Die Forschungsergebnisse sind in vier Publikationen – einem Booklet mit einer Kurz-Dokumentation von 19 Generationenwohnprojekten in der Schweiz, einem vertieften Fallstudienbericht zu sechs Generationenwohnprojekten, einem Abschlussbericht und seiner Kurzfassung – festgehalten und richten sich an gemeinnützige, institutionelle und private Akteur:innen im Praxisfeld des Generationenwohnens und des Wohnens in der zweiten Lebenshälfte. Der als Zusatzprojekt zur Forschung entstandene Film «Generationenwohnen. Einblicke ins (Un-) Gewohnte» beleuchtet den Wohnalltag in sechs Generationenwohnprojekten in der Schweiz. Der Film bietet neben den Forschungsberichten einen atmosphärischen und audiovisuellen Zugang zum Thema Generationenwohnen.
Der Blick in die langjährige Praxis zeigt, dass Generationenwohnprojekte langfristige und ganzheitliche Ansätze zur Förderung von Unterstützung, Gemeinschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Wohnen bieten können. Dazu bedarf es gut durchdachter Konzepte und einer sorgfältigen Umsetzung in der Praxis. Den untersuchten Projekten ist es mit unterschiedlichen Mitteln und in unterschiedlichem Ausmass gelungen, bezahlbaren und bedürfnisgerechten Wohnraum für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zu schaffen. In ihrem Zusammenleben weisen sie intensivere soziale Bindungen als in konventionellen Nachbarschaften auf. Dies kann das Risiko sozialer Isolation senken und soziale Teilhabe sowie eine als sinnhaft erlebte Alltagsgestaltung fördern. Gerade auch in der Quartierentwicklung und für Gemeinden bieten sich hier viele Potenziale.
Trotz seiner vielen Stärken ist Generationenwohnen anspruchsvoll – von der Intention bis zur gelebten Umsetzung. Die bedürfnisgerechte und meist partizipative Planung und Realisierung eines Generationenwohnprojekts erfordert sowohl von Trägerschaften und Gemeinden (top-down) als auch von Initiant:innen (bottom-up) ein höheres Mass an Beteiligung im Vergleich zu konventionellen Wohnprojekten. Die Vermietungspraxis kann mehr Zeit erfordern, weil sie über die üblichen Kriterien hinaus auch soziale und zwischenmenschliche Aspekte berücksichtigt. In der Wohnphase stellen das Versprechen gegenseitiger Unterstützung, das Engagement für Gemeinschaftlichkeit und das Aushalten von Konflikten – auch bei allfälliger Moderation – an das Individuum hohe Anforderungen. Zudem suchen nicht alle Menschen nach einem engeren Zusammenhalt in der Nachbarschaft.
Generationenwohnprojekte stellen Alternativen zu konventionellen Wohnangeboten dar. Sie priorisieren das Wohlbefinden der Bewohner:innen und können als Modelle für eine umfassende und integrierte Planung und Entwicklung von lebendigen Quartieren dienen. Dabei berücksichtigen sie nicht nur die Wohngebäude selbst, sondern bieten eine soziale Infrastruktur, Dienstleistungen und Gewerbe, von denen auch das Umfeld profitieren kann. Generationenwohnprojekte reagieren auf sich ändernde Anforderungen und Bedürfnisse. Dies macht sie besonders zukunftsfähig.