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Research unit
FOAG
Project number
B19.18
Project title
Gesunde Tiere, attraktive Hirtenstellen und weniger Medikamente auf grossen Rinderalpen

Texts for this project

 GermanFrenchItalianEnglish
Key words
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Short description
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Project aims
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Publications / Results
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Inserted texts


CategoryText
Key words
(German)
Antibiotikaeinsatz auf Alpen; Tiergesundheitskonzepte auf Alpen; Reduktion von Tierarzneimittel auf Alpen; Klauengesundheit auf Alpen
Key words
(English)
Antibiotic use on Alpine pastures; animal health concepts on Alpine pastures; reducing veterinary medicinal products on Alpine pastures; hoof health on Alpine pastures
Key words
(French)
Utilisation d'antibiotiques dans les alpages ; concepts de santé animale dans les alpages ; réduction des médicaments vétérinaires dans les alpages ; santé des onglons dans les alpages
Key words
(Italian)
Uso di antibiotici sulle Alpi; Concetti di salute animale sulle Alpi; Riduzione dei farmaci veterinari sulle Alpi; Salute degli artigli sulle Alpi
Short description
(German)

Die Behandlung gegen Klauenkrankheiten, insbesondere gegen Phlegmona interdigitalis und Dermatitis digitalis und der damit verbundene Einsatz von Antibiotika hat bei Sömmerungstieren im Kanton Uri und anderen Kantonen in den letzten Jahren zugenommen. Leidet die Tiergesundheit, werden Alpen mit sanitären Problemen zunehmend Mühe haben, geeignetes Hirten-Personal zu finden. Diesen Entwicklungen gilt es sowohl aus ökonomischer, wie human- und tiermedizinischer Sicht als auch aus Gründen des Tierwohls entgegen zu treten.

Die Risikofaktoren für Klauenkrankheiten und andere Rinderkrankheiten sind grösstenteils bekannt. Präventive und kurative Massnahmen sowie Strategien auf der Ebene des Einzelbetriebes ebenfalls. Die Bedingungen und Voraussetzungen, insbesondere auf grösseren Alpbetrieben, sind jedoch speziell: Tiere verschiedener Herkunft werden während einer kurzen Periode unter betriebsfremden Umständen bezüglich Haltung und Fütterung zusammengeführt. Bis heute gibt es nicht ausreichend effiziente Konzepte, wie konkret und systematisch gegen das gehäufte Auftreten von Phlegmona interdigitalis und anderen Krankheiten auf Sömmerungsbetrieben vorgegangen. werden kann. Das Ziel des Projektes war es daher, Ursachen für die zunehmenden Erkrankungen von gealpten Tieren zu identifizieren und Lösungsansätze auszuarbeiten. Mit der Entwicklung einer Muster-Anleitung zur Erarbeitung alpspezifischer Tiergesundheitskonzepte sowie der Erstellung von Merkblättern und Videos konnte das Verständnis für die Erkrankung und die Umsetzung von Massnahmen erleichtert werden.

Short description
(English)

The treatment of hoof diseases, in particular Phlegmona interdigitalis and Dermatitis digitalis, and the associated use of antibiotics has increased in summering cattle in the canton of Uri and other cantons in recent years. If animal health suffers, it will become increasingly difficult to find suitable herders for Alpine pastures with sanitary problems. These developments need to be prevented for reasons of animal welfare, as well as from an economic, human and veterinary point of view.

The risk factors for hoof and other cattle diseases are largely known, as are preventive and curative measures and strategies at individual farm level. However, the conditions and requirements, especially on larger Alpine farms, are special: animals of different origins are kept together for a short period of time under different husbandry and feeding conditions from those on the farm. To date, there is a lack of efficient approaches for taking specific and systematic measures against the frequent occurrence of Phlegmona interdigitalis and other diseases on summer pasture farms. The aim of the project was therefore to identify the causes of the increasing number of diseases in Alpine livestock and suggest possible solutions. The development of a model guide for drawing up Alpine-specific animal health concepts and the production of information sheets and videos have made it easier to understand the disease and implement measures.

Project aims
(German)

Die langfristigen Ziele des Projektes waren die Sicherung der Alpbewirtschaftung, die Sicherung und Steigerung des Wohlbefindens gealpter Tiere sowie die Reduktion von Tierarzneimitteln auf Zentralschweizer Alpen.  Während den Jahren 2020 bis 2023 wurden durch die kantonalen Landwirtschaftsämter Uri und Schwyz, die Korporation Uri und den Veterinärdienst der Urkantone gemeinsam mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern am Beispiel zweier Pilotalpen Ursachen und Lösungsansätze für die zunehmenden Erkrankungen von gealpten Rindern mit Schlegelfäule erforscht. Folgende Fragen wurden dazu bearbeitet:

Fragen zur Erarbeitung alpspezifischer Tiergesundheitskonzepte

  • Evaluation der Krankheiten mit Fokus auf Klauenerkrankungen während der Alpsaison: Welche Krankheiten kommen am häufigsten vor, und wie kann dagegen vorgegangen werden?
  • Wie wirkt das Klauenbad auf die Inzidenz und Prävalenz von Zwischenzehenphlegmonen und Dermatitis digitalis?
  • Wie sieht die Mineralstoffversorgung bei den Rindern vor und nach der Alpung aus?
  • Auswertung der Tiergesundheitskennzahlen: Um wieviel Prozent kann der Antibiotikaeinsatz minimiert werden?
  • Können Gesundheitsregeln für die Alpauffahrt geschaffen werden?

