Transfer and application
(German)
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| Vertragstitel |
Umsetzung und Anwendungen |
| Communication sur l’étude sur l'état de la littérature et des méthodes sur la valeur économique du paysage |
Das Ziel dieses Berichts ist zu untersuchen, wie das Konzept des wirtschaftlichen Wertes der Landschaft in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden kann, insbesondere wenn es darum geht, des Nutzens im Verhaltnis zu den aus dem Landschaftsschutz resultierenden Kosten aufzuzeigen. Der Bericht beginnt mit den grundlegenden ëkonomischen Konzepten der Zahlungsbereitschaft, des ëkonomischen Wertes der Landschaft und der Landschaftsversorgung. Nach einer mëglichst umfassenden Literaturrecherche klassifiziert der Bericht eine Auswahl von Studien zur Bewertung des ôkonomischen Wertes der Landschaft anhand der verwendeten Bewertungsmethoden und der Art der jeweiligen Landschaftsdienstleistung. lnsgesamt listet der Bericht 109 neuere, hauptsachlich europaische Studien akademischer Natur über die wirtschaftliche Bewertung von Landschaftsdienstleistungen auf. Die meisten dieser Studien (87) verwenden eine oder eine Kombination der folgenden Methoden: kontingente Bewertung, Auswahlexperimente, hedonische, Reisekosten- oder Marktpreismethoden. Die Methode der Bewertung von Auswahlexperimenten erweist sich international ais die am haufigsten verwendete Methode zur Schatzung des wirtschaftlichen Wertes von Landschaften. Sie scheint die relevanteste zu sein, da sie direkt die Zahlungsbereitschaft des Einzelnen für Landschaftsdienstleistungen und die relative Bedeutung der Attribute, aus denen die Landschaft besteht, bestimmt. Zusatzlich zu den herkëmmlichen ëkonomischen Bewertungsmethoden fasst dieser Bericht auch fünf Studien zusammen, die den Zusammenhang zwischen Zahlungsbereitschaft oder Verbraucherpraferenzen für Konsumgüter untersuchen, deren Image mit Landschaftsattributen in Verbindung gebracht wurde, sowie drei Studien, die territoriale Attraktivitatsfaktoren untersuchen.
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| « 4°C ou + »: quels paysages aux horizons 2050 et 2100 |
Dieses Projekt dient der Sensibilisierung der breiten Bevölkerung für die Auswirkungen des Klimawandels auf ortstypische (Kultur-)Landschaften und deren Landschaftsleistungen. Für zwei typische Regionen der Schweiz (Mittelland und Berggebiet) wurden Szenarien der Landschaftsveränderung unter Klimawandel für die Jahre 2050 und 2100 entworfen, die in Geschichten, Bilder und Animationen gefasst werden. Neben einem WSL Bericht hat dieses Projekt interaktive Panoramabilder zukünftiger Landschaften sowie zwei Kurzvideos hervorgebracht.
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| Landschaft und Gesundheit |
Das vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) beauftragte und von 2021 bis 2025 durchgeführte Projekt «Landschaft und Gesundheit: Eine Untersuchung der gesundheitsfördernden Eigenschaften der Schweizer Landschaften» hatte das Ziel, Landschaften mit gesundheitsfördernden Eigenschaften systematisch zu katalogisieren und eine Methode zur Messung ihrer Wirkungen zu entwickeln. Der Begriff «Therapeutische Landschaften», geprägt von Gesler (1998), bezeichnet Landschaften, die durch physische und psychische Merkmale gekennzeichnet sind und eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben.
Zur Katalogisierung der Landschaftsflächen und -typen in der Schweiz wurde die Arealstatistik des Bundesamtes für Statistik als Grundlage herangezogen. In Kombination mit der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation wurde eine systematische Analyse der gesundheitsfördernden Eigenschaften verschiedener Landschaften ermöglicht. Diese methodische Vorgehensweise erlaubt eine Zuordnung von spezifischen gesundheitsfördernden Merkmalen zu jedem Landschaftstyp.
