Schlussbericht
(Deutsch)
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In der vorliegenden wissenschaftlichen Studie wurde die Möglichkeit einer energiesparenden anaeroben Abwasserbehandlung unter Schweizer Bedingungen untersucht und evaluiert. Im Abwasser ist reichlich Energie in Form von organischen Kohlenstoffverbindungen gespeichert, die zurzeit nur teilweise genutzt wird. Zudem enthält Abwasser wertvolle Nährstoffe, die rezykliert und sinnvoll in der Landwirtschaft eingesetzt werden könnten, anstatt sie aufwändig zu eliminieren, zu deponieren oder Gewässer damit zu belasten. Durch eine weitgehend anaerobe Behandlung von kommunalem Abwasser kann mehr Biomethan als erneuerbarer Energieträger gewonnen werden, als es bei herkömmlichen Anlagen der Fall ist. Neuartige Membrantechnologien eröffnen Möglichkeiten, die Energieausbeuten zu steigern und zugleich die Ablaufqualität des Wassers zu verbessern. Was grundsätzlich sehr positiv erscheint, zeigt Tücken im Detail. Emissionen von Treibhausgasen, insbesondere von Methan, könnten weitaus klimaschädlicher sein, als die entsprechende Entlastung infolge der CO2 Reduktion durch die Produktion von erneuerbarer Energie. Deshalb muss gelöstes Methan im Wasser physikalisch oder biologisch entfernt werden, was zusätzlichen Aufwand und Energieverbrauch bedeutet. Verschiedene Modelle von anaeroben ARAs wurden entworfen und berechnet. Es zeigte sich, dass der Unterschied in der Energiebilanz von anaeroben Modellen und energieoptimierten konventionellen ARAs marginal ist. Viele klassische ARAs haben in den vergangenen Jahren in Bezug auf Energieeffizienz durch Optimierungsmassnahmen grosse Fortschritte erzielt. Da die Infrastruktur von anaeroben ARAs grössere Investitionen erfordert, macht eine Anwendung im Bereich von kommunalem Abwasser nur in Ausnahmefällen Sinn. Würden konsequent Regen- und Fremdwassereinträge in ARAs verhindert, stiegen die Konzentrationen organischer Inhaltsstoffe im Abwasser an, wodurch die anaerobe Behandlung gegenüber der heutigen Situation konkurrenzfähiger würde. Die Abwasserbehandlung von morgen sollte sich zudem bemühen, nicht nur die Energie im Abwasser, sondern auch dessen Inhaltstoffe zu verwerten. Es wäre wichtig und sinnvoll, die gesamte Prozesskette der anaeroben Behandlung kommunaler Abwässer an einem geeigneten Standort in einer realen Pilotstudie abzubilden und zu untersuchen, da eine entsprechende Anlage bisher nicht existiert.
Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor: Zürcher Hochschule fur Angewandte Wissenschaften, Dep. Life Sciences und Facility Management, IBT Institut fur Biotechnologie, Fachgruppe Umweltbiotechnologie
Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors: Warthmann,Rolf Kühni,Martin Baier,Urs
Zugehörige Dokumente
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