Publications / Results
(German)
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Mit der Öffnung des Elektrizitätsmarktes für den Wettbewerb werden Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit erhalten, ihre Stromversorgung aus einer Vielzahl von Angeboten frei zu wählen. Hierzu bedarf es fundierter Informationen und einer entsprechenden Markttransparenz. Das geplante Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) sieht daher in seinem Artikel 12 die Möglichkeit vor, eine Kennzeichnung von Elektrizität einzuführen.Die vorliegende Studie dokumentiert die Anforderungen und Bedürfnisse von privaten Konsumentinnen und Konsumenten an eine Kennzeichnung von Elektrizität. Die Daten wurden in moderierten Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) mit jeweils 6 bis 8 Teilnehmenden erhoben. Fokusgruppen können insbesondere bei komplexen Sachverhalten qualitative Ergebnisse liefern, welche jedoch nicht im statistischen Sinne verallgemeinert werden dürfen. Im Rahmen der Untersuchung wurden vier Fokusgruppen durchgeführt, davon drei in Bern und eine in Lausanne.Die Untersuchung schliesst sich an eine zuvor im Auftrag des Bundesamtes für Energie durchgeführte Machbarkeitsstudie an, in der die Grundzüge für einKennzeichnungssystem von Elektrizität erarbeitet wurden.Die Fokusgruppen-Erhebung zeigte, dass in einem liberalisierten Strommarkt ein grundsätzlicher Bedarf für eine Kennzeichnung von Elektrizitätsangeboten aus Sicht der KonsumentInnen besteht. Dadurch dass die Kennzeichnung neben ihrer Informationsfunktion noch eine Sensibilisierungswirkung hervorruft, werden nicht nur die Kunden angesprochen, die ohnehin ein verstärktes Interesse in bezug auf die Wahlmöglichkeiten und die Eigenschaften von Stromprodukten entwickeln. Vielmehr können auchVerbraucherInnen sensibilisiert werden, die der Strommarktliberalisierung eher desinteressiert gegenüberstehen bzw. ihre Kaufentscheidung allein anhand des Preises treffen würden.Gleichzeitig ist aber der grundsätzliche Aufklärungsbedarf der Konsument-Innen im Zusammenhang mit der Öffnung des Marktes nicht allein durch die Einführung einer Deklaration zu decken. Hier werden zusätzliche Informationskampagnen sowohl von staatlichen Stellen als auch von Seiten der Konsumentenorganisationen erforderlich sein. Verschiedentlich wurde in den Fokusgruppen auch der Wunsch nach Produktvergleichen und Preistabellen geäussert, die beispielsweise auf dem Internet zur Verfügung stehen.In bezug auf die Kennzeichnung gaben die befragten KonsumentInnen übereinstimmend an, dass sie Informationen über die Erzeugungsart und die Herkunft der Elektrizität sowie zum Preis der Stromversorgung wünschen. Darüber hinaus wurden die Verlässlichkeit der Angaben einer Kennzeichnung und eine unabhängige Kontrolle derselben sowie die Vergleichbarkeit verschiedener Angebote als sehr wichtig beurteilt. Als weitere Elemente einer Produktdeklaration wurden insbesondere in der Fokusgruppe in Lausanne Angaben zu den Vertragsbedingungen und zum Stromanbieter (Name und Firmensitz) gewünscht.Die KonsumentInnen möchten die Informationen über eine Vielzahl von Medien (Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Internet, Broschüren etc.) erhalten, legen jedoch insbesondere in Bern Wert darauf, dass sie nicht ungewünscht mit einer grossen Menge von Papier ?überhäuft? werden. Mehrfach wurde der Wunsch geäussert, die Informationen zur Kennzeichnung entweder mit der Stromrechnung oder auf Anforderung bekannt zu geben. Verschiedene TeilnehmerInnen regten an, dass die Anbieter eine Gratis- Telefonnummer einrichten, über welche man nähere Auskünfte und Informationen zu den Stromprodukten erhalten könne. ...
Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor: EAWAG
Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors: Markard,Jochen
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