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Forschungsstelle
SBFI
Projektnummer
EVAL-2022-02
Projekttitel
Evaluation des CTU-Netzwerks und der Plattformen der Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO)

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Untersuchte staatliche Massnahme
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Gesetzliche Grundlage der Wirksamkeitsüberprüfung
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Executive summary/ Handlungsempfehlung
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Klinische Forschung; Swiss Clinical Trial Organisation; SCTO; Clinical Trial Units; CTU; Forschungsinfrastrukturen; SCTO-Plattformen
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Leitfragen:

I. Bedeutung der Clinical Trial Units aus Sicht der klinischen Forschenden

1. Kennen klinische Forschende in der Schweiz die Dienstleistungen der CTUs? (Bekanntheitsgrad)

2. Wie stark nutzen sie CTUs? (Nutzungsgrad)

3. Für welche Form der Unterstützung nutzen sie sie?

4. Wie zufrieden sind sie mit den Leistungen der lokalen CTU? (Indikatoren: Qualität, Kosten, Effizienz, Kompetenzen, Zeit)

II. Funktion des Clinical Trial Units-Netzwerks für die klinische Forschung

5. Wie sind die Governance und die institutionelle Einbindung der unterschiedlichen CTUs in die Spitäler im Hinblick auf ihre Funktion für klinische Studien zu bewerten?

6. Gibt es nachweisliche Effekte aufgrund der CTU-Dienstleistungen auf die Qualität klinischer Forschungsprojekte? (? SNF-Evaluation)

7. Wie sind die Kooperationen und Abgrenzungen zu anderen Dienstleistungszentren (insbesondere in der pädiatrischen Forschung und in der Industrie, allenfalls auch Onkologie) zu beurteilen?

8. Welches sind die wesentlichen Hürden für eine höhere Nachfrage nach den Dienstleistungen der CTUs?

9. Wie stark fördert die Dachorganisation SCTO nach innen die Zusammenarbeit und Kommunikation als Netzwerk?

10. Wie gut übernimmt die Dachorganisation SCTO nach aussen die Funktion als sichtbare Anlaufstelle für Dritte (inkl. Industrie) zum CTU-Netzwerk?

III. Funktion der SCTO-Plattformen für die klinische Forschung

11. Wie ist die Themenwahl der SCTO-Plattformen im Hinblick auf die Herausforderungen klinischer Forschung zu bewerten?

12. Wie sind die unterschiedlichen Dienstleistungen und Instrumente der SCTO-Plattformen im Hinblick auf die Qualität, Kosten, Effizienz und Kompetenzen der CTUs zu bewerten?

13. Gibt es nachweisliche Effekte aufgrund der Einführung der Plattformen im Hinblick auf die Kompetenzbündelung und Spezialisierung bzw. Profilierung der CTUs?

14. Wie ist die Koordination und Steuerung der Plattformen über relativ allgemein gehaltene Leistungsvereinbarungen zu beurteilen?

15. Wie sind Plattformen als Instrument zum Erarbeiten und Umsetzen von Best Practices zu beurteilen?

Untersuchte staatliche Massnahme
(Deutsch)
Bundesunterstützung der Swiss Clinical Trial Organisation SCTO als Forschungsinfrastruktur von nationaler Bedeutung gemäss Art. 15 Abs. 3 Bst. a FIFG
Gesetzliche Grundlage der Wirksamkeitsüberprüfung
(Deutsch)
Art. 44 FIFG
Executive summary/ Handlungsempfehlung
(Deutsch)
Hintergrund der Evaluation
Die Forschungsinfrastruktur Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO) ist eine der vom Bund geförderten Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung. Sie wurde 2009 vom Schweizer Nationalfonds (SNF) und der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) als Verein gegründet und stellt die Dachorganisation der Clinical Trial Units (CTU) dar. Als zentrale Kooperationsplattform für die klinische Forschung in
der Schweiz hat die SCTO die wichtige Rolle, mit ihren Serviceleistungen einen Beitrag zur Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der klinischen Forschung im Land zu leisten. Ziel der vorliegenden Evaluation ist es, Erkenntnisse und Empfehlungen zur Funktion und Bedeutung des CTUNetzwerks der SCTO sowie der thematischen SCTO-Plattformen zu gewinnen. Die Ergebnisse der Evaluation sollen zur Verbesserung der Unterstützungsleistungen zugunsten der klinischen Forschenden in der Schweiz beitragen. Die Evaluation soll dadurch übergeordnet zur optimalen Weiterentwicklung und Stärkung des Forschungsstandorts Schweiz durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beitragen.