Fragen zur Umsetzung vorbeugender Massnahmen

  • Können die vorbeugenden Massnahmen priorisiert werden?
  • Welche Massnahmen werden am ehesten umgesetzt?
  • Bei welchem Massnahmen bestehen Schwierigkeiten in der Umsetzung? Warum?

Fragen zum Wissens-, Informations- und Erfahrungstransfer

  • Welche bestehenden Kanäle und Mittel können für einen effizienten und raschen Informations- und Wissensaustausch genutzt werden?
  • Welche neuen Kanäle und Mittel braucht es?
  • Welche Bedeutung können Lehrvideos für die Prävention haben?
Project aims
(English)

The long-term objectives of the project were to safeguard Alpine pasture management, to safeguard and improve the welfare of livestock kept on Alpine pastures, and to reduce the use of veterinary medicinal products in the Swiss Central Alps.  Between 2020 and 2023, the cantonal agricultural offices of Uri and Schwyz, the Corporation of Uri and the veterinary service of the original cantons (VdU), together with the Vetsuisse Faculty of the University of Bern, researched the causes of and solutions to the increasing incidence of foot rot in cattle on two pilot Alpine pastures. The following questions were addressed:

Questions on the development of Alpine-specific animal health concepts

  • Evaluation of diseases with a focus on hoof diseases during the summer grazing season in the Alps: what are the most common diseases and how can they be prevented?
  • What is the effect of foot baths on the incidence and prevalence of interdigital phlegmon and digital dermatitis?
  • What is the mineral supply of cattle before and after Alpine pasturing?
  • Evaluation of animal health indicators: by what percentage can the use of antibiotics be minimised?
  • Can health rules be established for bringing livestock up to Alpine pastures?

Questions on implementing preventive measures

  • Can preventive measures be prioritised?
  • Which measures are most likely to be implemented?
  • Which measures are difficult to implement? Why?

Questions on the transfer of knowledge, information and experience

  • Which existing channels and resources can be used to efficiently and rapidly exchange knowledge and information?
  • What new channels and resources are needed?
  • What impact can educational videos have on prevention?
Publications / Results
(German)

Grösste Risiken

Die grössten Risiken für eine Schlegelfäuleerkrankung sind morastige Stellen, an denen die Bakterien überleben können sowie Verletzungen an den Klauen oder den Fesseln der Tiere, über die die Bakterien in die Tiere eindringen können.

Vorbeugende Massnahmen

Vorbeugende Ansätze setzten bei der Verhinderung der Anhäufung von Bakterien und bei der Minimierung von Eintrittspforten für die Krankheit an. Folgende vorbeugende Massnahmen zur Reduktion der Anhäufung der Bakterien erwiesen sich als umsetzbar und akzeptiert:

  • Befestigung von Tränkestellen;
  • Weidemanagement;
  • dezentrales verteilen von Salz und Mineralsalz während dem täglichen Rundgang bei den Tieren anstelle fixer Salzstellen;
  • auszäunen oder drainieren sumpfiger Stellen von Triebwegen.

Das Risiko für Verletzungen als Eintrittspforten kann mit folgenden Massnahmen reduziert werden:

  • Enge, steile, steinige Passagenen auf Auftriebs- und Triebwegen verbreitern oder nach Alternativen suchen;
  • steinige, steile, rutschige Stellen auf Weiden mit hoher Verletzungsgefahr auszäunen;
  • entfernen von Totholz;
  • Weidemanagement anpassen.

Gefährdete Tiergruppen

Am häufigsten von der Schlegelfäule betroffen waren ein- bis zweijährige Rinder. Trächtige Tiere, die generell ruhiger sind, waren deutlich weniger betroffen. Mutterkuhherden mit Individuen vom selben Betrieb, die sich kennen und deshalb keine Rangkämpfe ausgetragen haben, waren nur minimal von der Schlegelfäule betroffen


Publikationen und weiterführende Informationen:

Merkblätter, Musteranleitung, Schlussbericht:

Kurzvideos:

Medienmittelungen und -beiträge:

Publications / Results
(English)

Greatest risks

The main risk factors for foot rot are wet, muddy areas where bacteria can survive and enter the animal through injuries to their claws or pasterns.

Preventive measures

Preventive approaches focus on inhibiting the accumulation of bacteria and minimising entry points for the disease. The following preventive measures to reduce the accumulation of bacteria proved to be feasible and acceptable:

  • Fastening of water troughs;
  • Pasture management;
  • Decentralised distribution of salt and mineral salt during the daily rounds with the animals instead of at fixed salting points;
  • Fencing off or draining swampy areas along pasture tracks.

The following measures can reduce the risk of injury from entry points:

  • Widen steep, narrow, stony passages on herding and pasture tracks or look for alternatives;
  • Fence off steep, slippery, stony areas in pastures with a high risk of injury;
  • Remove dead wood;
  • Adapt pasture management.

Animal groups at risk

One- to two-year-old cattle were most commonly affected by foot rot. Pregnant animals, which are generally calmer, were significantly less affected. Suckler cow herds with individual animals from the same farm that knew each other and therefore did not engage in ranking battles were minimally affected by foot rot.

 

Publications and further information:

Leaflets, model instructions, final report:

Short-form videos:

Media release: