ServicenavigationHauptnavigationTrailKarteikarten


Research unit
FOEN
Project number
UTF 706.26.22
Project title
Reffnet 3.0 (Schweizer Netzwerk zur Verbesserung der Ressourceneffizienz in Unternehmen Phase 3)

Texts for this project

 GermanFrenchItalianEnglish
Key words
Anzeigen
-
-
-
Short description
Anzeigen
-
-
-
Results according to contract
Anzeigen
-
-
-
Project aims
Anzeigen
-
-
-

Inserted texts


CategoryText
Key words
(German)
Ressourceneffizienz, Materialeffizienz, Unternehmen, Beratung, KMU, Wirkungsberechnung, UBP
Short description
(German)

Der Verein Reffnet.ch wurde 2014 gegründet, um im Auftrag des Bundes ein Beratungsangebot zur Verbesserung der Effizienz beim Einsatz von materiellen Ressourcen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufzubauen (Reffnet.ch Phase 1: 2014-2018). Der Verein besteht aus Organisationen und Beratungsunternehmen, die im Bereich Ressourceneffizienz tätig sind. Diese Basis wurde unter Reffnet 2.0 auf 28 Mitglieder ausgebaut (Reffnet.ch Phase 2: 2018-2022). Reffnet ist mit je einer Geschäftsstelle in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin vertreten. Die 1. und die 2. Phase wurden bereits mit CHF 4’536'000 bzw. 2'679’970 unterstützt. Auf der Grundlage der bisherigen positiven Erfahrungen, wird das Beratungsprogramm von Reffnet.ch mit dem vorliegenden Projekt für eine 3. Phase finanziert.

Zentrales Angebot bleibt weiterhin die Beratung von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen (Produktion und Dienstleistung). Dafür stehen über 30 Berater aus verschiedenen Fachbereichen zur Verfügung. Die Entlastung der Umwelt durch die vorgesehenen Massnahmen wird nach der Methode der ökologischen Knappheit in UBP (Umweltbelastungspunkte) berechnet. Seit der 2. Phase von Reffnet.ch wird nach der Beratung während 5 Jahren bei den Unternehmen nach dem Stand der Umsetzung der geplanten Massnahmen nachgefragt und so die effektiv realisierte Umweltwirkung ausgewiesen. Beim Abschluss der 2. Phase von Reffnet werden über beide Phasen rund 350 Beratungen stattgefunden haben. Ende 2021 waren innerhalb der 2. Phase 124 Beratungsfälle abgeschlossen mit einer prognostizierten Umweltwirkung von mindestens 130 Mia UBP. Davon wurden 9.2 Mia UBP durch umgesetzte Massnahmen auch realisiert.

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass einige wenige Beratungsfälle aus der produzierenden Industrie für den allergrössten Teil der Umweltwirkung verantwortlich sind. Im Dienstleistungssektor kommt die Umweltwirkung von Massnahmen v.a. durch die grosse Anzahl Fälle zustande. Deshalb soll in der 3. Phase als neues Angebot für Fälle mit geringerer UBP-Wirkung eine standardisierte, weniger aufwändige Beratung entwickelt und angeboten werden. Das Beratungsprogramm fokussiert weiterhin auf bestimmte Themen und Branchen (z.B. MEM-Industrie, Gastronomie/ Hotellerie, Kreislaufwirtschaft). Zielgruppe bleiben die KMU, aber auch weitere Akteure werden angesprochen. Das Netzwerk soll weiter ausgebaut werden, z.B. durch Partnerschaften und Kooperationen mit Branchenverbänden, grossen Unternehmen und Finanzdienstleistern. Wegen der fehlenden steuerlichen Anreize – im Gegensatz zu jenen im Energiebereich – sind Massnahmen zur Steigerung der materiellen Ressourceneffizienz für die Unternehmen vollständig freiwillig, so dass sie meistens nicht bereit sind Beratungsleistungen in diesem Bereich kostendeckend abzugelten. Um den Eigenfinanzierungsgrad zu erhöhen, werden deshalb neue Angebote entwickelt. Diese bauen u.a. auf den die in den Beratungen gesammelten Daten und Informationen auf, z.B. in Form der Massnahmenabfrage. Reffnet.ch betreibt weiterhin eine eigene Webseite, auf der das Angebot dargestellt und gute Beispiele veröffentlicht werden. Weitere Sensibilisierungs- und Weiterbildungsangebote, z.B. in Form von Webinaren zu bestimmten Themen, sind ebenfalls Teil des Angebotes.

Inzwischen wurde durch das Bundesamt für Energie beschlossen, den Zuschlag für die Durchführung des Beratungsprogramms PEIK zur Steigerung der Energieeffizienz bei KMU an Reffnet.ch zu vergeben. Dies kann zusätzliche Synergien ermöglichen. Eine Abstimmung der beiden Beratungsangebote soll deshalb von Anfang an geprüft und, wo sinnvoll, angestrebt werden.

Das Projekt wurde aufgrund des Beitragsgesuchs vom 18.05.2022 an der Sitzung der Koko UT vom 08.06.2022 genehmigt.

Results according to contract
(German)
  1. AP 1: Projektleitung und –koordination, Angebotsentwicklung, Kommunikation

    Der Verein Reffnet.ch betreibt eine nationale Geschäftsstelle, die einerseits das Sekretariat des Vereins Reffnet.ch und anderseits die nationale Koordinationsstelle für das Projekt Reffnet 3.0 ist. Diese übernimmt insbesondere folgende Aufgaben:

    • Gesamtprojektleitung, insbesondere Organisation, Koordination und Administration der Vereinsaktivitäten und des Projektes Reffnet 3.0
    • Unterstützung der anderen Leistungserbringer. Dazu gehören Qualitätssicherung der Beratung, Organisation der Experten-Weiterbildung, Informationen zur Möglichkeit der Finanzierung von innovativen Pilot- und Demonstrationsprojekte zu Ressourceneffizienz über die Umwelttechnologieförderung
    • Verantwortung für die Berichterstattung (intern und gegenüber Beitragsgeber)

       

    Reffnet ist mit 3 regionalen Koordinationsstellen in der Deutschschweiz, der Romandie und im Tessin vertreten. Diese übernehmen insbesondere folgende Aufgaben:

    • Anlaufstelle für ExpertInnen der jeweiligen Sprachregion (z.B. Aufnahme- und Anerkennungsprozesses, Unterstützung bei Fallbegleitung)
    • Organisation von regionalen Workshops, Seminaren, Networking
    • Mitarbeit bei der nationalen Geschäftsstelle (z.B. bei Übersetzungen, Umfragen, Jahresplanung, Reporting)
    • Mitwirkung im Projektausschuss (PAS)

    Die folgenden Projekte zur Entwicklung von neuen Angeboten aus dem Gesuch wurden genehmigt und sind im Anhang des Gesuches näher beschrieben:

    • «GRI-Matchmaker»: Es werden Grundlagen erarbeitet, die es ermöglichen Reffnet-Beratungen durchzuführen, die für ein Unternehmen die ökologischen Ziele aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI (Global Reporting Initiative) aufnehmen und entsprechende Massnahmen inkl. möglicher Wirkung formulieren. Verschiedene Ansätze werden getestet (Nutzung der GRI-Reportings zur Identifikation von Clustern, fachbereichsübergreifende Begleitung eines Unternehmens durch mehrere Reffnet-Berater, Multiplikation der Lösungsansätze) und entsprechende Pilotberatungen sind durchgeführt.
    • «Massnahmenabfragen»: Auf der Basis der Informationen aus der Datenbank zu den Reffnet-Beratungen sind Massnahmen in generalisierter und anonymisierter Form als Best Practice Beispiele formuliert. Diese können von Unternehmen über passende Filter abgefragt werden. Im Rahmen dieses Projektes wird auch der uneingeschränkte Zugang des BAFU zur Datenbank MIS (siehe AP3) entwickelt, so dass das BAFU anonymisierte Abfragen und Auswertungen selber machen kann.
    • «Einkauf von Push zu Pull»: Verschiedene Grundlagen für die nachhaltige Beschaffung durch Immobilienfirmen oder Verwaltungen sind erarbeitet (z.B. Beschaffungsleitfaden für langlebige Haushaltgeräte). Mind. 10 Beratungen zur nachhaltigen Beschaffung sind durchgeführt.
    • «Innovationspraxiszirkel Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft»: Praxiszirkel zu diesen Themen sind aufgebaut, die Akteure aus der Forschung & Entwicklung, Start-Ups, innovative KMU’s mit der Praxis, d.h. Unternehmen als Nachfrager zusammenbringen und so eine raschere Übernahme von Innovationen in die produzierende Wirtschaft fördern. Dabei werden alle marktreifen Cleantech-Innovationen, die zu Ressourceneffizienz und Umweltschutz beitragen, berücksichtigt.

