Der Verein Reffnet.ch wurde 2014 gegründet, um im Auftrag des Bundes ein Beratungsangebot zur Verbesserung der Effizienz beim Einsatz von materiellen Ressourcen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufzubauen (Reffnet.ch Phase 1: 2014-2018). Der Verein besteht aus Organisationen und Beratungsunternehmen, die im Bereich Ressourceneffizienz tätig sind. Diese Basis wurde unter Reffnet 2.0 auf 28 Mitglieder ausgebaut (Reffnet.ch Phase 2: 2018-2022). Reffnet ist mit je einer Geschäftsstelle in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin vertreten. Die 1. und die 2. Phase wurden bereits mit CHF 4’536'000 bzw. 2'679’970 unterstützt. Auf der Grundlage der bisherigen positiven Erfahrungen, wird das Beratungsprogramm von Reffnet.ch mit dem vorliegenden Projekt für eine 3. Phase finanziert.
Zentrales Angebot bleibt weiterhin die Beratung von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen (Produktion und Dienstleistung). Dafür stehen über 30 Berater aus verschiedenen Fachbereichen zur Verfügung. Die Entlastung der Umwelt durch die vorgesehenen Massnahmen wird nach der Methode der ökologischen Knappheit in UBP (Umweltbelastungspunkte) berechnet. Seit der 2. Phase von Reffnet.ch wird nach der Beratung während 5 Jahren bei den Unternehmen nach dem Stand der Umsetzung der geplanten Massnahmen nachgefragt und so die effektiv realisierte Umweltwirkung ausgewiesen. Beim Abschluss der 2. Phase von Reffnet werden über beide Phasen rund 350 Beratungen stattgefunden haben. Ende 2021 waren innerhalb der 2. Phase 124 Beratungsfälle abgeschlossen mit einer prognostizierten Umweltwirkung von mindestens 130 Mia UBP. Davon wurden 9.2 Mia UBP durch umgesetzte Massnahmen auch realisiert.
Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass einige wenige Beratungsfälle aus der produzierenden Industrie für den allergrössten Teil der Umweltwirkung verantwortlich sind. Im Dienstleistungssektor kommt die Umweltwirkung von Massnahmen v.a. durch die grosse Anzahl Fälle zustande. Deshalb soll in der 3. Phase als neues Angebot für Fälle mit geringerer UBP-Wirkung eine standardisierte, weniger aufwändige Beratung entwickelt und angeboten werden. Das Beratungsprogramm fokussiert weiterhin auf bestimmte Themen und Branchen (z.B. MEM-Industrie, Gastronomie/ Hotellerie, Kreislaufwirtschaft). Zielgruppe bleiben die KMU, aber auch weitere Akteure werden angesprochen. Das Netzwerk soll weiter ausgebaut werden, z.B. durch Partnerschaften und Kooperationen mit Branchenverbänden, grossen Unternehmen und Finanzdienstleistern. Wegen der fehlenden steuerlichen Anreize – im Gegensatz zu jenen im Energiebereich – sind Massnahmen zur Steigerung der materiellen Ressourceneffizienz für die Unternehmen vollständig freiwillig, so dass sie meistens nicht bereit sind Beratungsleistungen in diesem Bereich kostendeckend abzugelten. Um den Eigenfinanzierungsgrad zu erhöhen, werden deshalb neue Angebote entwickelt. Diese bauen u.a. auf den die in den Beratungen gesammelten Daten und Informationen auf, z.B. in Form der Massnahmenabfrage. Reffnet.ch betreibt weiterhin eine eigene Webseite, auf der das Angebot dargestellt und gute Beispiele veröffentlicht werden. Weitere Sensibilisierungs- und Weiterbildungsangebote, z.B. in Form von Webinaren zu bestimmten Themen, sind ebenfalls Teil des Angebotes.
Inzwischen wurde durch das Bundesamt für Energie beschlossen, den Zuschlag für die Durchführung des Beratungsprogramms PEIK zur Steigerung der Energieeffizienz bei KMU an Reffnet.ch zu vergeben. Dies kann zusätzliche Synergien ermöglichen. Eine Abstimmung der beiden Beratungsangebote soll deshalb von Anfang an geprüft und, wo sinnvoll, angestrebt werden.
Das Projekt wurde aufgrund des Beitragsgesuchs vom 18.05.2022 an der Sitzung der Koko UT vom 08.06.2022 genehmigt.