Abstract
(Deutsch)
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Mit dem Projekt SAMIME werden verschiedene Ziele angestrebt: (1) Festlegung der notwendigen Massnahmen zur Beherrschung schwerer Unfälle in einem Kernkraftwerk (im Englischen: Severe Acci-dent Management - SAM) und zur Linderung deren Konsequenzen, (2) Konsensfindung innerhalb der europäischen Ländern mit einem Nuklearprogramm über notwendige SAM-Massnahmen und (3) Fest-legung von eventuell noch notwendigen Abklärungen/Forschungen auf dem Gebiet der SAM-Massnahmen. Das Projekt wurde im Rahmen des EU-Forschungsprogramms 'Fission' als sogenannte Concerted Action (CA) durchgeführt. Die CA umfasste drei Workshops, von denen die letzten beiden in dieser Berichtsperiode durchgeführt wurden. Die wichtigsten Resultate sind:
SAM Status In den meisten Partnerländern ist eine Methode zur Beherrschung schwerer Störfälle eingeführt wor-den, entweder aufgrund einer Initiative der Industrie oder aufgrund behördlicher Anfor-derungen. Dabei wurden unterschiedliche Methoden an-gewandt; Umfang und Detaillierung sind dabei recht verschieden. In einigen Fällen wurden die vorhandenen Störfallvor-schriften erweitert, um auch schwere Unfälle abzudecken, oder es wurde in den Vorschriften das Vorgehen zur Wiederherstellung ausgefal-le-ner Sicher-heitsfunk-tionen festgehalten, wieder andere Länder entwickelten spezielle SAM-Anweisungen. Die meisten Anlagen amerikanischer Bauart verwenden die generischen Methoden, die in den USA entwickelt wurden.
Konsens über Unfallsbeherrschungsmassnahmen Die Projektpartner entwickelten einen Konsens über SAM-Richtlinien (eng. SAM Gui-dance, SAMG). Die Partner waren sich einig, dass die SAM-Richtlinien nach einer klar konzipierten Strategie aufgebaut sein müssen, basierend auf einer gut definierten technischen Basis. Das im Ereignisfall involvierte Per-sonal soll klar definierte Verantwortung übernehmen. Dafür ist eine gute Ausbildung und es sind regel-mässige Übungen notwendig. Aufgrund des komplexen Ablaufs eines Kernschmelzunfalls sollen die SAM-Richtlinien symptomorientiert aufgebaut sein und nicht ereignisorientiert. Es ist dabei wichtig, dass mit den SAMG der gesamte Unfallablauf vom auslösenden Ereignis bis zur möglichen Freisetzung ra-dioaktiver Stoffe nach aussen behandelt werden. Dabei kann selbstverständlich auf existierende Stör-fallvorschriften im Bereich der Auslegungsstörfälle zurückgegriffen werden. Es ist dann wichtig, den Übergang von diesen Störfallvorschriften zu den eigentlichen SAMG klar zu regeln. Aufgrund der Er-kenntnisse bei der Entwicklung der SAM-Richtlinien sind auch Anlageverbesserungen denkbar.
Künftige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Aufgrund der komplexen physikalisch/chemischen Prozesse, die bei einem Kernschmelzunfall ablau-fen, bleiben die Kenntnisse zu den einzelnen Unfallphänomenen begrenzt. Die Forschung soll sich in Zukunft deshalb vermehrt auf Unfallsbeherrschungs-massnahmen kon-zentrie-ren und zwar auf denje-nigen, die risiko-relevant sind. Forschungsarbeiten rein zum Verständnis komplexer Vorgänge sollen nicht (mehr) der Schwerpunkt bilden. Die Projektpartner diskutierten und verwendeten Kriterien um sinnvol-le For-schungsschwerpunkte zu definieren. Die Ergebnisse dieser Diskussionen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Weitere Forschung-sauf-ga-ben sollen sich konzentrieren auf die Kühlbar-keit der Kernschmelze, auf das Versagen und die Ver-sagensart des Reaktor-druck-behälters, auf die Wech-sel-wirkung Schmelze-Wasser (z.B. Dampfexplosio-nen), die Wechsel-wir-kung Schmelze-Be-ton, auf lokale Wasserstoff-verbrennungen, auf die Rückhal-tung von Spalt-pro-dukten in Was-servor-lagen, sowie auf die Weiterentwicklung störfallfester Instrumentierungen.
Zur Zeit wird der Endbericht vom Projektkoordinator erstellt.
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