Das Produkt dieser Forschung ist der Katalog «Schweizer Landschaften und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften». Er entstand durch die systematische Auflistung der gesundheitsfördernden Aktivitäten im Freiraum und die Kombination mit gesundheitsfördernden Zielen, die nach der ICF-Klassifikation beschrieben wurden. Umfangreiche Literaturrecherchen und die Expertise von Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit und Landschaft ermöglichten eine Zuordnung dieser Ziele und Aktivitäten zu den jeweiligen Landschaften. Zur Bewertung wurden zwei Indizes definiert: Der Ressourcen-Index dient der Erfassung der unmittelbaren, direkt gesundheitsfördernden Eigenschaften einer Landschaft, während der Potenzial-Index das gesundheitliche Potenzial einer Landschaft hinsichtlich spezifischer Aktivitäten und therapeutischer Interventionen beschreibt.
Die Ergebnisse der Katalogisierung zeigten, dass naturnahe Landschaften, insbesondere Gewässerlandschaften und Wälder, die höchsten Werte im Ressourcen-Index aufwiesen. Auch der Potenzial-Index bestätigte, dass waldgeprägte Landschaften besonders gesundheitsfördernd sind. Diese Landschaften zeichnen sich durch eine stark positive Wirkung auf das physische und psychische Wohlbefinden aus. Im Gegensatz dazu erzielten landwirtschaftlich genutzte Flächen und urbane Siedlungsgebiete deutlich niedrigere Werte, was auf ein begrenztes gesundheitsförderndes Potenzial hinweist. Besonders Stadtlandschaften zeigten in den Untersuchungen nur geringe gesundheitsfördernde Effekte.
Der Katalog bietet Fachpersonen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Stadt- und Landschaftsplanung sowie Tourismus ein praxisnahes Instrument zur Integration gesundheitsfördernder Aspekte in Planungsprozesse. Er liefert zudem wertvolle Impulse für die Entwicklung naturgestützter Interventionen, die kostengünstig und effektiv zur Förderung des Wohlbefindens beitragen können.
In Ergänzung zum Katalog wurde eine Experimentalstudie durchgeführt, um die gesundheitlichen Wirkungen verschiedener Landschaften zu untersuchen. Hundert Proband:innen verbrachten 15 Minuten in naturnahen und urbanen Umgebungen, während eine Kontrollgruppe sich in einem Innenraum aufhielt. Zur Erfassung psychologischer und physiologischer Veränderungen, die mit dem Aufenthalt in diesen verschiedenen Landschaften verknüpft sind, wurden qualitative und quantitative Methoden kombiniert. Psychologische Indizes wie die Perceived Restorativeness Scale (PRS), die Aktuelle Stimmungsskala (ASTS) und die Restorative Outcome Scale (ROS) ermöglichten die Messung von Erholung, Stimmung und wahrgenommener Umweltqualität. Ergänzend wurden physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit und Hirnwellen in einem Elektroenzephalogramm analysiert, um Stressreaktionen und Entspannungsprozesse zu quantifizieren.
Die Ergebnisse zeigten, dass Aufenthalte in einer naturnahen Landschaft signifikant zur Stressreduktion und Stimmungsverbesserung beitrugen, wie durch die ROS- und ASTS-Werte belegt wurde. Die PRS verdeutlichte zudem, dass die naturnahe Landschaft durchweg höhere Werte erzielt, die mit ihrer Beliebtheit korrelieren. Die urban geprägte Landschaft wies weniger ausgeprägte, aber dennoch positive Effekte auf, während in der Kontrollgruppe im Innenraum kaum gesundheitsfördernde Wirkungen festgestellt wurden. Die physiologischen Messungen bestätigten die Ergebnisse teilweise, insbesondere durch eine signifikante Reduktion der Herzfrequenz am naturnahen Standort.
Die Resultate verdeutlichen auch die Notwendigkeit, die angewandten Messmethoden weiter zu verfeinern, um die physiologischen Wirkungen der Landschaften präziser zu erfassen. Die in diesem Projekt entwickelte Untersuchungsmethode stellt jedoch ein valides Instrument dar, das für die weitergehende Erforschung verschiedener Landschaften genutzt werden kann.