Evaluationsgegenstand und Methodik

Gegenstand der Evaluation ist das CTU-Netzwerk der SCTO sowie die SCTO-Plattformen im Zeitraum von 2017 bis 2020. Zur Beantwortung der Leitfragen wurden mehrere Datenquellen herangezogen. Es wurden (1) vorhandene, quantitative durch den SNF erhobene Befragungsdaten (re-)analysiert, (2) existierende Dokumente ausgewertet und (3) qualitative Interviews mit Expertinnen und Experten geführt. Wo möglich, wurden die Daten einer Triangulation unterzogen, um die Fragen umfassender und valider beantworten zu können.

Ergebnisse und Empfehlungen

Leitfrage I: Bedeutung der CTU-Dienstleistungen für klinisch Forschende
Die Analysen verdeutlichen, dass die Sichtbarkeit und Bekanntheit der Services der CTUs noch verbesserungswürdig sind. Beides könnte durch eine Informationsoffensive an jedem Standort erhöht werden. Daneben könnten für die jeweiligen Institutionen (Spitäler oder Universitäten) auch die Vorgabe an klinisch Forschende zu einer verpflichtenden Einbindung der lokalen CTU bei einer klinischen Studie sinnvoll sein. Auch durch Förderer klinischer Studien könnte die verpflichtende Beteiligung einer CTU als Vorgabe für die Förderung formuliert werden. Ein Ergebnis der Analysen ist auch, dass eine große Mehrheit der Befragten mit den Leistungen und der fachlichen Expertise der lokalen CTU zufrieden ist und die Kooperation als effizient bewertet. Auf der anderen Seite bemängelt etwa die Hälfte der Befragten die Adäquatheit der Kosten. Dies führt zu den folgenden Empfehlungen: Die CTUs können die angesetzten Kosten kritisch überprüfen und Transparenz über die Preisgestaltung schaffen. Die Institutionen, an denen die CTUs angesiedelt sind, könnten prüfen, ob die jeweilige CTU im Sinne einer Grundausstattung finanziell gestärkt werden kann. Bei den (potentiellen) Nutzerinnen und Nutzern der Dienstleistungen könnte das Bewusstsein dafür erhöht werden, dass die Dienstleistungen der CTUs komplex und arbeitsaufwändig sind und zwar ein entsprechender Preis, aber auch ein großer Nutzen damit verbunden ist. Die Kosten für Dienstleistungen einer CTU sollten durch Förderer klinischer Studien möglichst vollständig finanziert werden.

Leitfrage II: Funktion des CTU-Netzwerks in Bezug zu den Herausforderungen klinischer Forschung

