Das vierjährige Forschungsprojekt zeigt, dass der Anbau von Winterhanf in der Schweiz grundsätzlich möglich ist, jedoch stark von Standort und Witterung abhängt. Entscheidend für den Erfolg sind eine frühe Saat (ideal-erweise Anfang August) sowie ausreichende Wärme in den ersten Wochen nach der Saat. Späte Saaten oder tiefe Temperaturen führten häufig zu ungenügendem Wachstum, geringer Bodenbedeckung und teilweise zu Totalausfällen.
Die Sorten unterschieden sich weniger stark als erwartet. Futura zeigte über mehrere Jahre ein hohes Bio-massepotenzial und stabile Erträge, während Santhica unter günstigen Bedingungen (z. B. Belp 2025/26) die höchsten Erträge erzielte (bis 21 dt TS/ha). Insgesamt lagen die Erträge jedoch stark unter dem für Wirtschaft-lichkeit nötigen Niveau. Eine Saatdichte von ca. 45 kg/ha erwies sich als praktikabler Kompromiss.
Die Standortunterschiede und das Risko im Anbau können gross sein. Aufgrund von Kälte, Vernässung oder Wildschäden kann es sein, dass kaum verwertbare Erträge erzielt werden. Gute Bodenentwässerung ist zent-ral, da Staunässe das Wachstum stark einschränkt.
Winterhanf zeigte Potenzial für gute Faserqualität (feinere, homogenere Fasern als Sommerhanf), erreichte jedoch geringere Faseranteile (ca. 30–35 %) als in der Literatur erwartet. Die Ernte bleibt eine technische Her-ausforderung, da optimale Röste und geeigneter Feuchtigkeitsgehalt schwer gleichzeitig erreichbar sind.
Ökonomisch ist der Anbau derzeit nicht rentabel: Die erzielten Erträge und aktuellen Preise reichen bei weitem nicht aus, um Kosten zu decken. Für eine wirtschaftliche Nutzung wären höhere Preise, Beiträge oder zusätzli-che Wertschöpfung (z. B. Koppelnutzung) notwendig.