Das moRECo-Projekt hat die technische Machbarkeit der Phosphorrückgewinnung (P) aus dem nassen Feststoffrückstand (WSR) der katalytischen Hydrothermalvergasung (cHTG) von Klärschlamm erfolgreich demonstriert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört die nahezu vollständige P-Extraktion (>99%) aus WSR durch Säurelaugung, wobei die optimalen Bedingungen Schwefelsäure bei einem H+/P Verhältnis von 7, Raumtemperatur und eine Feststoffverweilzeit von weniger als 5 Minuten sind, gefolgt von Waschen mit 10 L H2O/kg Trockenmasse. Während die Nanofiltration (NF) eine praktikable Reinigungsmethode für das Rohperkolat ist, erwies sich der Ionenaustausch (IEX) aufgrund höherer P-Ausbeute, geringeren Wasserverbrauchs und geringerer Abfallerzeugung als überlegen.
Die gereinigte Laugungslösung, insbesondere aus IEX, ermöglichte die erfolgreiche Synthese von Struvit, einem hochwertigen Langzeitdünger, der die ORRChem-Vorschriften erfüllt. Darüber hinaus befasste sich das Projekt mit dem Nebenstrommanagement; der Rest-Gesamtkohlenstoff (TOC) in den ausgelaugten Feststoffen kann durch Lösungsmittelextraktion zur Einhaltung der Deponievorschriften reduziert werden, und cHTG-Prozesswasser wurde effektiv als Ammoniakquelle für die Struvitfällung genutzt, was die Kreislaufwirtschaft verbessert. Eine Lebenszykluskostenanalyse für einen industriellen P-Rückgewinnungsprozess (6 t/h cHTG-Einheit) schätzt einen CAPEX von 73,5 CHF/tDSS und einen OPEX von 305 CHF/tDSS/y, wobei erhebliche Einsparungen möglich sind, wenn Reststoffe in der Zementindustrie wiederverwendet werden. Es sind jedoch weitere Arbeiten erforderlich, um diese Route zu etablieren. Das IEX-basierte Schema erzielte eine P-Gesamtausbeute von ca. 86%, vergleichbar mit anderen effizienten Rückgewinnungsstrategien.