Das Ziel dieses Projektes soll sein, das Geschlecht von befruchteten Eiern durch eine industrielle Lösung zu bestimmen und nur die Eier, aus denen später Hennen-Küken schlüpfen werden, weiter zu bebrüten. Die Selektion des Geschlechtes und der damit verbundene Stopp des Brutprozesses sollen in einem frühen Entwicklungsstadium erfolgen, so dass die Föten noch kein Schmerzempfinden entwickelt haben und kein Abtöten von lebensfähigen Küken mehr praktiziert werden muss. Die beschriebene Lösung soll einen bedeutenden Beitrag für eine ethisch und wirtschaftlich nachhaltige Eierproduktion in der Schweiz leisten (mit grossem Potential für die Europäische Geflügelbranche).
Das Projekt umfasst vier Ziele:
1) Lieferung einer innovativen Technologie für die Bestimmung des Geschlechts der Küken in Ovo
Die Technologie basiert auf einer nicht-invasiven in-Ovo-Geschlechtsbestimmungsmethode, die flüchtige organische Verbindungen (VOCs) misst, die vom Ei emittiert werden. Diese Messung soll während den ersten Tagen der Bebrütung erfolgen. Die VOCs, die durch die Eischale hindurchdiffundieren, sollen mit den hochempfindlichen Massenspektrometer von TOFWERK nachgewiesen werden. Wann und ob das möglich ist soll durch eine Vorabklärung abgeklärt werden. Umgangssprachlich: es wird also das Geschlecht des Kükens mittels des Geruchs der Eier bestimmt.
2) Entwicklung einer industriellen Lösung für Legehennenproduzenten
Falls die unter (1) geprüfte Technologie funktioniert, soll eine industrielle Lösung entwickelt werden, die in einer ersten Testphase in der Legehennen-Brüterei der Prodavi SA eingesetzt und unter Praxisbedingungen getestet werden kann.
3) Eine ethisch industrielle Lösung für die Eierproduktion in der Schweiz
Die entwickelte und praxistaugliche Lösung soll anschliessend in allen Schweizer Brütereien zum Einsatz kommen und die Ziele der Schweizer Geflügelbranche ermöglichen: eine effizienten Schweizer Eierproduktion, die gleichzeitig ihrer Verantwortung gegenüber Menschen, Tier und Umwelt gerecht wird.
4) Finanziell tragbar oder sogar lohnend. Nebst dem ethischen Aspekt der Verhinderung des Kükentötens wird die Effizienz der Wertschöpfungskette der Schweizer Eier ein wichtiges Ziel dieses Projektes sein. Die männlichen und unbefruchteten Eier sollen möglichst früh aussortiert werden können, wodurch die Produktivität und Effizienz der Schweizer Brütereien gesteigert werden. Damit dann zum Beispiel der Energieverbrauch reduziert und die Brutmaschinen effizienter ausgenutzt werden. Evtl. ist es sogar möglich, männliche Eier in der Nahrungsmittelversorgung oder der Impfstoffproduktion zu verwenden.