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Forschungsstelle
BFE
Projektnummer
38393
Projekttitel
Grenzkosten bei forcierten Energiesparmassnahmen

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Publikationen / Ergebnisse
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Schlussbericht
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
TP0087;F-Energiewirtsch. Grundlagen
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Grenzkosten bei forcierten Energiesparmassnahmen
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Es wurden die Kosten und Nutzen von energetischen Effizienzinvestitionen in Wohngebäuden (ins besondere Wärmeschutz-Investitionen) als Funktion der zunehmenden Energieeffizienz berechnet, und zwar für Neubauten wie auch für Erneuerungen und für Einfamilien- wie auch für Mehrfamilienhäuser. Diese Effizienzinvestitionenumfassen vorwiegend die Gebäudehülle und Lüftungsanlagen und haben zum Ziel, den Heizwärmebedarf der Gebäude sukzessive zu reduzieren, wobei sich der Bereich von der heutigen Erneuerungs - und Neubauweise über den Minergie- bis zum Passivhausstandard (Minergie P in der Schweiz) erstreckt. Die Kosten-Nutzen-Zusammen hänge wurden für die einzelnen Bauteile, individuelle Gebäudekonzepte und die gesamten Schweiz dargestellt, sowohl nach dem Durchschnitts- wie nach dem reinen Grenzkostenansatz (energiewirtschaftliche Ebene). Das Erheben der empirischen Daten (insbesondere der Kosten), war ein integrierter und wichtiger Bestandteil des Projekts. Den Grenzkosten wurde hierauf die Nutzen der vermiedenen Wärmekosten gegenüber gestellt und für einige typische Fälle exemplarisch die sogenannten Co-Benefits, die zum Teil privat oder als Gesellschaft realisiert werden. Zu deren Quantifizierung wurden Methoden entwickelt und für Fallbeispiele angewendet; hinzu kommen die vermiedenen externen Kosten. Die Grenzkosten wurden auch für künftige Zeiträume berechnet, wobei sie gemäss ihrem innovativen Anteil mittels der Methode der Erfahrungskurven (Lern - und Skaleneffekte) dynamisiert wurden. Inhaltlich bleibt festzuhalten, dass das zu erschliessende Energieeffizienzpotential von Wärmeschutzmassnahmen an Gebäuden gross ist, sowohl bei Erneuerungen wie auch bei Neubauten. Dieses Potential liegt zu einem grossen Teil im Bereich der Wirtschaftlichkeit, dies um so mehr, wenn mögliche Risiken der Energiepreissteigerungen, die begleitenden Nutzen (betriebswirtschaftliche Ebene) bzw. die vermiedenen externen Kosten und der Nutzen der induzierten Innovation, zusätzlichen Exportmöglichkeiten miteinbezogen werden.

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
Eidg. Technische Hochschule

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Jakob,Martin
Jochem,Eberhard
Christen,Kurt
Zugehörige Dokumente
Schlussbericht
(Deutsch)
In den energiewirtschaftlichen Debatten wird einerseits immer wieder auf das enorm hohe Energieeffizienzpotential der Raumwärme bei Gebäuden hingewiesen, die in der Schweiz etwa 3 % des Endenergiebedarfs erfordert. Hier werden auch etwa 30 % der energiebedingten CO2-Emissionen freigesetzt, die über viele Jahrzehnte auf einen Bruchteil reduziert werden könnten. Allerdings sind die Erneuerungszeiten bzw. Re-Investitionszeiten von Gebäuden sehr lang. Andererseits wird bei der Frage, wie dieses grosse, aber nur langfristig erschliessbare Potential realisiert werden könne, immer wieder der Eindruck erweckt, dass dies nur mit gewaltigen Zusatzkosten erreicht werden könne und der Staat gar nicht so viele Mittel habe, um hier die nötigen finanziellen Anreize den potentiellen Investoren geben zu können.Diese Arbeit macht den Versuch, diese nie genauer analysierte Kostenbarriere kritisch zu überprüfen. Denn möglicherweise wurden und werden ungeprüfte ökonomische Bewertungen tradiert, die einen selbst verursachten Attentismus perpetuieren. Wenn Mitte der 1970er Jahre in Europa und in der Schweiz die Neubaustandards für den Raumwärmebedarf von Wohngebäuden bei 500 bis 800 MJ/m2 und Jahr lagen und heute bei 200 bis 300 MJ/m2 und Jahr liegen, obwohl die Brennstoffpreise Ende der 1990er Jahre real wieder beim Niveau von 1972, d.h. bei jenem vor der ersten Erdölpreiskrise angelangt sind, dann müssen gewaltige technische Fortschritte und Kostendegressionen stattgefunden haben, die man sich für die vergangenen drei Jahrzehnte kaum bewusst macht und die man für die Zukunft als undenkbar zu halten scheint. Vielleicht, so könnte man vermuten, sind diese Zeithorizonte von Jahrzehnten im Zeitalter der vierteljährlichen Share Holder Value Kassenstürze einfachausserhalb heutiger ökonomischer Bewertungspraxis angesiedelt.Diese Vermutung wird inzwischen von ersten Unternehmen der Wohnungswirtschaft selbst widerlegt. Erste selbst finanzierte Siedlungserneuerungen mit Wärmebedarfswerten zwischen 110 und 250 MJ/m2 und Jahr, wie z. B. in Ludwigshafen in 2001/2002 realisiert, machen deutlich, dass nicht nur der technische Fortschritt bei Wärmedämmung, Lüftungsverlusten und Komfortlüftung nicht stille steht und die Kosten nach unten tendieren, sondern auch der Nutzen der Erneuerungen vielfältig ist, bei eingesparten Energiekosten beginnt und bei Wertsteigerungen und langfristig vermindertem Leerstandsrisiko des Gebäudes und verbesserter Bonität mit geringeren Zinslasten für Fremdkapital endet. Diese gesamthafte ökonomische Bewertung von Erneuerung und nachhaltig erstellten Neubauten, die in diesem Bericht in ersten Ansätzen versucht wurde, dürfte ein wichtiger Schlüssel sein, sich von dem selbst verursachten Attentismus zu befreien und die langfristig grossen Ressourceneinsparpotentiale auch zu realisieren.

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
Eidg. Technische Hochschule

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Jakob,Martin
Jochem,Eberhard
Christen,Kurt
Zugehörige Dokumente