Mikroplastik (MP) gelangt durch Verkehr als Reifenabrieb (RA) und Recycling-Dünger in Böden. Die MP Menge und die Risiken sind allerdings kaum untersucht. RA-Kontaminationen entlang von Kantonsstrassen wurden im Teilprojekt (TP) 1 erfasst. Noch in 10 m Abstand zu den Strassen fanden sich durchschnittlich 30’000 Partikel/kg Boden. Die RA-Menge korrelierte mit Schwermetallen und verschiedenen organischer Verbindungen. Bei RA Zugabe zeigten exponierte Pflanzen bei hohen Konzentrationen im Vergleich zur Kontrolle verringerte Biomasse und Spross N-, sowie erhöhte Zn- und Cu-Konzentrationen. Im Boden veränderten sich die mikrobielle Atmung und Substratnutzung und die Aktivität extrazellulärer Bodenenzyme im C- und N-Kreislauf.
Mit MP belasteter Recyclingdünger kann zu hohen MP Konzentrationen im Boden führen. Daher wurde der MP Eintrag mit Recyclingdüngern im auf Flächen des Recycle4Bio-Projekts untersucht. In diesem Projekt geht es um die agronomische Wirksamkeit von Recyclingdüngern. Im TP2 wurden die MP-Gehalte folgender Versuchsvarianten untersucht: LID (flüssiges Gärgut, anaerob), SD (festes Gärgut, anaerob), SDC- (wie SD aber nachkompostiert) und NON (0-Kontrolle). Aufgrund von Krankheit konnten die Daten noch nicht vollständig ausgewertet werden. Nach bisherigem Stand zeigt sich aber das MP in den aufgebrachten Düngern vorkommt, aber, in den X Jahren der Düngeranwendung, noch keine signifikante Anreicherung im Boden auftreten.
Massnahmen zur Reduzierung von MP Einträgen in die Umwelt sind wichtig für den Erhalt der Bodenqualität, Pflanzenentwicklung und Ertragssicherheit. Weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen von MP sind dringend nötig, insbesondere hinsichtlich der Effekte auf Mikroorganismen und den N-Zyklus. Die Ergebnisse wurden im TP3 mit Forschenden, dem kantonalen Bodenschutz und der Öffentlichkeit geteilt.