Abstract
(Englisch)
|
Das gesamte Projekt wurde in diesem Frühjahr abgeschlossen. Die geplanten Auswertungen konnten weitgehend beendet werden. Zur Klärung einiger noch offener methodischer Fragen dienten die beiden Workshops in Pisa (März 2000) und Santorini (Oktober 2000). Dabei ging es vor allem um zwei recht schwierige theoretische Fragen: a) Die meta-analytische Mittelung mehrdimensionaler Effektschätzer und die meta-analytische Berechnung durchschnittlicher Dosis-Wirkungsbeziehungen. b) Die Abschätzung von Harvestingeffekten (Anteil der durch die Luftverschmutzung induzierten Todesfälle, welche nur kurzfristig vorverlagert werden und somit von beschränkter gesundheitspolitischer Bedeutung sind) Schweizerischerseits sind die Auswertungen über Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung und Mortalität bzw. respiratorischen Spitaleinweisungen in Zürich, Basel und Genf abgeschlossen worden. Dieses Jahr wurden die wichtigsten Schweizer Resultate in einem Vortrag an der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für innere Medizin zusammenfassend präsentiert ( mit dem Novartis-Preis für die zweitbeste Präsentation ausgezeichnet) und inzwischen in 2 Manuskripten zusammengefasst und beschrieben worden, die kurz vor der Einreichung stehen . Die Grundauswertungen der kardiovaskulären Spitaleinweisungen wurden letzten Sommer und Herbst durchgeführt. Deren Resultate sind in einem dritten Manuskript zusammengefasst, welches den Charakter eines Berichts aufweist. Die kardiovaskulären Spitaleinweisungen wurden entsprechend dem APHEA-Protokoll in folgende Kategorien unterteilt: a) alle kardialen Einweisungen, b) kardiale Einweisungen der über 65 Jährigen, Einweisungen wegen ischämischer Herzkrankheiten bei den über 65 Jährigen (c) und bei den unter 65 Jährigen (d), Einweisungen bei den über 65 Jährigen wegen Hirnschlag (e), wegen Herzinsuffizienz (f) und wegen Arrhythmien (g). Hier haben sich allerdings mit wenigen Ausnahmen keine signifikanten positiven Beziehungen zu den primären Luftschadstoffen NO2, TSP und CO ergeben. Andererseits wurden fast durchwegs negative Assoziationen mit Sommer-Ozon beobachtet. Obwohl die Schweizer Mortalitätdaten wegen der zu geringen Fallzahlen nicht in die zentrale Auswertung über Harvestingeffekte einbezogen wurden, haben wir die Daten über die Gesamtmortalität von Zürich und Basel provisorisch hinsichtlich dieser Fragestellung ausgewertet. Dabei haben wir eine selbst entwickelte Methode angewandt, welche möglicherweise bereits bei geringeren Fallzahlen brauchbare Resultate liefern kann. Diese Ergebnisse weisen in die gleiche Richtung wie die entsprechenden Resultate für die grossen APHEA-Zentren (London, Paris, Athen, Rom, Madrid, Stockholm, Prag, Warschau, Budapest und Tel Aviv). Auch in der Schweiz scheinen demnach einzelne Todesfälle infolge kurzfristig erhöhter Luftschadstoffwerte Personen zu betreffen, die sonst mindestens einen Monat oder sogar zwei bis drei Monate länger gelebt hätten.
|