Die Umsetzung des Projekts erfolgte durch die schrittweise Entwicklung einer modularen, offenen und standardkonformen Geodateninfrastruktur für georeferenzierte Fotografien. Zentrale Grundlage bildet eine webbasierte Plattform mit einer Open-Source-API, die auf modernen Technologien (insbesondere Node.js) sowie internationalen Standards des Open Geospatial Consortiums (OGC) basiert. Diese Architektur ermöglicht eine flexible Integration unterschiedlicher Datenquellen sowie die Interoperabilität mit bestehenden Systemen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung war die Entwicklung einer Referenzimplementierung, die das Erfassen, Verwalten und Bereitstellen von geolokalisierten Bildern in zwei- und dreidimensionalem Kontext erlaubt. Dabei werden nicht nur die geografische Position, sondern auch die Kameraparameter (Orientierung und Blickrichtung) berücksichtigt, was insbesondere durch die Integration des Geopose-Standards unterstützt wird. Die Plattform ermöglicht zudem bidirektionale Datenflüsse, wodurch externe Systeme Bilder und Metadaten sowohl abrufen als auch einspeisen können.
Die praktische Umsetzung umfasste ferner die Integration konkreter Anwendungsfälle, insbesondere im Bereich der Landschaftsobservatorien. Hierbei wurden Datenmodelle für die Speicherung und Analyse von Bildserien entwickelt, die über längere Zeiträume hinweg aus identischen Perspektiven aufgenommen werden. Durch entsprechende Erweiterungen der API sowie die Entwicklung von Visualisierungskomponenten (z. B. Zeitregler oder animierte Darstellungen) können zeitliche Veränderungen in Landschaften anschaulich analysiert werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Einbindung bestehender Bildsammlungen und die Entwicklung eines Klassifikationsschemas zur Beschreibung ihrer Inhalte. Dies ermöglicht die strukturierte Erfassung, den Vergleich und die übergreifende Nutzung heterogener Datenbestände, beispielsweise aus Archiven, Forschungsinstitutionen oder öffentlichen Verwaltungen.
Die Anwendungen des Systems sind vielfältig und reichen von der wissenschaftlichen Analyse über die Denkmalpflege bis hin zur Raumplanung. Die Plattform wird bereits konkret eingesetzt, etwa durch die Swiss Art Research Infrastructure (SARI), die sie für den Austausch und die Verknüpfung von Bilddaten nutzt. Darüber hinaus bietet die entwickelte Infrastruktur großes Potenzial für zukünftige Anwendungen, insbesondere im Aufbau dezentraler Systeme zur Verwaltung georeferenzierter Bildsammlungen auf nationaler Ebene.
Insgesamt stellt das Projekt eine praxisnahe und skalierbare Lösung dar, die den Zugang zu georeferenzierten Bilddaten verbessert und neue Möglichkeiten für deren Analyse und Nutzung eröffnet.