Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Zur Lösung der anstehenden Verkehrsprobleme (z.B. Freizeitverkehr, Agglomerationsverkehr, Güterverkehr, etc.) müssen neben klassischen Lösungsmöglichkeiten (z.B. infrastrukturelle, ökonomische und rechtliche Massnahmen) vermehrt auch technische Innovationen als Optionen berücksichtigt werden, deren Wirkungen in der Regel sehr komplex sind. Für die Beurteilung von technischen Innovationen und Optionen im Rahmen von Problemlösungsprozessen im Verkehr fehlen heute in der Schweiz Erfahrungen mit Verfahren (Ablauf, Prozesse) und Methoden des TA.
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Abstract
(Deutsch)
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Aufbauend auf der 1999 abgeschossenen Vorstudie zu Technology Assessment im Verkehrswesen werden in der vorliegenden Studie verfahrens- und methodische Aspekte vertieft. Die Hauptelemente der Untersuchung sind: " einen Rahmen für das im Verkehrswesen noch wenig bekannte Instrument Technology Assessment zu entwickeln, " diesen an drei konkreten Fallbeispielen anzuwenden und aufgrund der Erfahrungen aus den Fallstudien zu ergänzen und " Empfehlungen für die Durchführung von TA-Projekten im Verkehrsbereich abzuleiten.
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für die Durchführung von TA-Studien
" Für die Einschätzung des TA-Bedarfs für eine verkehrliche Fragestellung und die Charakterisierung einer TA-Studie wird die Verwendung des im Rahmen der Untersuchung entwickelten Themenprofil-Rasters empfohlen.
" Die in den Fallstudien (Zutrittssystemen in Agglomerationen unter Einschluss des Lieferverkehrs, Tagesausflugsverkehr im Wintertourismus sowie Video-Enforcement im Strassenverkehr) eingesetzten Verfahren und Methoden (Morphologischer Kasten, Szenariotechnik, Fokusgruppen, EAS Workshop, Runder Tisch, etc.) haben sich grundsätzlich bewährt. Insbesondere die durchgeführten partizipativen Verfahren haben wesentliche zusätzliche Erkenntnisse bezüglich Lösungsausgestaltung, Chancen und Risiken sowie Akzeptanzprobleme neuer Technologieanwendungen gebracht. Instrumente der Partizipation bringen die Standpunkte der Betroffenen ein (bottom-up) und unterstützen die öffentliche Bewusstseinsbildung in der Verkehrsproblematik. Dieser Prozess ist im Verkehr desto dringlicher, als fast jeder Bürger auch Akteur ist (im Unterschied zu bspw. Gentechnologie).
" Der generelle Ablauf Strukturierung, Analyse, Bewertung hat sich bewährt. Aufgrund der gemachten Erfahrungen werden jedoch am klassischen Ablauf Anpassungen vorgeschlagen, so dass dieser für problem- und technikinduzierte Fragestellungen angewendet werden kann. Aufgrund der Vielfältigkeit von möglichen TA-Untersuchungen im Verkehr ist keine weitere Standardisierung oder gar Normierung zu empfehlen. Dies würde die Flexibilität des TA-Ansatzes und die Fokussierungsmöglichkeit auf Schwerpunkte nur unnötig einschränken.
" Bei TA im Verkehr gibt es keinen methodischen Königsweg. Die offene TA-Zielsetzung sowie die Themen- und Anwendungsbreite verlangen nach einer grossen Methodenvielfalt. Oft kommen in den drei TA-Phasen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Die verwendete Methodik muss im Einzelfall unter Berücksichtigung der Problemstellung festgelegt werden. Für die Methodenwahl empfehlen wir den in der Studie aufgezeigten Kriterienkatalog. Die verwendeten Methoden müssen bei TA insbesondere auch die Nachvollziehbarkeit und Transparenz gewährleisten. Dies nicht nur für Spezialisten sondern auch für Laien.
" Für TA im Verkehrswesen sind komplexe Systemzusammenhänge, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Partizipation und Wertungsfragen charakteristisch. Vermehrt sollten deshalb folgende Methoden eingesetzt werden:
" Systemanalysen (z.B. Morphologischer Kasten) " Szenario-Technik / Szenarienanalysen " Diffusions-/Markt-/Absatzanalysen " Partizipative Methoden (Fokusgruppen, Szenario Workshop, runder Tisch, etc.) " Fallstudien/Pilotprojekte
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