Das Projekt „Régie Rénove“ folgt dem vorherigen BFE-Projekt und der Initiative „Commune Rénove“, baut auf der Rolle des öffentlichen Akteurs auf und erweitert seinen Umfang, um speziell die Rolle der Gebäudeverwaltungsunternehmen bei der Beschleunigung der Entscheidung für energetische Sanierungen zu berücksichtigen. Diese Unternehmen, die in der Regel als Vermittler zwischen Immobilieneigentümern und Mietern fungieren, verfügen über wertvolle Daten zum Energieverbrauch. Trotz ihrer zentralen Stellung wurden sie bei der Förderung energetischer Sanierungen nicht gründlich berücksichtigt. Das Projekt zielt darauf ab, zu verstehen, wie sich Gebäudeverwaltungsunternehmen als Vermittler energetischer Sanierungen positionieren können. Es untersucht, wie sie ihre Daten, ihr Fachwissen und ihre Beziehungen nutzen können, um Sanierungen zu unterstützen und zum Netto-Null-Ziel des Bundesrats bis 2050 beizutragen. Das Hauptziel des Projekts bestand zunächst darin, zu untersuchen, wie Gebäudeverwaltungsunternehmen besser dafür gerüstet werden können, energetische Sanierungen in der gesamten Westschweiz einzuleiten. Nach seinen Ergebnissen formulieren wir das Projektziel jedoch neu, um festzustellen, ob Gebäudeverwaltungsunternehmen im aktuellen Zustand eine Rolle spielen können. Dazu gehört die Bewertung der Daten, die sie derzeit verwalten, ihrer Rolle in Renovierungsprozessen und die Ermittlung der Tools, die sie benötigen, um Möglichkeiten zur energetischen Sanierung zu erkennen. Die Einbindung der Stakeholder, von der Projektgestaltung bis zur Rückmeldung zu den Ergebnissen, wurde als umfassender Ansatz eingesetzt. Die Bewertung wurde mithilfe mehrerer Methoden durchgeführt, zunächst durch die Analyse des Kontexts, einschließlich des Marktes, der Vorschriften und der Methoden der Beratung zur energetischen Sanierung. Zweitens umfasste sie Interviews, Umfragen und das Testen vereinfachter Methoden zur Beratung von energetischen Sanierungen. Eine kritische Herausforderung besteht darin, dass viele Immobilienverwaltungsunternehmen mehr Wissen und Ressourcen benötigen, um sich auf die energetische Sanierung zu konzentrieren, was eine Lücke in der umfassenderen Energiewende darstellt. Das Projekt unterstreicht auch die Bedeutung der Datenqualität und -nutzung. Ein besseres Management der Daten zum Energieverbrauch könnte die Renovierungsbemühungen verbessern und die Energiewende effektiver vorantreiben. Die wichtigsten Ergebnisse des Projekts zeigen, dass Gebäudeverwaltungsunternehmen die energetische Sanierung immer noch nicht in ihren Geschäftsmodellen abdecken. Die Manager warten darauf, dass die Eigentümer danach fragen, und schlagen nicht unbedingt proaktiv einen gebäudewertorientierten Ansatz mit potenziellen energetischen Sanierungen vor. Eine energetische Sanierungsverordnung könnte die Gebäudeverwaltung dazu motivieren, ihre Ressourcen in die energetische Sanierung zu investieren. Ohne solche Regelungen kann die Abhängigkeit von Subventionen und Ad-hoc-Investitionen Sanierungsbemühungen und deren rechtzeitige Ausweitung behindern. Das Projekt weist auch darauf hin, dass aktuelle Geschäftsmodelle im Immobilienmanagement die Integration von Energiedienstleistungen aufgrund empfundener Kosten, unsicherer Erträge und mangelnder Entscheidungsbefugnis oft einschränken. Darüber hinaus sind oft mehr als die von Gebäudemanagern verarbeiteten Daten erforderlich, um energetische Sanierungen effektiv zu steuern, wie etwa Energieverbrauch oder beheizte Stockwerkzahlen. Dies unterstreicht die Bedeutung der Standardisierung der Datenerfassung und der Verwendung von Open-Source-Datenbanken wie dem GWR. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Gebäudemanager nur dann systematisch eine Rolle bei der energetischen Sanierung spielen können, wenn sie auf externe Veränderungen reagieren, die sich auf die Immobilie auswirken. Die Rolle vorbildlicher Gebäudemanager hängt mit einer geringen Marktnachfrage oder persönlicher Ethik zusammen, die wir als unzureichende Hebel bewerten, um mehr Managerinnen systematisch in die Sanierung einzubeziehen. Wir empfehlen einen ganzheitlichen Ansatz für das Energiemanagement mit einer wichtigen Änderung des rechtlichen Kontexts zur Integration der energetischen Sanierung in den Gebäudemanagementbetrieb. Die wichtige Änderung erfordert legale Anforderungen an die energetische Sanierung in der kantonalen Energiegesetzgebung zu erhöhen, einschließlich eines besseren Energiedatenmanagements. Eine formelle Anforderung würde den Sektor dazu drängen, aktuelle Geschäftsmodelle weiter in Richtung energetischer Sanierung zu lenken, was die Nachfrage nach benutzerfreundlichen Entscheidungshilfen und die Förderung der Weiterbildung erhöhen würde. Weiterbildungsfeedback deutet auf Verbesserungspotenzial durch Feedback, Sanierungsmonitoring nach der Ausbildung und Bereitstellung von Checklisten oder Berechnungsbeispielen hin, die der Gebäudemanagementpraxis entsprechen. Das Potenzial, Gebäudemanagementunternehmen als proaktive Treiber der energetischen Sanierung zu positionieren, bleibt ungenutzt. Es wird jedoch hauptsächlich aufgrund des geringen Drucks der Gebäudemanager, ihr aktuelles Geschäftsmodell umzugestalten, und ihrer begrenzten Entscheidungsbefugnis ungenutzt. Ohne stärkeres Interesse von Gebäudeeigentümern oder die Weiterentwicklung der gesetzlichen Sanierungsanforderungen bleibt ein führender Akteur im Entscheidungsprozess ohne Schlüsselrolle, sondern in einer Position ungenutzter Energieinformationen und Kontakte zu Gebäudeeigentümern und -nutzern.