Beim Schreddern von Altautos fällt der sogenannte RESH (RE für Reststoffe und SH für shredder), ein Gemisch aus Kunststoff, Textilien, Glassplittern und kleinen Metallstücken, an.
RESH macht etwa 20 % des Autogewichtes aus und wird derzeit direkt in KVAs in der Schweiz oder im Ausland thermisch verwertet. Bei dieser Behandlung gehen die im RESH vorhandenen Metalle größtenteils verloren; fein verteilt können sie kaum aus der Schlacke zurückgewonnen werden.
Neben den Metallen, die recycelt werden können, enthält der RESH auch noch einen erheblichen Anteil an Mineralien (Glassplitter) und einen Anteil an kohlenstoffbasiertem Material (Kunststoffe, Textilien, usw.). Grensol plant die drei erwähnten Fraktionen möglichst effizient rückzugewinnen: In einem ersten Schritt sollen die Metalle und Mineralien zurückgewonnen und in einem zweiten Schritt soll mittels Photolyse aus dem übrigen, hauptsächlich, kohlenstoffbasierten Material Wasserstoff und industriell nutzbaren Ruß gewonnen werden.
Grensol hat bereits erste Arbeiten bezüglich der Metallrück- und der Mineralrückgewinnung aus RESH realisiert. Für die Entwicklung der Photolyse-Technologie haben sie einen Innosuisse-Zuschuss erhalten und nun arbeiten sie derzeit an der Skalierung der Technologie in Yverdon-les-Bains. Dieses Projekt betrifft hauptsächlich die Mineralrückgewinnung. Um die Schweizer Zementindustrie zu dekarbonisieren, werden alternative, zementartige Materialien benötigt. Die mineralische Fraktion von RESH könnte ein solcher Kandidat sein. Grensol schlägt vor, die mineralischen Teile (hauptsächlich Glas) vom restliche RESH zu trennen und danach weiter zu zerkleinern. Nach diesem Schritt verbleiben jedoch kleine Metallstücke auf dem Glas, sodass ein weiterer Prozessschritt erforderlich ist: Mittels Ultraschalles sollen die Metallpartikel von den Glaspartikeln gelöst werden. Nach der Ultraschallbehandlung erfolgt dann eine Schweretrennung, um die beiden Fraktionen (Metall- und Mineralfraktion) effektiv zu trennen. Die in Laborversuchen so aufbereitete Mineralfraktion hält die Grenzwerte der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) für die Metalle Cd, Hg und Ti, ein, aber nicht für Sb und As. Daher sind weitere Arbeiten erforderlich, damit die Mineralfraktion in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden darf und als alternatives, zementartiges Material zu einem Baustoff verarbeitet werden kann.