    Der Bereich Kommunikation und Marketing sensibilisiert für das Thema Ressourceneffizienz und macht das Angebot von Reffnet bekannt. Basis ist das für Reffnet 1.0 erstellte Kommunikationskonzept, das für Reffnet 3.0 aktualisiert wird. Dieser Bereich beinhaltet insbesondere folgende Aufgaben:

    • Aufbereitung von Inhalten (z.B. gute Beispiele für Webseite)
    • Überarbeitung und Betrieb der Webseite inkl. Aktualisierung
    • Aktualisierung von Flyer, Präsentationen etc.
    • Medienarbeit inkl. soziale Medien
    • Aufbau von Kommunikationspartnerschaften
    • Bekanntmachen von Innovationen aus der Umwelttechnologieförderung des BAFU, die für die Ressourceneffizienz in Unternehmen genutzt werden können. Das BAFU stellt Reffnet entsprechende Informationen regelmässig zur Verfügung.

     

    Leistungsnachweis:

    • Jahresbericht, der alljährlich im Februar über das vergangene Jahr Bericht erstattet
    • Webseite und Flyer sind aktualisiert. Weitere Aktivitäten werden im Jahresbericht aufgeführt.
    • Weitere Verbreiterung der Basis des Netzwerkes durch neue Aktiv-Mitglieder aus allen Landesteilen, aber auch durch neue Formen der Mitgliedschaft, z.B. Partnerschaften. Die entsprechenden Angaben werden im Jahresbericht aufgeführt


  2. AP 2: Beratungsprogramm

    Das Angebot der standardisierten Beratungen für Fälle mit geringen UBP-Einsparungen wird entwickelt.  400 Beratungs-Fälle (aufgeteilt in ca. 220 kundenspezifische Beratungen und ca. 180 standardisierte Beratungen) werden durch Reffnet-Experten in verschiedenen Branchen und Themenfeldern bearbeitet. Die zentral und direkt mit der Fallbearbeitung anfallenden Arbeiten (z.B. Abgleich mit den von Reffnet festgesetzten Kriterien, Fallfreigaben) werden erledigt. Die Experten pflegen die verlangten Daten und Informationen im MIS (Management-Informations-System) ein. Die Beratungen bilden die Grundlage für andere Leistungen wie der Entwicklung neuer Angebote.

     

    Leistungsnachweis:

    Anzahl Fälle mit bestätigter Umsetzung (Absichtserklärung). Berichterstattung im Rahmen des Jahresberichts.

     

  3. AP 3: Wirkungsmessung und Monitoring

    Das Monitoring der Reffnet-Beratungsfälle wird im MIS weitergeführt. Die Wirkungsbewertung aus Reffnet 2.0 wird weiterentwickelt und als Angebot für externe Dienstleistungen ausgestaltet. Zentrale Aufgaben sind

    • Anpassung der Wirkungsmessung für die Beratungen bei standardisierten Fällen
    • Durchführung der Wirkungsbewertungen, Plausibilisierung und Monitoring
    • Nachweis der realen Umweltwirkung durch das Umsetzungsmonitoring, als Basis für die Auszahlung eines Leistungsbonus
    • Erhebung der ökonomischen Einsparungen (prognostiziert und realisiert) bei den beratenen Unternehmen

     

    Daneben gehört der Unterhalt des Tools zur Wirkungsberechnung und die Durchführung bzw. Erstellung von Schulungen, Standards und Richtlinien zu den Aufgaben von AP 3.

