Partners and International Organizations
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CTTB (F), QSM (D), CTCV (P), Pottel.KBP (B), ILCA (I)
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Abstract
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In Klimaregionen, in denen Dachziegel Frosteinwirkungen ausgesetzt sein können, ist die Frost- Tau- Wechsel- Beständigkeit von Dachziegeln wesentliches Qualitätsmerkmal für deren Verwendung. Die massgebenden Einflussfaktoren dafür sind: · Lokale Klimabedingungen (Niederschlag, Feuchte, Frost- Tau- Wechsel) · Porenaufbau und Zugfestigkeit des Ziegelscherbens (Wasseraufnahme und Austrock-nung, Ausgleichsporenraum und Materialwiderstand bei Eisbildung) · Fertigungsbedingte Imperfektionen, Texturen, im Materialgefüge Im Rahmen der CEN- Normung, an der die Schweiz vertraglich beteiligt ist, konnten sich die Mitgliedsstaaten, aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbedingungen und Erfahrungen mit Simulationstests im Labor, bisher nicht auf ein einheitliches Frostprüfverfahren für Dachzie-gel einigen. Nach vorangegangenen Labor- Ringversuchen wird daher eine zweite Untersu-chungsphase durchgeführt, in der zunächst im Naturversuch klimabedingte Parameter und eventuelle Schadensphänomene festgestellt und verglichen werden sollen; (Freibewitterung an Dachziegeln aus identischen Fertigungslosen an fünf klimatisch sehr unterschiedlichen Standorten bei geometrisch vergleichbaren Testdächern mit gleichen Messanordnungen, Messauswertungen und Beurteilungskriterien). Dazu werden lokale Kli-madaten, Temperaturen im Innern und an den Oberflächen von Messziegeln zu jedem Prüflos mittels Messfühlern und Dataloggern automatisch festgehalten. Periodisch werden daneben die jeweilige Wasseraufnahme an entsprechenden Messziegeln gravimetrisch überprüft sowie Änderungen der dynamischen Steifigkeit mittels Ultraschallmessung und allfällige Frostschäden durch visuelle Beobachtung festgestellt. Die Ergebnisse werden in den beteiligten Instituten nach einheitlichen Kriterien ausgewertet und in CEN TC 128 / SC 3, Working group on frost testing, zusammengefasst und Korrelati-onen zu den bisherigen Labortests ermittelt. Im Jahr 2002 sind die internationale Zusam-menfassung mit Schlussbericht und die einheitliche Frostprüfnorm vorgesehen.
Im Berichtsjahr 2001 hat das p+f Sursee Prüf- und Forschungsinstitut, VSZ, folgende Pro-jektleistungen erbracht: · Durchführung systematischer automatisierter Temperaturmessungen in der Wintersaisi-on 2000/2001 und vom 15.10. bis 30.11.01 an 30 Messstellen im Testdachaufbau der Versuchsstation Melchtal für die Kategorie 'voralpines Klima' bei einer Meereshöhe von ca. 1000 m. · Aufzeichnung lokaler Klimadaten in der Wintersaision 2000/2001 und vom 15.10. bis 30.11.01 mittels einer kompakten Messstation , die ca. 1.0 m oberhalb des Firstes des Testdaches aufgebaut ist und über einen integrierten Datenlogger verfügt, der perio-disch per PC und Datenleitung abgelesen wird. · Periodische gravimetrische Bestimmung der Massenänderung infolge klimabedingt un-terschiedlicher Wasseraufnahme (Wassersättigung) von je zwei Messziegeln an ge-samthaft neuen Testlosen aus sechs Herstellerländern in der Wintersaision 2000/2001 und vom 15.10. bis 30.11.01. Dazu werden die Messziegel im Abstand von ca. einer Woche aus der Dacheindeckung entnommen, von äusserlich anhaftendem Wasser, Schnee bzw. Eis befrei, gewogen und anschliessend vorsichtig wieder eingebaut. In Zeiträumen mit sehr hoher Schneeüberdeckung bzw. sehr starker Eisbildung wird auf einzelne Messungen verzichtet, um Zerstörungen an den Messziegeln beim Ausbau zu vermeiden. In diesen Zeiträumen unterliegen die Ziegel auch nur geringen Sättigungs-änderungen. · Sichtbeurteilung allfälliger Frostschäden an den ausgelegten Ziegellosen mit fotografi-scher und textlicher Dokumentation der Befunde der Wintersaison 2000/2001. · Ultraschallmessungen als Indikatoren für eine zerstörungsfreie Bestimmung noch nicht sichtbarer Gefügeschädigungen · Ergebnisauswertungen zu den Freilandmessungen erfolgen hinsichtlich der Anzahl von Frost- Tau -Wechsel (FTW)-Zyklen, der Abkühlungs- bzw. Auftaugeschwindigkeiten beim Eintritt bzw. Verlassen des zugehörigen FTW-Zyklus und jeweils interpolierter zu-gehöriger Sättigungsgrade der Ziegel. · An diversen Koordinationstreffen im Berichtsjahr wurden die Ergebnisse der Datenaus-wertung aller beteiligten Institute besprochen, interpretiert und zusammengefasst. Ein wichtiger Punkt dieser Treffen bestand darin, die Resultate der Laborversuche in den Prüfinstituten QsM (BRD) und CTTB (F) für die neue Frostprüfnorm zu analysieren und einen Entwurf für eine pan-europäische Forstprüfnorm zu erarbeiten und dem Subcom-mittee 3 des TC 128 vorzulegen und so das Projekt abzuschliessen. Die letzte Sitzung in Rahmen dieses Projektes wurde im Jahre 2002 abgehalten.
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