Bäume spielen in der Schweizer Agrarlandschaft traditionell eine wichtige Rolle. Sie dienen der Holz- und Fruchtproduktion und erbringen Umweltleistungen in den Bereichen Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz. Traditionelle Hochstammobstgärten, wie sie die Kulturlandschaft in vielen Regionen der Schweiz prägen, sind gute Beispiele für diese multifunktionale Landnutzung.
Heute wird im Hochstammobstgarten die Baumkultur mit Wiese oder Weide kombiniert. Weniger bekannt ist die Kombination von Obstbäumen mit Ackerkulturen wie Getreide oder Feldfutterbau. Doch gerade diese Bewirtschaftungsform war in vielen Regionen der Schweiz seit dem frühen Mittelalter in Form der Hochäcker oder mit Obstbäumen bepflanzten Ackerterrassen typisch. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahmen der Acker- und vor allem der Getreidebau stark ab, zugunsten der Grünland- und Milchwirtschaft. Viele Hochstammobstgärten auf Grünland, wie wir sie heute kennen, waren ehemals ackerbaulich genutzte Flächen, deren spezielle Feldstruktur heute immer mehr verschwindet.
In der Schweiz haben in den letzten Jahren innovative Landwirte den gemeinsamen Anbau von Obstbäumen mit Unterkulturen wie Beeren, Gemüse- oder Getreide neu entdeckt und weiterentwickelt. In erster Linie werden Obstbäume zur Fruchtnutzung mit einer Unterkultur kombiniert. Ziel dieser modernen Agroforstanlagen ist es ein System zu entwickeln, welches ökologisch nachhaltig und finanziell attraktiv für die Landwirte ist, sowie zum Erhalt der Kulturlandschaft beiträgt.
Moderne Agroforstanlagen weisen neben agronomischen, ökologischen und klimarelevanten Vorteilen auch die Eigenschaft auf, dass sie besser mechanisierbar sind als traditionelle Systeme.
Die AGRIDEA führt das Projekt „Agroforst“ aus, dessen Hauptziel darin besteht, innovative Agroforstsysteme als nachhaltiges Anbausystem in der Schweizer Landwirtschaft zu etablieren. Dazu werden
- ein On-Farm-Netzwerk von Agroforstparzellen auf Praxisbetrieben geplant und aufgebaut,
- kontinuierlich neue Demonstrationsparzellen angelegt und
- die IG Agroforst ausgebaut und eine Anlaufstelle für am Thema interessierte Akteure geschaffen.