Die Interviews ergeben, dass es keinen allgemeingültigen, optimalen Modus der lokalen Anbindung an Universität bzw. Spital gibt. Jedoch könnte die Anbindung der CTU an die jeweilige Universität oder das Spital noch klarer formuliert sein. Auch wenn jede CTU aufgrund lokaler Gegebenheiten unterschiedliche Prozesse etabliert hat, könnte geprüft werden, ob eine Harmonisierung von Prozessen und Anforderungen über alle CTUs hinweg weiter vorangetrieben werden kann. Dadurch würde die Qualität der Leistungen weiter erhöht und auch die Durchführung multizentrischer klinischer Studien erleichtert. Zur verbesserten Steuerung der CTUs und auch der SCTO wird empfohlen, konkrete und prüfbare Ziele pro Jahr zu formulieren. Die Befragten gehen mehrheitlich von einem starken direkten Effekt der CTU-Dienstleistungen auf die Qualität klinischer Forschung aus. Wo möglich könnte versucht werden, diese subjektiven Einschätzungen der interviewten Expertinnen und Experten durch eine valide Erfassung des Qualitätseffekts der CTU-Dienstleistungen zu unterstreichen. Die Kooperationen und Abgrenzungen der SCTO mit dem CTU-Netzwerk zu anderen Dienstleistungszentren stellen sich differenziert dar: Die Kooperationsmöglichkeiten mit SwissPedNet werden von den Befragten als fruchtbar und gut mit den Dienstleistungen der CTUs der SCTO verzahnt angesehen. Dagegen werden Abgrenzungsschwierigkeiten und eine gewissen Konkurrenz zur Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK) gesehen. Es könnte darauf hingewirkt werden, insbesondere mit der SAKK Doppelstrukturen zu vermeiden, um wertvolle Ressourcen zu schonen. Als Hürden für die Nutzung von CTUs werden häufig die Kosten als limitierender Faktor genannt. Ein Kulturwandel könnte dazu beitragen, dass klinisch Forschende ein größeres Bewusstsein für die komplexen Anforderungen klinischer Studien erlangen, welche nicht durch eine Person alleine bewältigt werden können. In den Interviews wird der Dachorganisation SCTO einhellig eine fördernde Rolle für das CTU-Netzwerk zugeschrieben: sie fördere die Zusammenarbeit und Kommunikation unter den Netzwerkpartnerinnen und -partnern. Auch das nach außen gerichtete Auftreten der SCTO als Kontaktstelle für Dritte wird allgemein positiv bewertet.

Leitfrage III: Bewertung der Funktion der SCTO-Plattformen

Die Funktion der SCTO-Plattformen wird von allen Befragten sehr positiv bewertet und ihre thematische Ausrichtung wird übereinstimmend befürwortet. Der Modus der Themenwahl für die SCTO-Plattformen wird als zielführend und funktional bewertet. Auch die Koordination und Steuerung der Plattformen wird als gut eingeschätzt; die Rolle der Liaison Officer wird als funktional und wichtig bewertet. Eine Plattform-übergreifende Schnittstelle könnte dazu beitragen, dass ineinandergreifende Aspekte von Themen, die von einzelnen Plattformen bearbeitet werden, noch besser gemeinsam bearbeitet werden. Mit Blick auf internationale Entwicklungen in der klinischen Forschung könnte überlegt werden, die Einbindung von Patientinnen und Patienten bzw. Bürgerinnen und Bürgern in die Ausgestaltung und Durchführung von klinischen Forschungsprojekten durch die Etablierung einer entsprechenden Plattform noch weiter zu stärken. Von den Interviewten wird außerdem ein proaktiveres Aufgreifen neuer, innovativer Themen angeregt, so dass die SCTO-Plattformen nicht nur auf Themen reagieren, sondern selbst der Motor für neue Themenfelder sind. Die Arbeit der Plattformen wird als effektiv und effizient wahrgenommen; die von den Plattformen erarbeiteten Produkte werden als qualitativ hochwertig eingeschätzt, die sich in den lokalen CTUs umsetzen lassen und damit zu einem Kompetenzgewinn beitragen. Es wird empfohlen, diese auf individuellen Einschätzungen beruhenden positiven Bewertungen auch durch objektivierbare Daten zu unterlegen, um ihre Bedeutung für die Stärkung der klinischen Forschung in der Schweiz herauszustellen bzw. Tätigkeitsfelder mit Verbesserungsbedarf zu identifizieren.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Zugehörige Dokumente