgewebe beabsichtigen wir, das genaue Stoffmuster („Stink- bzw. Geruchsmuster“), welches mit starkem bzw. schwachem Ebergeruch korreliert, zu bestimmen. Damit soll schlüssig geklärt werden, welche „Stinkstoffe“ (neben Androstenon, Skatol und Indol) für den unangenehmen Ebergeruch und -geschmack verantwortlich sind. Parallel dazu wird eine globale Analyse des Blutserums durchgeführt, um zirkulierende Metabolitenprofile zu identifizieren, die mit dem Auftreten von Ebergeruch korrelieren. Der unmittelbare Nutzen dieses Projektes ist einerseits die Weiterentwicklung von objektiven Testverfahren, welche wie die „elektronische Nase“ in automatisierter Form für die Detektion des Ebergeruches im Schlachthof eingesetzt werden sollen. Andererseits dient die Metabolomics- Technologie der Erkennung von Stoffwechselprofilen im Blut, die als Biomarker eingesetzt werden können, um die Entstehung von Ebergeruch schon an lebenden Tier verlässlich vorauszusagen. Entsprechende Schnelltests sollen entwickelt werden, um den Erfolg von Zuchtprogrammen bezüglich der angestrebten Verringerung der Geruchsbelastung objektiv zu überprüfen. Dieses Vorhaben wird in enger Absprache und Zusammenarbeit mit Agroscope Liebefeld Posieux (Dr. G. Bee und Dr. S. Ampuero) sowie mit dem geplanten Projekt „Entwicklung einer Zuchtmethode gegen Ebergeruch“ (Gesuchssteller: Dr. A. Hofer und Dr. H. Luther, Suisag, Sempach) ausgeführt.
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Project aims
(German)
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Die Ziele der hier vorgeschlagenen „metabolomischen“ Bearbeitung des Problems des Ebergeruchs sind wie folgt: 1. Globale Definition des Ebergeruchs: Durch eine umfassende Analyse der Metaboliten im Fett soll das genaue Stoffmuster (Geruchs- bzw. Stinkmuster), das mit starkem bzw. schwachem Ebergeruch korreliert, eruiert werden. Es soll schlüssig bestimmt werden, welche anderen Stoffe, neben Androstenon, Skatol und Indol, für den unangenehmen Ebergeruch und - geschmack verantwortlich sind. 2. Weiterentwicklung der „elektronischen Nase“: in Zusammenarbeit mit Dr. G. Bee und Dr. S. Ampuero (ALP) werden die Metabolomic-Daten angewendet, um die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der „elekronischen Nase“ zu optimieren. Damit soll dieses objektive Detektionssystem zur Praxistauglichkeit geführt werden. 3. Biomarker am lebenden Tier: Durch globale Analysen des Blutserums und Fettgewebes sollen zirkulierende Metabolitenprofile identifiziert werden, die mit dem Auftreten von Ebergeruch korrelieren. Diese Stoffwechselprofile dienen als Biomarker mit prognostischer Aussagekraft bezüglich Ebergeruch am Schlachtkörper. 4. Entwicklung eines Biomarker-Schnelltests: Damit soll der neu identifizierte Biomarker mit einem einfachen, kostengünstigen und zuverlässigen Test in Blutproben von lebenden Tieren bestimmt werden. Idealerweise sollte dieser Test mit wenigen Tropfen Blut aus der Ohrvene durchführbar sein. 5. Unterstützung des Projektes „Entwicklung einer Zuchtmethode gegen Ebergeruch“: Im Rahmen einer engen Kooperation mit Dr. A. Hofer und Dr. H. Luther (Suisag) werden die Metabolomics-Daten (Punkt 1), die optimierte „elektronische Nase“ (Punkt 2) und der Biomarker-Schnelltest (Punkt 3 und 4) angewendet, um die Zucht von geruchsarmen Tieren voranzutreiben. Von Beginn weg wird dem Projekt „Entwicklung einer Zuchtmethode gegen Ebergeruch“ die analytische Fachexpertise (HPLC, UPLC, Massenspektrometrie, usw.) von Dr. K. Lancova zur Verfügung gestellt.
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