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Forschungsstelle
BFE
Projektnummer
SI/502635
Projekttitel
H2Ind – Zukünftiger Wasserstoffbedarf in der Schweizer Industrie
Projekttitel Englisch
H2Ind – Future Hydrogen need in the Swiss Industry

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Kurzbeschreibung
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Schlussbericht
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Erfasste Texte


KategorieText
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Grüner Wasserstoff, eine CO2-neutrale Energiequelle, wird eine wichtige Rolle im zukünftigen Energiesystem spielen, insbesondere im Bereich Verkehr und Industrie. Es gibt eine Nachfrage in der Industrie für grünen Wasserstoff als Ersatz für den heute genutzten grauen Wasserstoff, der aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. Wasserstoff kann auch als Feedstock für die Herstellung kohlenstoffhaltiger Grundstoffe ohne fossile Rohstoffe verwendet werden. Das vorliegende Projekt untersucht die aktuelle und zukünftige Nachfrage nach H2 in der Schweizer Industrie durch Literaturrecherchen, Datenanalyse und Experteninterviews.

Kurzbeschreibung
(Englisch)
Green hydrogen, a CO2-neutral energy source, will play an important role in the future energy system, especially in transport and industry. There is a demand in industry for green hydrogen as a substitute for grey hydrogen produced from fossil fuels. It can also be used as a feedstock for the production of carbonaceous feedstocks without fossil raw materials. This project investigates the current and future demand for H2 in Swiss industry through literature research, data analysis and expert interviews.
Kurzbeschreibung
(Französisch)
L'hydrogène vert, une source d'énergie neutre en CO2, jouera un rôle important dans le futur système énergétique, notamment dans le domaine des transports et de l'industrie. Il existe une demande de l'industrie pour l'hydrogène vert en remplacement de l'hydrogène gris utilisé aujourd'hui, qui est produit à partir de combustibles fossiles. L'hydrogène peut également être utilisé comme matière première pour la production de matériaux de base carbonés sans recourir aux matières premières fossiles. Le présent projet examine la demande actuelle et future d'H2 dans l'industrie suisse par le biais de recherches bibliographiques, d'analyses de données et d'interviews d'experts.
Schlussbericht
(Deutsch)

In der Schweiz gewinnt Wasserstoff H2 als potenzieller Energieträger zunehmend an Bedeutung, insbesondere als Ersatz für fossile Brennstoffe bei der industriellen Wärmeerzeugung. Diese Studie prognostiziert den zukünftigen Bedarf an grünem Wasserstoff in Schweizer Industrien bis zum Jahr 2050. Der Bedarf wird zwischen 2.4 und 5.4 TWh (72'000 bis 162000 Tonnen H2) liegen. Der Wasserstoff wird hauptsächlich für die Bereitstellung von Prozesswärme und geringfügig, als Prozessgas verwendet werden.

Die Studie nutzt eine Kombination aus Studien und Experteninterviews, um Daten zur Erhebung von Prozessgasen zu validieren und Szenarien für das zukünftige Potenzial von grünem Wasserstoff in der Schweizer Industrie zu entwickeln. Der Bedarf an Wasserstoff als Prozessgas in der Schweiz ist derzeit mit 0.4 TWh (13'000 Tonnen) gering, und Experten prognostizieren keinen signifikanten Anstieg in der Zukunft. Die Schliessung der Raffinerie in Cressier 2044 ist die einzige bedeutende Veränderung in Bezug auf den Wasserstoffbedarf als Prozessgas.

Bezüglich des Brennstoffbedarfs gestaltet sich die Erhebung komplex, da keine spezifischen Daten zum Energieverbrauch nach Temperaturen vorliegen. Es wird ein kombinierter Ansatz aus quantitativen und qualitativen Methoden verwendet, der auf vorhandenen Statistiken und Studien basiert. Diese Daten werden mittels Experteninterviews validiert und Szenarien für das zukünftige Potenzial von grünem Wasserstoff in der Schweizer Industrie erstellt. Zusätzlich werden existierende oder geplante Umsetzungen von grünen Wasserstoffprojekten in der Industrie recherchiert und durch Gespräche mit Betreibern ergänzt.           