    Das Tool zur Wirkungsberechnung wird im Rahmen des UTF-Projekts 690.10.22 als Tool mit Branchenfokus weiterentwickelt.

     

    Leistungsnachweis:

    • Ausweis der erzielten Umweltwirkung von Reffnet-Beratungen im Rahmen des Jahresberichts, jährliche Durchführung eines Review-Tages mit dem BAFU, die Berechnungen müssen vollständig nachvollziehbar sein
    • Ausweis der durchgeführten Wirkungsberechnungen als Dienstleistungsangebot für Fälle ausserhalb von Reffnet

    Leistungsbonus:

    1'000 CHF/Mia UBP für reale Umweltwirkung, d.h. effektiv messbare und nachvollziehbare Umweltentlastung, bis zu einem Maximum von 60'000 CHF.

     

  4. AP 4: Audit

    In der 2. Hälfte dieser Projekt-Phase wird im Auftrag des BAFU eine externe Evaluation des Projektes Reffnet durchgeführt.  Reffnet stellt die dafür benötigten Informationen zu Verfügung. Der Aufwand seitens Reffnet (exklusive des allfälligen Aufwands von Beraterinnen und Beratern) im Rahmen des vorliegenden Vertrages beträgt bis zu 60 Stunden.

     

  5. AP 5: Abstimmung mit dem Programm PEIK

    Eine Abstimmung mit dem Beratungsprogramm PEIK wird geprüft und wo sinnvoll angestrebt, so dass Doppelspurigkeiten vermieden, administrative Abläufe optimiert und Synergien erzeugt werden können. Reffnet.ch erstellt bis am Ende 2023 ein Konzept, wo aufgezeigt wird, wie die beiden Beratungsprogramme optimal miteinander verknüpft werden sollen (Definition der Schnittstellen, Potential zur administrativen Effizienzsteigerung, Schritte zur Implementierung, Einbezug der Experten im Prozess, usw.). Für die Begleitung der Konzepterarbeitung wird eine Arbeitsgruppe gebildet mit Vertretern von Reffnet.ch, BAFU und BFE. Im Rahmen von bis zu vier Workshops wird das Konzept erstellt. Der Aufwand seitens Reffnet im Rahmen des vorliegenden Vertrages beträgt bis zu 60 Stunden.

  6. Projektabschluss

    Ein Schlussbericht mit Darstellung der Ergebnisse aus 3.1 bis 3.5 und dem weiteren Vorgehen ist redigiert und dem BAFU abgegeben.

  7. Weitere Leistungen

Bei Bedarf von Seiten BAFU wird Informationsmaterial wie Textbausteine, Illustrationen, Fotografien (genauere Angaben s. Beilage 4) oder Power-Point-Darstellungen für die Verwendung in öffentlichen Publikationen bereitgestellt und auf Nachfrage auch präsentiert. Eine Präsentation der Ergebnisse mit entsprechender Power-Point Darstellung wird am Schluss des Projektes für interessierte Personen aus dem BAFU durchgeführt.

Project aims
(German)

Im Rahmen von Reffnet 3.0 werden mindestens 400 Unternehmen oder Gemeinden bis zur Umsetzungsbestätigung der erarbeiteten Massnahmenpläne beraten. Sie erreichen gesamthaft eine prognostizierte Reduktion der Umweltbelastung von 240 Mia UBP. 60 Mia UBP sind als realisierte Umweltwirkung nachgewiesen. Es werden neue Dienstleistungen entwickelt, um das Angebot zu erweitern und die Eigenleistungen zu erhöhen. Die Weiterentwicklung wird diskutiert und dokumentiert. Im Laufe der Projektdauer wird die Mitglieder-Basis verbreitert und durch neue Formen der Mitgliedschaft ergänzt (z.B. Partnerschaften und Kooperationen). Eine Abstimmung mit dem Beratungsprogramm PEIK wird geprüft und entsprechende Vorschläge werden erarbeitet.