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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
WHFF 2008.10
Projekttitel
Untersuchungen zur Verwertung von bei Laubholz anfallenden Holzresten

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Holz, Funkrionalität, Innovation, Laubholz
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Die Verarbeitung des Holzes vom Baumstamm zum Endprodukt ist infolge von Sortierungen und spanenden Bearbeitungsschritten stets mit „Verschnitt“, also der Entstehung von Restholz und Holzresten verknüpft. Bereits im Wald erfolgt eine Sortierung der Qualität nach Stamm-, Industrie- und Waldenergieholz. Im Gegensatz zum Stammholz werden Industrie- und Waldenergieholz aufgrund ihrer minderen Qualitäten nicht eingeschnitten, sondern direkt energetisch verwertet (Waldenergieholz) oder in der Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Papierindustrie zerkleinert. Auch bei der Verarbeitung im Sägewerk (Stammholz) entstehen in Abhängigkeit der Einschnittart, des Bearbeitungsganges und Produktes unterschiedliche Mengen und Sortimente an Holzresten. Je nach Art dieser Reste (u. a. Hackschnitzel, Späne, Spreissel) können sie ebenso verschiedenen Anwendungen wie Holzwerkstoffen, Zellstoff oder der Bodenverbesserung zugeführt werden.
Im Gegensatz zum Nadelholz hat sich jedoch die Verwertung von Restholz und Holzresten aus Laubholz auf diese Art und Weise noch nicht etabliert. Hier überwiegt eindeutig die energetische Nutzung. Ungefähr 60 % des geernteten Laubholzes, die qualitativ oftmals eine Einordnung in Industrie- oder sogar Stammholz zulassen würden, werden sogleich energetisch verwertet. Auch im Sägewerk überwiegt die Verwendung der Holzreste als Energiequelle. Hintergründe in der Schweiz sind fehlende Absatzmärkte und eine unvollständige Wertschöpfungskette vom Rundholz zum Halb- oder Endfabrikat. Obwohl die Daten des dritten und aktuellsten Landesforstinventars (LFI) von 2004 bis 2006 eine Vorratssteigerung für Laubholz von 10,4 % bekunden, steckt die Laubholzverarbeitung in einer Krise.
Wichtig wird es zum einen sein, höhere Laubholzanteile als Stamm- und Industrieholz zu verwenden und anderseits geeignete Absatzmärkte für Laubholz wieder aufleben zu lassen bzw. zu schaffen. Eine vermehrte Nutzung von Laubholz ist jedoch erst dann effizient, wenn sich sowohl für Hauptprodukte aus Schnittwaren, als auch für die Nebenprodukte aus Holzresten gewinnbringende industrielle Prozesse abzeichnen. Vor allem in der Schweiz dominiert die energetische Nutzung von Laubholzresten aus dem Sägewerk. Eine Umfrage unter Laubholzsägewerken und –verarbeitern innerhalb der Recherche zeigt, dass stoffliche oder chemische Varianten der Verwertung vermutlich erst bei grösseren Einschnittmengen interessant werden. Würden für Laubholz zusätzliche Absatzmöglichkeiten entwickelt, wären grössere Holzrestmengen und zunehmendes Interesse an einer effizienten Verwertung eine logische Konsequenz des stärkeren Einschnittes. Zahlreiche vergangene und aktuelle Publikationen und Untersuchungen bezeugen die Einsatzmöglichkeit von Laubholzresten besonders für Span- und Faserplatten, weitere Potentiale bieten die stoffliche und chemische Verwertung. Auch die Nutzung als Energieträger ist nicht zu verwerfen und sinnvoll unter Beachtung einer qualitätsgerechten Aufteilung der Laubholzernte.
Holzwerkstoffe: Spanwerkstoffen, insbesondere Spanplatten, werden momentan bis zu einem Anteil von 40 % Laubhölzer beigemengt. Höhere oder reine Anwendungen sind möglich (Klauditz 1952; Klauditz und Buro 1960; Buschbeck et al. 1961; Kehr 1962; Kehr und Schilling 1965a, b; Grigoriou 1981; Vos und Kharazipour 2008) und wurden schon in den 1950er Jahren in Deutschland, der ehemaligen DDR und der Tschechoslowakei produziert. Für Faserwerkstoffe werden nahezu keine Laubhölzer eingesetzt, obwohl sie sich aufgrund ihrer Faserstruktur für den Trockenprozess eignen und normgerechte MDF und HDF realisierbar sind.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Zugehörige Dokumente