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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
B22.07
Projekttitel
Hoftötung von Schweinen und Kleinwiederkäuern

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Abstract
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Hoftötung, Schweine, Kleinwiederkäuer, Stressmessung, mobile Schlachtung
Schlüsselwörter
(Englisch)
Farm killing, pigs, small ruminants, stress measurement, mobile slaughtering
Schlüsselwörter
(Französisch)
Abattage à la ferme, porcs, petits ruminants, mesure du stress, abattage mobile
Schlüsselwörter
(Italienisch)
Abbattimento in azienda, suini, piccoli ruminanti, misurazione dello stress, macellazione mobile
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Das Verladen und Töten von Nutztiere ist mit Stress verbunden, der sich negativ auf das Tierwohl und die Fleischqualität auswirkt. Durch die Hoftötung können diese negativen Effekte verringert werden. Bei den Rindern wurde dazu bereits viel Pionierarbeit geleistet und seit die Hoftötung 2020 erlaubt wurde, werden vermehrt Rinder auf dem Hof getötet. Auch Schweine und Kleinwiederkäuer sind für die Hoftötung zugelassen. Allerdings fehlen dazu notwendige Forschungsergebnisse, um die Umsetzung bezüglich Tierwohl, Management und Wirtschaftlichkeit optimal zu gestalten. Diese sollen innerhalb dieses Projekts erhoben werden. Auf Basis einer Literaturrecherche werden Protokolle erstellt, mit denen die Hoftötung von Schweinen und Kleinwiederkäuern optimal umgesetzt werden kann. Diese Protokolle werden in der Praxis getestet und wenn nötig weiter angepasst. Durch Verhaltensbeobachtungen und die Analysen von Fleisch und Stichblut wird der Stress der Tiere bei der Schlachtung auf dem Hof gemessen. Mobile Schlachteinheiten, welche für die Hoftötung von Rindern genutzt werden, werden für Schweinen und Kleinwiederkäuern angepasst. Die Ergebnisse werden in einem Merkblatt und in einem Film publiziert und es werden Informationsveranstaltungen organisiert. Auch nach Projektabschluss steht das FiBL weiter für Fragen zur Verfügung. Dadurch soll die Hoftötung von Schweinen und Kleinwiederkäuern zunehmend praktiziert werden, mit positiven Effekten für das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe und lokalen Metzgereien.
Abstract
(Deutsch)
Das Verladen und Töten von Nutztieren ist mit Stress verbunden, der sich negativ auf das Tierwohl und die Fleischqualität auswirken kann. Durch die Hoftötung können diese negativen Effekte verrin-gert werden. Für die Rinder wurde dazu bereits viel Pionierarbeit geleistet und seit die Hoftötung 2020 erlaubt wurde, werden vermehrt Rinder auf dem Hof getötet. Auch Schweine und Kleinwieder-käuer sind für die Hoftötung zugelassen. Allerdings fehlen dazu notwendige Erfahrungswerte, um die Umsetzung bezüglich Tierwohl, Management und Wirtschaftlichkeit optimal zu gestalten. Diese werde innerhalb dieses Projekts erhoben.
Innerhalb des Beratungsprojekts zur Hoftötung von Schweinen und Kleinwiederkäuern wurden an 18 Tagen Hoftötungen von Schweinen, an sechs Tagen Hoftötungen von Ziegen und an sieben Tagen Hoftötungen von Schafen dokumentiert. Dabei wurden Daten von 92 Schweinen, 19 Ziegen und 40 Schafen erhoben. An vier Tagen wurden Schweine von den Hoftötungsbetrieben in einen Schlacht-hof begleitet, um die beiden Verfahren vergleichen zu können. Bei Schafen und Ziegen wurde jeweils an einem Morgen eine Datenerhebung im Schlachthof gemacht, bei der dieselben Betriebe beprobt wurden, die auch Hoftötungen durchführen, als Vergleichsmessung. Der Ablauf der Hoftötungen wurde genau erfasst und bei Bedarf adaptiert. Das Verhalten und die Stressphysiologie der Tiere wurden erhoben. Jede Tötung wurde im Anschluss mit den involvierten Personen nachbesprochen. Da diese Diskussionen teilweise sehr viel Gesprächsstoff boten und auch ein reges Interesse an Austausch bestand, wurden am 29. November 2023 und am 28. November 2024 Workshops zum Thema Tierethik mit Schwerpunkt auf Hoftötung mit total 52 Teilnehmenden durchgeführt. Dabei wa-ren Referierende aus den Bereichen Landwirtschaft, Metzgerei, Wissenschaft und Kunst zugegen.
Die Vergleiche mit der Tötung im Schlachthof zeigten, dass die Stressbelastung bei der Hoftötung tiefer ist. Die Begleitung und Dokumentation der Hoftötungen haben im Verlaufe des Projektes zu wesentlichen Anpassungen im Ablauf geführt. So zeigten die Ergebnisse beispielsweise, dass die Tiere vor der Tötung nicht vereinzelt werden sollten oder dass sie bis zur Schlachtung ausreichend gefüttert werden sollen. Zudem hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, dass die Begleittiere bereits bekannt sind und die Infrastruktur ausreichend stabil installiert ist. Im Prozess der Hoftötung von Schafen und Ziegen sind langsame Bewegungen der Begleitpersonen und vorgängige Gewöhnung an die neue Umgebung zentral.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden in Merkblättern für die Praxis (Publikation für Oktober 2025 geplant) und Animationsfilmen (bereits veröffentlicht) publiziert. Weiter wurden die Daten bei einem Webinar für Schafhaltende im Dezember 2024, an der Bio Schweinetagung 2025 sowie dem Treffen des Netzwerks Hoftötung im Februar 2025 präsentiert. Ebenfalls im Februar 2025 wurde ein Artikel zur Hoftötung von Schweinen im Bio Aktuell Magazin veröffentlicht.