Résumé des résultats (Abstract)
(Allemand)
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Die ersten zertifizierten Schweizer Passivhäuser befinden sich in Nebikon (Kanton Luzern) in einer Reihenhaussiedlung, gebaut in qualitätsgeprüfter Holzrahmenbauweise. Die Häuser wurden im Frühling 1999 in der Werkhalle gefertigt, im Sommer 1999 auf dem Bauplatz montiert (sowie endausgebaut) und Mitte November 1999 in Betrieb genommen. Die fünf Wohneinheiten (zwei Eckhäuser, drei Mittelhäuser) bilden eine zusammenhängende volumetrische Einheit, ohwohl die einzelnen Teilgebäude zu Gunsten der Bewohnerindividualität in leichtem Versatz zueinander stehen. Die beheizten, dem eigentlichen Wohnen dienenden Räume verteilen sich auf zwei Geschosse, das Kellergeschoss ist unbeheizt und kann nur von aussen erreicht werden. Jede Wohnung hat einen inneren Erschliessungskern, in dem sämtliche Medien (Zu- und Abwasser, Zu- und Abluft, Strom) sowie die innere Erschliessung (Treppe) koordiniert und kompakt geführt sind. Die Zu- und Wegführung erfolgt über die Technikräume im Kellergeschoss, das energetisch betrachtet die Funktion einer Pufferzone wahrnimmt. Durch diesen Konzeptansatz ist es möglich, die Aussenhaut (bis zu 38 cm Wärmedämmung) vollkommen durchdringungsfrei zu halten. Die Haustüren sind mit Vakuumdämmplatten wärmegedämmt, die Fensterlösung (U=0.85 W/m2K) wurde speziell konzipiert: der Rahmen wird durch die vorgezogenen Wandelemente gegen Kälteverlust abgeschirmt, und die Verglasung (U=0.5 W/m2K) ist eine Spezialentwicklung für diese Siedlung. Durch den geringen Bedarf an Heizleistung und Heizwärmeenergie (Qh=12.6 kW) ergeben sich einfachste haustechnische Installationen. Ein aktives Heizsystem ist nicht notwendig. Die Belüftung der Wohnung erfolgt über eine kompakte Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Jedes Zimmer wird mit Frischluft versorgt, welche vor dem Eintritt ins Haus über ein Erd-Luftregister vorgewärmt wird (im Normalbetrieb beträgt die Frischluftmenge 160 m3/h pro Haus). Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe, als Nutzungstemperatur gilt 55 Grad C. Bei der Auswahl der elektrischen Geräte wurde speziell auf einen niedrigen Strombedarf geachtet. Bei einer Fläche von 122.5 m2 pro Haus beträgt der jährliche Elektro-Energieverbrauch pro Haus 18.6 kWh/m2. Nebst den theoretischen Berechnungen waren die praktischen Messungen (z.B. Dichtigkeitstest mittels Über- und Unterdruck, Strömungsgeschwindigkeiten, Temperaturverläufe) wichtiger Bestandteil des Projektes. In mehreren Phasen wurden zudem Messreihen in bewohntem und unbewohntem Zustand aufgenommen und untereinander querverglichen. Die Nutzerbefragungen waren ebenfalls Teil der Auswertung. Dabei fällt auf, wie viele positive Reaktionen bezüglich Raumklima, Raum- und Wohngefühl abgegeben wurden. Die geringen Unterschiede von Luft- und Raumoberflächentemperaturen aus den Messungen bestätigen sich auch im subjektiven Empfinden als sehr wichtige Grundlage für das Wohlbefinden der Bewohner. Die äusserst geringen Luftgeschwindigkeiten (v>3cm/sec) der Wohnungslüftung liegen markant unter jener Grenze, die von Menschen als störend empfunden werden (10 cm/sec.). Auch die Luftqualität (Frische, Pollen- und Staubfreiheit) wird als sehr positiv beurteilt.
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