Das Projekt CoPyKu2 untersuchte die Co-Pyrolyse von biogenem Reststoffen mit Kunststoffbelastung zur Herstellung von Pflanzenkohle, um sichere und effiziente Verwertungsmöglichkeiten für solche Stoffströme zu entwickeln. Ziel war es, eine kohlenstoffspeichernde, wirtschaftlich attraktive Alternative zur aktuellen Entsorgung in Kehrrichtverbrennungsanlagen zu schaffen, insbesondere für holzige Siebüberläufe aus Kompostierung und Vergärung in der Schweiz und eine Pflanzenkohle zu erzeugen, die den gesetzlichen Anforderungen in der Schweiz und dem European Biochar Certificate EBC entsprechen.
Im Projekt wurden Methoden zur Probennahme und Quantifizierung von Kunststoffen in sekundären Biomassen getestet, um Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Herstellung von Pflanzenkohle zu etablieren. Pyrolyse-Experimente bei 450 °C und 600 °C zeigten, dass nahezu alle Kunststoffe bei 600 °C und 20 Minuten Verweilzeit vollständig zersetzt werden. Pflanzenkohlen hielten die Grenzwerte für Schadstoffe wie Dioxine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe selbst bei hohen Kunststoffanteilen (10 %) ein. Großtechnische Versuche bestätigten diese Ergebnisse. Zudem wurde anhand erster Versuche festgestellt, dass Kunststoffe die Herstellung aktivierter Pflanzenkohle, z. B. für den Einsatz in der erweiterten Abwasserreinigung, erleichtern können, da der zusätzliche Kohlenstoff die Reinigungsleistung steigert.
Die Verwertung belasteter Stoffströme durch Pyrolyse reduziert Entsorgungskosten, verhindert die Freisetzung von Plastik in der Umwelt und trägt zur Kohlenstoffspeicherung im Kampf gegen den Klimawandel bei, wenn die erzeugte Pflanzenkohle stofflich verwertet wird, z. B. in der Landwirtschaft oder in Baustoffen.