Die sich abzeichnende Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes wird einen verstärkte Konkurrenz zwischen den Elektrizitätsproduzenten bewirken. Damit verbunden ist ein zunehmender Kostendruck, dem die Produzenten mit Outsourcing und Restrukturierungen innerhalb ihrer Organisation begegnen werden. Damit verbunden sind grosse Herausforde-rungen an die Betreiber der Kernkraftwerke aber auch an jede Einzelperson innerhalb der Belegschaft.
Kernkraft werke haben einen hohen Stand an technischer Perfektion erreicht. Vorkomm-nisse in Kernkraftwerken werden immer seltener und die verbleibenden Ereignisse sind anteilmässig immer mehr auf Menschliche Faktoren zurückzuführen. Die Untersuchung solcher Vorkommnisse während den letzten Jahren hat gezeigt, dass Menschliche Fehler wiederum häufig auf Mängel in der unterstützenden Organisation zu suchen sind.
Um die Sicherheit der Kernkraftwerke in der Kommenden Zeit der Veränderungen zu erhalten und zu verbessern, ist es wichtig die Einflussmechanismen einer Organisation auf das Sicherheitsbewusstsein und -verhalten einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kernanlagen zu kennen, zu bewerten und gezielt beeinflussen zu können.
Ziel dieser Concerted Action war die Bestimmung solcher Einflussfaktoren und die Suche und Zusammenstellung von Bewertungsmethoden. Es hat sich gezeigt, dass dazu manche vielversprechende Ansätze existieren, die jedoch unabhängig voneinander verfolgt und verfeinert werden. Im Sinne einer Verbesserung der Synergie sollte dieses Projekt den Stand der Technik aufzeigen und ausweisen, in welchen Teilgebieten allenfalls eine koordi-nierte Forschung notwendig ist.
Am 21./22. Oktober 1999 wurden die Resultate des Projekts am Workshop in Madrid einem grösseren Publikum (Betreiber, Behörden, Forschungsstellen) präsentiert und diskutiert. Das hohe Interesse der Teilnehmer deutete auf die Wichtigkeit des Themas hin, und immer wieder wurde auf das Bedürfnis nach einfachen Methoden zur Selbstbewertung von Organi-sationen und auch zur Bewertung durch externe Stellen hingewiesen. Die Resultate des Workshops sind in den Schlussbericht des Projekts eingeflossen (Die Berichte des Projekts sind unter
http://www.vtt.fi/aut/tau/projects/orfa.htm abrufbar).
Das ORFA-Projekt ergänzt in idealer Weise ein Projekt der OECD/Nuclear Energy Agency, welches bereits 1997 von der OECD/NEA unter der Federführung der HSK begonnen und im Februar 1999 mit einem ersten Bericht (Nuclear Safety NEA/CSNI/R(98)17) vorläufig abgeschlossen wurde.