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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
UTF 760.10.25
Projekttitel
Bestimmung von DNA aus der Luft mit Hilfe von DNAir-Samplern für das Biodiversitätsmonitoring

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Ergebnisse gemäss Vertrag
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Umwelt-DNA, automatisiertes Monitoring, Sensortechnologie, Metabarcoding, Biodiversitätsüberwachung
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Gängige Methoden für das Monitoring der Biodiversität basieren auf arbeitsintensiver Feldarbeit, die teuer und zeitaufwändig ist und die Erkennung einzelner Arten durch taxonomische Expertise erfordert. Die Messung von Umwelt-DNA (eDNA: environmental DNA) ist eine Alternative, kommt bisher jedoch fast ausschliesslich in Wasser- oder Bodenproben zum Einsatz. Der Fokus auf diese Umweltkompartimente beschränkt die Einsatzfähigkeit und verhindert ein flächendeckendes, automatisiertes Monitoring in terrestrischen Ökosystemen. Auch aus diesen Gründen ist die Datenlage zur Biodiversität immer noch spärlich und dementsprechend das Risiko weiter hoch, dass seltene oder invasive Arten zu spät entdeckt werden.

Eine Alternative ist die Messung von Umwelt-DNA in der Luft. Die Firma DNAir hat eine eDNA-Sensortechnologie mit programmierbaren Mechanismen entwickelt und zum Patent angemeldet. Die Luftsammler können bis zu 30 Tage lang autonom und ohne Eingriff kontinuierlich eDNA-Proben sammeln. Die modularen, luftdichten Filterstapeln verhindern Kontaminationen und gewährleisten die Erhaltung und Integrität der Proben für Laboranalysen. Darüber hinaus hat DNAir eine kompakte manuelle und portable Version des Probenehmers mit denselben Filter- und Lüfterkomponenten entwickelt, die einen flexibleren Einsatz an mehreren Standorten ermöglicht. Mit dieser Sensortechnologie werden genetische Fragmente aus der Umwelt gesammelt. Mittels Metabarcoding werden die Proben über breite taxonomische Gruppen hinweg identifiziert, die in detaillierte Biodiversitätsdatensätze digitalisiert und zur Erstellung von Biodiversitätsanalysen für Endnutzer verwendet werden können. Das ermöglicht eine hochfrequente Biodiversitätsüberwachung als Basis für Entscheide von Politik oder Management.

In diesem Pilotprojekt soll die Technologie im Vergleich und in Zusammenarbeit mit bestehenden Biodiversitätsmonitoring-Programmen (BDM, ALL-EMA, WBS) oder mit InfoSpecies validiert werden. Dafür werden Probenahme-Stationen definiert, an denen bereits Biodiversitätsmonitoring-Messungen stattfinden Im Herbst 2025 werden an zehn Standorten insgesamt 20 manuelle Einzelprobennehmer eingesetzt: An fünf Standorten werden je drei Geräte installiert, um lokale Schwankungen der Luft-DNA-Erfassung zu untersuchen und so die optimale Platzierung von Probenahmegeräten zukünftig besser steuern zu können. An fünf weiteren Standorten wird je ein Gerät installiert, um zusätzliche Vergleichsflächen für die Evaluation mit bestehenden Monitoringprogrammen zu beproben. Im Frühling 2026 werden an den zuerst intensiver untersuchten fünf Standorten jeweils eine vollständig autonome DNAir-Sensorstation (Multi-Sampler) installiert, während die restlichen fünf Standorte weiterhin mit je einem Einzelprobennehmer beprobt werden. Anschliessend wird die DNA extrahiert und alle Proben mit einem Metabarcoding über die fünf taxonomischen Gruppen Pflanzen, Pilze, Insekten, Wirbeltiere und Bakterien versehen.

Ergebnisse gemäss Vertrag
(Deutsch)
  1. Fertigstellung der Prototypen und Vorbereitung der Feldversuche:
    Mögliche Testparzellen sind in Zusammenarbeit mit BDM, ALL-EMA und WBS ausgewählt. Die Zusammenarbeit mit diesen Organisationen ist geregelt und die notwendigen Vereinbarungen unterzeichnet. Eine erste Serie der autonomen DNAir-Sensorstation von 5 Stück ist einsatzbereit und unter Feldbedingungen getestet. Phase 1
  2. Feldversuche und Probennahme/ -verarbeitung:
    Manuelle Sampler und vollständig autonome DNAir-Sensorstationen (Multi-Sampler) sind an den ausgewählten Standorten installiert. Die eDNA aus den Proben der zwei Sammelkampagnen (Herbst 2025 und Frühjahr 2026) ist im Labor sequenziert. Eine erste Verarbeitung der Daten hat stattgefunden und für jeden Standort liegt eine umfassende Artenlisten über alle fünf taxonomischen Gruppen vor. Phase 2
  3. Detaillierte Datenanalyse und Verbreitung der Resultate:
    Eine detaillierte Analyse vergleicht die Resultate aus der eDNA in der Luft mit herkömmlichen Überwachungsmethoden, einschließlich Kostenschätzungen, Nachweisstärken und -einschränkungen sowie anwendungsfallspezifische Erkenntnisse (z. B. Nachweis invasiver Arten). Das Dashboard für die Darstellung der Ergebnisse zur Biodiversitätsanalyse und die Berichterstattung für Interessegruppen ist fertiggestellt. Phase 3
  4. Ein Schlussbericht mit Darstellung der Ergebnisse aus 3.1 bis 3.3 und dem weiteren Vorgehen ist redigiert und dem BAFU abgegeben. Der Bericht gibt zudem Auskunft zur erfolgten Zielgruppenansprache (zukünftige Nutzer der Innovation), den Massnahmen zur Verbreitung der Ergebnisse und zur Markteinführung der Geräte sowie zu den erwarteten Entwicklungen bis in 5 Jahren.
  5. Textbausteine, Illustrationen und mindestens 3 Fotografien
    (genauere Angaben s. Beilage 3) für die Verwendung in öffentlichen Publikationen sind bereitgestellt und dem BAFU abgegeben.
  6. Eine Präsentation der Ergebnisse mit entsprechender Power-Point Darstellung wird am Schluss des Projektes für interessierte Personen aus dem BAFU durchgeführt.
Projektziele
(Deutsch)
Die Funktionstüchtigkeit sowohl der automatisierten wie der manuellen Sampler und der nachfolgenden Prozessschritte (Analyse, Digitalisierung, Darstellung der Resultate) ist für unterschiedliche Bedingungen nachgewiesen. Die gesammelten Daten sind mit den Datensätzen verglichen, die an diesen Standorten bereits im Rahmen von bestehenden Monitoringprogrammen (BDM, ALL-EMA, WBS, InfoSpecies) erhoben wurden. Ein Dashboard für die nutzerfreundliche Darstellung der Ergebnisse steht zur Verfügung.