In diesem forschungsorientierten Vorhaben integriere ich neue technologische Fortschritte in Form von dichten seismischen Arrays und verbesserten Rechenmöglichkeiten mit methodologischen Fortschritten (Oberflächen- und Körperwellentomographien aus dem seismischen Hintergrundrauschen, Bildgebungsverfahren mit Brennfleck und Reflexionsmatrizen). Diese Methoden werden auf geothermischen Kontext angepasst, um die Untergrundstruktur auch bei Vorhandensein einer komplexen Topographie detailliert abzubilden. Wir werden den Untergrund unter Lavey-les-Bains, Schweiz, untersuchen. Lavey-les-Bains beherbergt die heißeste bekannte natürliche geothermische Ressource der Schweiz und war für die Errichtung eines Tiefenhydrothermalkraftwerks vorgesehen. Im Jahr 2022 wurde eine 3 km tiefe Erkundungsbohrung gebohrt, die unerwartet sehr geringe Durchflussraten aufwies, was zu einem Stopp des Projekts führte. Mit den vorgeschlagenen Methoden und ihrer Kombination erwarten wir, ein hochauflösendes Bild der Untergrundstruktur in Lavey-les-Bains zu erhalten, das Aufschluss über das Vorhandensein von Verwerfungen und Flüssigkeitswegen gibt, die weit über den aktuellen Wissensstand hinausgehen. Das Potenzial der Methoden zur geothermischen Erkundung wird sorgfältig bewertet und verglichen. Die erwarteten methodischen Fortschritte werden auch in anderen für die Energiewende relevanten Bereichen von Nutzen sein, beispielsweise bei der Kohlenstoffspeicherung und der Exploration von Mineralien.