Die Projekte lieferten wertvolle Erkenntnisse zur räumlichen Heterogenität der Wassertemperatur, den erwarteten Auswirkungen des Klimawandels auf die Wassertemperatur in Schweizer Flüssen und den möglichen Folgen für aquatische Lebewesen. Die Ergebnisse der Projekte wurden den kantonalen Fachstellen in Workshops vorgestellt.
1. Simulation der künftigen Wassertemperatur in Schweizer Flüssen
Basierend auf verschiedenen Klimaszenarien für die Schweiz (RCP2.6, RCP4.5, RCP8.5) wurden Simulationen der künftigen Wassertemperaturen in Fliessgewässern für den Zeitraum 2030 bis 2099 erstellt. Simuliert wurde der Anstieg der mittleren Wassertemperatur gegenüber der Referenzperiode 1990 bis 2019 an 82 Stationen des nationalen Temperaturmessnetzes des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Unter Annahme des Szenarios RCP8.5 ergab sich mit plus 3.2 Grad bis zum Jahr 2099 der grösste Anstieg der mittleren Wassertemperatur, wobei in alpinen Einzugsgebieten sogar eine stärkere Zunahme zu erwarten ist. Andere Szenarien ergaben geringere Anstiege der Wassertemperatur. Abschätzungen ergaben mögliche negative Folgen des simulierten Temperaturanstieges für aquatische Organismen, insbesondere für Fische. Die Simulationen sind eine wertvolle Grundlage für die Abschätzung von Folgen des Klimawandels in Gewässern und helfen bei der Planung möglicher Massnahmen.
2. Bestandsaufnahme der räumlichen Temperaturheterogenität
Eine optimierte Methodik zur thermalen Kartographierung von Wassertemperaturen durch Fernerkundung entlang von kleinen und mittleren Fliessgewässern lieferte Datensätze räumlicher Temperaturheterogenitäten für die NAWA-Stationen Emmenmatt (FG Emme) und Gerlafingen (FG Glatt). Die Gewässerabschnitte konnten beurteilt, Kaltwasserrefugien lokalisiert und Erkenntnisse zu ihrer zeitlich wechselnden Ausdehnung erzielt werden. Die Methodik konnte in verschiedenen darauffolgenden kantonalen Projekten erfolgreich eingesetzt werden.