Die Firma UpGrain AG hat zusammen mit der Brauerei Locher ein Verfahren entwickelt, bei dem aus dem Nebenstrom des Biertrebers verschiedene Produkte gewonnen werden. Die so gewonnenen Proteine weisen auch gegenüber pflanzlichen Proteinen eine geringere Treibhausgasbelastung auf, weil die Belastung aus der Primärproduktion entfällt. 2023 wurde die erste Anlage bei der Brauerei Locher in Betrieb genommen. Einzelne Produkte aus den zurückgewonnenen Gerstenproteine und -fasern sind bereits im Handel erhältlich. UpGrain verkauft die Anlage und Technologie für das Biertreber-Recycling, entwickelt und vertreibt aber auch die Produkte aus den zurückgewonnenen Bestandteilen. Damit der Prozess möglichst nachhaltig ist, erfolgt die Trocknung des Trebers mechanisch. Dabei fallen grosse Mengen an Presswasser an – allein bei der Brauerei Locher 35'000 l /Tag. Dessen CSB (Chemischer Sauerstoff-Bedarf) -Wert als Mass für die organische Belastung ist zu hoch für die direkte Einleitung in die Kanalisation oder um in einer Biogasanlage vergärt zu werden.
Deshalb kann die Anlage für das Biertreber Upcycling zurzeit nur in Teillast betrieben werden. Die Presswasseraufbereitung ist damit ein Knackpunkt im ganzen Prozess, gleichzeitig aber ein weiterer Nebenstrom, dessen Inhaltsstoffe in einem nächsten Schritt verwertet werden könnten In diesem Projekt soll ein Verfahren zur Abtrennung der Feststoffe aus dem Presswasser entwickelt werden. In Vorversuchen hat sich die Kombination aus Sedimentation (z.B. Zentrifugation) mit einer anschliessenden Membranfiltration als erfolgversprechend gezeigt. Neben der geeigneten Kombination von Trennoperationen müssen auch die optimalen Prozessparameter gefunden werden, um einen stabilen und ökonomischen Trennprozess zu gewährleisten. Mit der Gruppe «Lebensmittelprozesstechnologie und Innovation» der Berner Fachhochschule wird ein in diesem Bereich erfahrener Partner aus der Forschung beigezogen.