Der aktuelle thermische Energieverbrauch der Schweizer Industrie beträgt insgesamt 26 TWh. Es wird angenommen, dass klimafreundliche Technologien fossile Brennstoffe bis zu einer Temperatur von 200°C ersetzen können. Oberhalb von 200°C wird der Einsatz von Brennstoffen wahrscheinlich weiterhin notwendig sein. Daher ist von besonderem Interesse, wie hoch der Anteil des Energieverbrauchs über 200°C ist und in welchen Sektoren er anfällt. Dabei werden drei Industriegruppen identifiziert: Niedertemperaturgruppe mit Prozesswärmebedarf in den Temperaturbereichen unter 200°C. Mitteltemperaturgruppe mit Prozesswärmebedarf zwischen 200°C und 500°C und Hochtemperaturgruppe mit Prozesswärmebedarf von Temperaturen über 500°C: Diese Gruppe umfasst energieintensive Branchen wie Chemie/Pharma, Zement, Mineralien, Nichteisenmetalle, Metalle und teilweise die Metall- und Geräteindustrie. Ihr Wärmeverbrauch liegt bei ca. 15 TWh, wovon 47% durch fossile Energieträger bereitgestellt werden.

Die Abschätzung des zukünftigen Wasserstoffbedarfs erfolgt in dieser Studie unter Berücksichtigung des Prozesswärmebedarfs bis 2050. Der Prozesswärmebedarf wird unter den Annahmen einer unveränderten Industriestruktur, d.h. ohne Abwanderung von Unternehmen, und einer Effizienzsteigerung von 25% bis 2050 auf ca. 17 TWh geschätzt. Abzüglich der bisherigen Nutzung anderer Brennstoffe wie Biomasse und Abfall verbleibt ein noch fossil bereitgestellter Prozesswärmebedarf von 9.4 TWh, der dekarbonisiert werden muss. Bei vollständiger Elektrifizierung der Niedertemperaturindustrie verbleibt ein Restbedarf von ca. 7 TWh in der Mittel- und Hochtemperaturgruppe, die weiterhin fossile Brennstoffe zur Wärmebereitstellung benötigen.         

Der Anteil der Energieerzeugung von 7 TWh, der durch Wasserstoff gedeckt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel den Wasserstoffpreisen, der Technologieentwicklung und der Infrastruktur. Eine Möglichkeit wäre, die derzeitige Gasversorgung von 4 TWh auf grünen Wasserstoff umzustellen und dabei die bestehende Gasnetzinfrastruktur zu nutzen. Ein möglicher Wasserstoffbedarf für die Wärmeversorgung im Jahr 2050 hängt auch vom Anteil alternativer Brennstoffe ab. In dieser Studie wird angenommen, dass dieser Anteil zwischen 25% und 75% liegt, was zu einem Bedarf von 2 bis 5 TWh führt. Zusätzlich werden 0.4 TWh für den Prozessgasbedarf benötigt.

Bei einer künftigen Verfügbarkeit von Wasserstoff in grossen Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen würde das Potenzial über die bisherigen Erwartungen hinausgehen. Die Fallstudien verdeutlichen zudem, dass nicht nur der Temperaturbereich entscheidend ist, sondern auch standortbezogene Gegebenheiten eine Rolle spielen. Daher könnten auch Unternehmen aus den Niedertemperaturgruppen von den Möglichkeiten der Wasserstoffnutzung profitieren, was das Potenzial erhöhen könnte.

Zugehörige Dokumente
Schlussbericht
(Englisch)

In Switzerland, hydrogen (H2) is gaining increasing interest as a potential energy carrier, especially as a substitute for fossil fuels in industrial heat generation. This study forecasts the future demand for green hydrogen in Swiss industry up to the year 2050, which is estimated to be between 2.4 TWh and 5.4 TWh (72’000 to 162’000 tons of H2). Hydrogen will primarily be used to provide process heat and, to a lesser extent, as a process gas.

The study combines a literature review and expert interviews to validate the process gas estimation data and develop scenarios for the future potential of green hydrogen in Swiss industry. Currently, the demand for hydrogen as a process gas in Switzerland is low at 0.4 TWh (13’000 tons), and experts do not expect a significant increase in the future, with the closure of the Cressier refinery in 2044 being the only notable change.

Estimating the future amount as a fuel for process heat is complicated by the lack of specific data on energy consumption by temperature. A combined approach of quantitative and qualitative methods is used, based on existing statistics and studies. In addition, existing or planned implementations of green hydrogen projects in the industry are reviewed.

The current thermal energy consumption of Swiss industry is 26 TWh. Various climate-friendly technologies already exist to replace fossil fuels up to a temperature of 200°C. Above 200°C, fuel use is likely to remain necessary, particularly in energy-intensive sectors such as chemicals/pharmaceuticals, cement, minerals, non-ferrous metals, metals, and partially in the metal and equipment industries.

The estimation of future hydrogen demand in this study considers process heat demand until 2050. Assuming an unchanged industrial structure and an efficiency increase of 25% by 2050, the process heat demand is estimated to be about 17 TWh. After subtracting the current use of other fuels such as biomass and waste, there remains a fossil derived process heat demand of 9.4 TWh that needs to be decarbonized.