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Forschungsstelle
BLV
Projektnummer
2.26.01
Projekttitel
Wühlen wollen und können – Motivationale Grundlagen und praktische Ermöglichung des Wühlverhaltens bei Hausschweinen

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Zielerreichung
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Erfasste Texte


KategorieText
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Hausschweine zeigen wie Wildschweine ein ausgeprägtes Wühlverhalten, sofern die Haltungsumwelt entsprechende Möglichkeiten bietet. Dieses Verhalten tritt bereits in der ersten Lebenswoche auf (Petersen, 1994). Beobachtungsstudien unter naturnahen oder Freilandbedingungen zeigen, dass Schweine etwa 20 % ihrer täglichen Aktivitätszeit mit Wühlen verbringen (Stolba & Wood-Gush, 1989; Petersen, 1994, Stäbler et al., 2022).

Kommerzielle Haltungssysteme unterscheiden sich dabei grundlegend von den Umweltbedingungen, unter denen sich Schweine evolutiv entwickelt haben. Schweine, die unter den Minimalanforderungen gehalten werden, leben auf Teilspaltenböden ohne Einstreu. Solche Systeme ermöglichen kein Wühlverhalten. Bezüglich Beschäftigungsmaterial schreibt die Schweizer TSchV nur vor, dass die Schweine jederzeit Zugang zu Beschäftigungsmaterial haben müssen, welches kaubar, benagbar, fressbar und nicht toxisch ist (Art. 44 TSchV; Art. 24 Nutz- und HaustierV). Darunter fallen auch Strohpresswürfel und Weichholz, welche dem Wühlverhalten nicht gerecht werden. Unklar bleibt, ob Stroh ausreicht, um das Bedürfnis nach Wühlen zu befriedigen. Eine eigene erste Studie deutet darauf hin, dass es möglicherweise nicht ausreicht und erdähnlichere Substrate im Vorteil sind (Lopez et al., 2024). Schweine in reizarmen Umwelten zeigen daher vermehrt buchten- oder objektgerichtete Manipulationen, die als umgelenktes exploratives Verhalten interpretiert werden können (Kelly et al., 2000; Zwicker et al., 2013). Auch Schwanzbeissen ist ein weit verbreitetes Problem in der Schweinehaltung (Schröder-Petersen and Simonssen, 2001), welches unter anderem in Zusammenhang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen steht.

Zusammenfassend stellt das Wühlen eine zentrale, artspezifische Form der Umweltinteraktion bei Schweinen dar, die sowohl im Kontext des Nahrungserwerbs als auch der Exploration gezeigt wird. Bisher ist unklar, wie stark die Motivation zur Ausübung des Wühlverhaltens ist, durch welche Reize (z. B. Futter- und Substrateigenschaften) sie moduliert wird und in welchem Ausmass das Wühlverhalten langfristig befriedigt werden kann, um positive emotionale Rückkopplungen und damit ein hohes Tierwohlniveau zu erreichen. Zudem fehlt in der Praxis noch die Erfahrung im Umgang mit Wühlarealen, insbesondere dazu wie die Sauberkeit verbessert werden kann (wenn die Tiere die Funktionsbereiche nicht wie vorgesehn nutzen) und dadurch die Umsetzung erhöht werden kann.

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist es, eine Datengrundlage zu schaffen, die es erlaubt, den Art. 24 der Nutz- und HaustierV zu überarbeiten und Anforderungen an Beschäftigungsmaterial hinsichtlich Wühlbarkeit zu stellen. Dies würde zur Folge haben, dass Beschäftigungsmaterialien wie ein Strohpresswürfel nicht mehr als alleiniges Beschäftigungsmaterial in der Schweinehaltung eingesetzt werden dürfte. Andererseits sollen auch praxisnahe Empfehlungen zum Management von Wühlarealen in der Schweinehaltung ausgearbeitet werden. So wird das Projekt dazu beitragen, dass die Verhaltensbedürfnisse von Schweinen in der kommerziellen Haltung besser befriedigt werden können
Projektziele
(Deutsch)

Ziel dieses Projekts ist es, das Wühlverhalten, die Substratpräferenzen und die Wühlmotivation von Schweinen bei unterschiedlichen Substratangeboten (Stroh, Kompost) zu untersuchen und abzuschätzen, wie die aktuellen Minimalanforderungen hinsichtlich Beschäftigungsmaterial (Art. 24 Nutz- und HaustierV: Strohpresswürfel, Weichholz) diesem Verhalten gerecht werden. Zudem sollen praxisnahe Empfehlungen zur tiergerechten Gestaltung und Optimierung von Wühlarealen in der praktischen Schweinehaltung ausgearbeitet werden.

Das Projekt ist in drei Arbeitspakten (AP) unterteilt:

AP1 «Wühlpräferenz»: Untersuchung der Präferenz für die Beschäftigung mit verschiedenen Substraten (Stroh und Kompost) mit und ohne Zusatz von Futter im Vergleich zu Minimalanforderungen (Strohpresswürfel)

AP2 «Wühlmotivation»: Untersuchung der Wühlmotivation von Schweinen und wie verschiedene Substrate (Stroh, Kompost, Weichholz) diese Motivation langfristig befriedigen können

AP3 «Wühlareale»: Untersuchung von Wühlarealen in der Praxis hinsichtlich Nutzung und Verbesserung der Sauberkeit. 

Zielerreichung
(Deutsch)
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