Abstract
(English)
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Stand der Arbeit zur schweizerischen Untersuchung im Rahmen des Projekts E-TOUR Das Pilot- und Demonstrationsprojekt E-TOUR hat zum Ziel den sinnvollen Einsatz der zweirädrigen Elektrofahrzeuge (E-Bikes und E-Scooter) im Alltag und den Stellenwert der zweirädrigen LEM als Element in zukunftsorientierten, umweltschonenden Mobilitätskonzepten aufzuzeigen. Methode: Für die Erfassung des Mobilitätsverhaltens werden verschieden Methoden, welche im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen die beste Resultate versprachen ausgewählt: Mobilitätsprotokoll 1 & 2 (vor und nach dem LEM-Kauf), Fragebogen 1 & 2 (Fahrleistungen aller Fahrzeuge im HH), persönliches Einzelinterview 1, 2 & 3. Mit dieser Methode wurde bewusst zwei Betrachtungseinheiten einbezogen: Die Fahrleistungserhebung gibt Auskunft über die Entwicklung der Fahrleistungen aller Fahrzeuge im Haushalt. Das Mobilitätsprotokoll erlaubt Aussagen zur Anzahl Wege, zu ihrer Länge und Dauer sowie zum Zweck der Wege und zur Verkehrsmittelwahl bezüglich derjenigen Person, die das LEM am häufigsten benutzt. Im Moment sind hier nur qualitative Aussagen möglich, die Erhebung hat vorderhand explorativen Charakter. Mit einem Set von Hypothesen wird versucht, die Wirkungen des LEM-Kaufs auf das Mobilitätsverhalen umfassend zu beschreiben. Diese Hypthesen werden periodisch angepasst und gemeinsam in der Forschungskommission diskutiert. Durchgeführte Arbeiten im Jahr 2001 Im Rahmen des Grossversuchs mit LEM führte die IKAÖ im Jahr 2001 in den folgenden Partnergemeinden Mobilitätsuntersuchungen durch: Wohlen/ BE, Muttenz und Riehen. Rund 30 Mobilitätsprotokolle und 40 Interviews vor dem LEM-Kauf wurden durchgeführt. Am 31.12.2001 standen 29 vollständige Dossiers für dei Auswertung zur Verfügung. In Basel Stadt lief ab April 2000 die Aktion 'Die bessere Mobilität'. 400 E-Bikes wurden innert 4 Monaten an Privatpersonen mit Wohnsitz Kanton Basel-Stadt vergünstigt abgegeben. Die KäuferInnen verpflichteten sich zudem zum Bezug von Solarstrom für für das E-Bike. Aus der Untersuchung Basel-Stadt stehen bereits 54 vollständige Dossieres zur Verfügung. 34 Mobilitätsprotokolle nach dem LEM-Kauf sowie Nach-Interview sind ende Dezember 2001 noch ausstehend. Im Rahmen der Schlussarbeit zum Grossversuch mit LEM in Mendrisio haben wir mit den Projektpartnern einen Zwischenbericht zu den Auswirkungen der LEM auf das Mobilitätsverhalten verfasst. Dieser Zwischenbericht ist Bestandteil der CD-ROM 'VEL Mendrisio 1995-2001'. Für diesen Zwischenbericht wurden 18 LEM-Haushalte der Partnergemeinden ausgewertet.
Im Januar und im Dezember 2001 konnten wir der 2te und 3te Newsletter (auf deutsch und italiensich) an alle LEM-Faherer und Fahrerinnen versenden. Im März 2001 ist der erste europäische Zwischenbericht (Progress report No 1) auf englisch erschienen.
