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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
02.001151
Projekttitel
Tabakzusatzstoffe

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Tabak, Rauchen, Zusatzstoffe, Gesundheit, Zigaretten
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Zigaretten werden bei der Herstellung bis zu 25 % Additive zugesetzt. Diese wirken sich auf das Rauchverhalten aus und sollen die Verbreitung der Zigaretten fördern. Es sind über 600 Zusatzstoffe bekannt, z. T handelt es sich dabei auch wieder um komplexe, nicht eindeutig definierte Gemische. In diesem Projekt sollen eine große Zahl handelsüblicher Zigarettensorten mittels Headspace-SPME und Gaschromatographie-Massenspektrometrie qualitativ und quantitativ auf solche Zusatzstoffe analysiert werden. Die im Ergebnis gefundenen Substanzen sollen hinsichtlich ihres Einflusses auf die Suchterzeugung und bezüglich chronisch toxischer Wirkungen eingeschätzt werden. Weiterhin soll aus kriminalistischer Sicht untersucht werden, ob sich aus den SPME-GC-MS-Profilen eine Methode zur Identifizierung von Zigarettensorten und -herstellern gestalten lässt.

Das Projekt wird gemeinsam mit folgenden Mitarbeitern des Instituts für Rechtsmedizin Bern (Schweiz) durchgeführt: Dr. Werner Bernhard(Projektleitung beim IRM BE) und Dr. Beat Aebi. Die unten aufgeführten Zuwendungen beziehen sich ausschließlich auf den für Institut für Rechtsmedizin der Charité entfallenden Anteil.

Projektziele
(Deutsch)
Die Untersuchungen werden an einer repräsentativen Auswahl handelsüblicher Zigarettensorten (mind. 25) vorgenommen, die das gesamte Spektrum des Produktsortiments hinsichtlich der Hersteller, möglicher Zusatzstoffe und Zigarettentypen (z. B. light, parfümiert, filterlos etc.) erfassen.
Abstract
(Deutsch)

Schweizer Zigaretten können bei der Herstellung bis zu 25% Zusatzstoffe zugesetzt werden, welche möglicherweise die Abhängigkeit fördern und die Schädlichkeit der Zigaretten erhöhen. Ziel dieser Arbeit war es, die verwendeten Zusatzstoffe zu identifizieren und die Wirkung hinsichtlich ihrer toxikologischen und die Abhängigkeit fördernder Effekte auszuwerten.

Es wurden 32 Schweizer Zigarettensorten, vier Marken aus bis zu 8 verschiedenen Herkunftsländern, fünf Rohtabake sowie eine zusatzstofffreie Referenzzigarette analysiert. Unter Verwendung der kombinierten Methode der Festphasenmikoextraktion und der Gaschromatographie - Massenspektrometrie (HS-SPME / GC-MS) konnte eine Methode für hoch- und mittelflüchtige Substanzen entwickelt werden, mit der insgesamt 48 verschiedene Substanzen identifiziert wurden, darunter Aromastoffe, Konservierungsmittel und Lösungsmittel.

Die Quantifizierung einiger dieser Substanzen ergab u.a. erhöhte Konzentrationen an Menthol in Nichtmenthol-Zigaretten (0,02-13,3 µg/g), 2-Ethyl-1-hexanol (0,06-12 µg/g), und Benzylalkohol (6,6-40,8 µg/g), welche durch Zusatz erreicht wurden. Menthol ist problematisch, da es den Nikotinabbau verzögert und im Atemtrakt das Inhalieren angenehmer erscheinen lassen kann. Nikotin und seine Begleitalkaloide (z.B. Nornikotin, Anabasin, Anatabin) wurden mittels HS-SPME / GC-MS in 32 Schweizer Zigaretten und 20 deutschen Zigaretten quantifiziert. Die Konzentrationen, die für Nikotin (13,1-27,7 mg/g) und seine Begleitalkaloide in Zigaretten ermittelt wurden, sprechen nicht für einen Zusatz von Alkaloiden zu Zigaretten.

Es ist bekannt, dass basische Substanzen als Zusatz benutzt werden, um den Tabakrauch zu alkalisieren und damit die Menge an frei verfügbarem Nikotin zu erhöhen. Deshalb wurden die Zigaretten auf Ammoniak und Harnstoff mittels einer ammoniakselektiven

Elektrode untersucht. Als Ergebnis wurden 0,11-3,7 mg/g Ammoniak und 0,01-0,37 mg/g Harnstoff in Zigaretten bestimmt. Ein Zusatz von Ammoniumsalzen zu Zigaretten gilt oberhalb einer Konzentration von 1 mg/g als wahrscheinlich. Ein Zusatz von Harnstoff zu den untersuchten Zigaretten konnte nicht nachgewiesen werden. Nach Auswertung der Literatur bezüglich toxischer Effekte von Zigarettenzusatzstoffen folgt, dass die Zusatzstoffe selbst sowie deren Pyrolyseprodukte die schädliche Wirkung von Zigaretten verstärken.

Im Ergebnis wird festgehalten, dass durch die verbreitete Mentholzugabe und die erhöhte Ammoniumkonzentration die Rauchinhalation und das Abhängigkeitspotential der Zigarette beeinflusst werden. Weitere Untersuchungen sollten unternommen und die dabei ermittelten Konzentrationen sollten auf der Basis festzulegender Grenzwerte bewertet werden.

 

Ergänzung 2009:
Im zweiten Teil der Studie (publiziert 2009, siehe unten) wurden zusätzliche Rohtabake untersucht, um zusätzliche Vergleichsdaten für Zigaretten mit Zusätzen zu erhalten. Es wurden auch neue Methoden für den Nachweis der bei den meisten Zigaretten verwendeten komplexen Zusatzstoffgemische wie Kakao, Lakritz und Pfefferminzöl entwickelt.

Zugehörige Dokumente
Abstract
(Französisch)
Zugehörige Dokumente
Abstract
(Italienisch)
Zugehörige Dokumente
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

-Publikation des Berichts
-Möglichkeit von Vollzugsprogrammen in Kantonen
-Einbezug für zukünftige Revision der Tabakverordnung im Bereich erlaubte Stoffe (Zusatzstoffe)

Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Zugehörige Dokumente