Das vorrangige Ziel des Pilot- und Demonstrationsvorhabens AGENS ist die Entwicklung einer innovativen Strategie zur effizienten Erschließung geothermischer Lagerstätten. Konkret soll eine typische Lagerstätte im Oberrheingraben, in der Region Speyer und Schifferstadt, als Modell dienen. Durch diese Strategie sollen sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die gesellschaftliche Akzeptanz geothermischer Projekte gesteigert werden. AGENS verfolgt einen zukunftsweisenden Ansatz: Von einer Hauptbohrung aus werden mehrere Seitenbohrungen abgeteuft, um das Reservoir geomechanisch und hydraulisch zu optimieren. Dadurch können Risiken wie induzierte Seismizität minimiert und die Energiegewinnung maximiert werden. AGENS ist ein Deutsches Verbundprojekt, in dem mehrere Deutsche Forschungsorganisationen und Unternehmen beteiligt sind. Die Gesamtprojektleitung wird durch die Geopfalz GmbH & Co. KG gemacht. Mit CH-AGENS wird der Schweizer Teil abgedeckt.
Relevanz für die Schweiz:
Die in AGENS gewonnenen Erkenntnisse sind von großem Interesse für die Schweiz, insbesondere für Projekte, die sich mit der hydrothermalen Nutzung von Störungszonen befassen. Geo-Energie Suisse AG, die für die Planung der Realisierungsphase im Projekt Riehen verantwortlich ist, könnte dieses Know-how direkt anwenden. Für die Schweiz bietet sich damit eine einzigartige Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. CH-AGENS liefert praxisrelevante Erkenntnisse aus einer wissenschaftlich begleiteten geomechanischen Erkundung und Charakterisierung von Störungszonen, zur bohrtechnischen Umsetzung von Side-Tracks sowie zu Kostensenkungspotenzialen. Diese Erkenntnisse sind auch für andere Projekte in der Schweiz direkt nutzbar.
Gegenseitiger Austausch:
Umgekehrt bringt Geo-Energie Suisse AG das im Rahmen des seismischen Monitorings in Utah FORGE erworbene Know-how in das Projekt AGENS ein. Im Fokus steht hierbei der Umgang mit der Messung induzierter Seismizität mittels neuartiger Glasfasertechnologie und deren Integration in ein Netzwerk konventioneller Geophone.