Erste Ergebnisse per 31. 12.2001: Von 18 LEM-Haushalten der Partnergemeinden sind die Fahrleistungen aus der Zeit vor und nach dem LEM-Kauf vorhanden. Nicht ganz die Hälfte der Befragten ist im Besitz eines Peugoet Scoot'elec; die resltichen besitzen ein E-Bike (Modell Flyer). Für alle Haushalte ist das LEM ein zusätzliches Fahrzeug. 37.5% der untersuchten LEM-Haushalte verzeichnen eine Zunahme der Gesamtfahrleistungen, sie fahren aber weniger mit den herkömmlichen Fahrzeugen. 25% fahren insgesamt mehr und auch mehr km mit dem herkömmlichen Fahrzeug. 37.5% erbringen eine kleinere Gesamtfahrleistung und fahren auch weniger km mit dem herkömmlichen Fahrzeug. Hier fallen mehrere Extremwerte auf. In diesen Fällen handelt es sich um Haushalte, bei denen z.B. eine Person neu eine Arbeitstätigkeit aufgenommen hat oder ein neues Auto gekauft wurde. Insgesamt fahren 75% der LEM-Haushalte weniger mit den herkömmlichen Fahrzeugen. Mittelwerte der jährlichen Fahrleistungen: In den Partnergemeinden fahren die Haushalte vor dem LEM-Kauf durchschnittlich 12'700 km/Jahr mit herkömmlichen Fahrzeugen. Nach dem LEM-Kauf ist eine Zunahme von 21.6% der Fahrleistungen der herkömmlichen Fahrzeugen festzustellen. Diese Zunahme ist jedoch nicht signifikant. Mit den 2-rädrigen LEM, vor allem mit E-Bikes, werden jährlich rund 3'000 km zurückgelegt. Eine nicht signifikante Zunahme von 45,3% der Gesamtfahrleistungen wird notiert Die Untersuchung der Fahrleistungen der 2-rädrigen LEM-Haushalte zeigt, dass die Gesamtfahrleistung der Haushalte (herkömmliche Fahrzeuge und LEM) nach dem LEM-Kauf nicht signifikant steigt. Ob die Fahrleistungen der herkömmlichen Fahrzeuge nach dem LEM-Kauf steigen oder gleich bleiben, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht abschliessend nachweisen. Die laufende Untersuchung im Rahmen des Projekts E-TOUR wird im Jahr 2002/3 eine klarere Antwort auf diese Frage liefern. Diese Datensammlung wird repräsentativer und somit aussagekräftiger sein. Jährliche Fahrleistungen nach Haushalten mit bzw. ohne Änderungen der Rahmenbedingungen Die folgenden Auswertungen unterscheiden zwischen Haushalten mit und ohne Änderungen der äusseren Rahmenbedingungen nach dem LEM-Kauf. Beim Interview nach dem LEM-Kauf werden die LEM-Besitzer gefragt, ob in der Zeitspanne vor und nach dem LEM-Kauf Veränderungen der persönlichen Rahmenbedingungen stattgefunden haben. Die LEM-Besitzer gaben mannigfaltige Veränderungen an: Änderungen bezüglich des Arbeits- und Wohnortes, der Erwerbstätigkeit der Haushaltsmitglieder, der Anzahl der Fahrausweisbesitzer in einer Familie, des Besitzes von ÖV-Abonnementen, der Anzahl Haushaltsmitglieder, etc. Diese Änderungen sind sehr verschieden und müssen bei der Interpretation der Zwischenresultate berücksichtigt werden
In den Partnergemeinden sind 8 Haushalte mit veränderten Rahmenbedingungen untersucht worden. Veränderungen bezüglich Arbeitsort, Arbeitszeiten, Anzahl Haushaltsmitglieder, Neuaufnahme oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit wurden genannt. Es ist eine beträchtliche Zunahme der Fahrleistungen der herkömmlichen Fahrzeuge (rund 50%) und der Gesamtfahrleistugen (knapp 70%) zu verzeichnen. Eine repräsentative Anzahl von Haushalten ohne Rahmenbedingungsveränderungen kann in diesem Sample noch nicht aufgeführt werden.
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