1. Zusammenfassung
Die nachhaltige, multifunktionale Nutzung von Bäumen und Wäldern, Biodiversitätserhaltung, die Analyse von Landnutzungsystemen, Agroforstwirtschaft sowie partizipative Ansätze für die Waldbewirtschaftung sind nur einige der Lehrinhalte, welche die Gruppe für Wald und Entwicklung an der ETH seit 1986 vermittelt. – Die Entwicklung eines nachhaltigen Waldmanagements im Kontext von Bevölkerungswachstum, Brennholzkrise und landwirtschaftlicher Expansion sind die Brennpunkte Forschung der Gruppe für Wald und Entwicklung an der ETH, durch die sie zusammen mit Partnern in Madagaskar und Kirgisien kontinuierlich Themen- und Fachwissen aufbaut und aktualisiert. Die Forschung der Gruppe ist zu einem hohen Anteil durch Drittmittel finanziert.
Wälder und Bäume sind von zentraler Bedeutung für die menschliche Wohlfahrt: Holz ist die Hauptenergiequelle vieler Menschen in Ländern mit tiefem Bruttosozialprodukt. Es ist wesentlich für die Zubereitung bekömmlicher Nahrung und Gewährleistung einer minimalen Hygiene. Als Baustoff und Konstruktionsstoff ist Holz für die Mehrheit der Stadt- und Landbewohner nicht wegzudenken; Nichtholzprodukte wie Wildfleisch, Früchte, Wildgemüse, Wurzeln und Pilze ergänzen eine häufig sehr einseitige Nahrung (Eiweisse, Ballaststoffe und Vitamine) und sind für Millionen die einzigen erschwinglichen Behandlungsmittel und Medikamente im Krankheitsfall. Fällt die Wasser-, Boden-, Klima-, Biodiversitätsschutzfunktion des Walde aus, bleibt armen Landleuten oft nur die Flucht aus einer feindlich gewordenen Umwelt.
Die Sektion NRU beabsichtigt, die Ausbildungskomponente „Wald in der EZA“ im Departement D-UWIS durch die Gruppe zu erhalten und an neue Bedürfnisse der internationalen Zusammenarbeit im Waldsektor anzupassen. Deren vorwiegend technisch- wissenschaftlich orientierte Beratungsfunktion bezüglich Wald und Landschafts-Management im Bereich Fach- und Themenwissen zu bewahren und auszubauen. Die operationellen Einheiten sowie weitere externe Partner der DEZA, die Waldprojekte umsetzen, in Forschung oder Poltikberatung tätig sind, sollen durch dieses Mandat direkt auf bewährtes und neues Wissen, auf eine umfassende und aktualisierte Dokumentation zurückgreifen können und mit der Gruppe und diversen ETH-Kontaktpersonen Rücksprache nehmen können. Das Mandat umfasst die folgenden zwei Arbeitslinien:
A) Auslagerung (Organisation und Koordination von Umwelt-und Waldpraktika in der EZA, Ausbildung und Anpassung der Lehrinhalte „Wald und EZA“, Betreuung von Studierenden)
B) Backstopping (Beratungstätigkeit, Forschung, Mitarbeit in Arbeitsgruppen, Networking, Koordination der Gruppe mit anderen EZA-Institutionen an der ETH und mit anderen CH-Ausbildungstätten für Waldberufe)
Ein Steuerungskomitee bestehend aus dem Mandatsleiter (Leiter der Gruppe für Wald und Entwicklung), seiner/m Assistenten/In und dem fürs Mandat verantwortlichen Programmbeauftragten, trifft sich halbjährlich, um den Fortschritt des Mandates zu bewerten und das nächste halbe Jahr zu planen. Grundlagen fürs Monitoring sind ein jährlicher Arbeitsbericht und eine Jahresplanung. Der Finanzrahmen für die zweite Phase beträgt 345’000 Franken.