Abschliessend unterstreicht dieses Projekt die enge Verbindung zwischen Landschaft und Gesundheit sowie die Bedeutung naturnaher Landschaften für das physische, psychische und soziale Wohlbefinden. Der Katalog und das Untersuchungskonzept stellen innovative Ansätze dar, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praxisrelevant sind. Dieses Projekt leistet somit einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung von Landschaften, die sowohl ökologischen als auch gesundheitlichen Anforderungen gerecht werden. |
| Hören und stören? Subjektive Geräuschwahrnehmung von Erholungssuchenden in Grünräumen |
Das Produkt dieser Forschung ist der Katalog «Schweizer Landschaften und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften». Er entstand durch die systematische Auflistung der gesundheitsfördernden Aktivitäten im Freiraum und die Kombination mit gesundheitsfördernden Zielen, die nach der ICF-Klassifikation beschrieben wurden. Umfangreiche Literaturrecherchen und die Expertise von Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit und Landschaft ermöglichten eine Zuordnung dieser Ziele und Aktivitäten zu den jeweiligen Landschaften. Zur Bewertung wurden zwei Indizes definiert: Der Ressourcen-Index dient der Erfassung der unmittelbaren, direkt gesundheitsfördernden Eigenschaften einer Landschaft, während der Potenzial-Index das gesundheitliche Potenzial einer Landschaft hinsichtlich spezifischer Aktivitäten und therapeutischer Interventionen beschreibt. |
| Das Eichhörnchen als Indikator für die städtische Landschaftsqualität? |
Das Projekt untersuchte im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), ob das Eichhörnchen Sciurus vulgaris als geeignete Leitart für die städtische Landschaftsqualität eingesetzt werden kann. Eichhörnchen sind typische Waldbewohner, die auch in baumreichen Stadtvierteln vorkommen, sind jedoch besonders anfällig für Lebensraumfragmentierung, da sie primär die Baumkronen zur Fortbewegung nutzen und ungern weite Strecken auf dem Boden zurücklegen. Stadtbäume stellen eine Schlüsselrolle für die Biodiversität dar, indem sie Lebensraum, Nahrung und Vernetzungselemente bieten.
Die Ziele des Projekts umfassten das Testen von Hypothesen zu den Lebensraumansprüchen des Eichhörnchens (Modul A), die Identifizierung des Zustands der Vernetzungskorridore und die Entwicklung einer digitalen Planungsgrundlage in Form von Vernetzungsmodellen für 20 grosse Schweizer Städte (Module B&C). |
| Lebendige Nacht: Wildtiere in der nächtlichen Stadtlandschaft |
Hintergrund
Die Siedlungsräume und Infrastrukturen der Schweiz dehnen sich aus und bewirken eine zunehmende Zersiedelung der Landschaft. Gleichzeitig können Siedlungsgebiete Lebensräume für viele, auch naturschutzrelevante, Wildtiere1 bieten. Ein Faktor, der Wildtiere und Menschen in Siedlungsräumen massgeblich beeinflusst, ist künstliches Licht in der Nacht (Artificial Light At Night, ALAN). Mögliche Beeinträchtigungen durch ALAN sind jedoch erst in Ansätzen erforscht. Ausserdem werden die potenziellen Konflikte zwischen den Bedürfnissen der Menschen (schätzen und benötigen in gewissem Masse ALAN) und nachtaktiven Wildtieren (benötigen Nachtdunkelheit) selten berücksichtigt. Mehr als die Hälfte unserer Wildtiere ist nachtaktiv.
Fragestellungen
Im vorliegenden Projekt wurden die Zusammenhänge zwischen ALAN und dem Vorkommen und der Aktivität von Wildtieren untersucht (Modul I). Ebenso wurde eruiert, wie ausgewählte Bevölkerungsgruppen gegenüber nachtaktiven Wildtieren und Nachtdunkelheit eingestellt sind und welche Massnahmen zur Reduktion von ALAN präferiert werden (Modul II). In Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus Politik und Praxis und unter Einbezug von bestehenden Grundlagen wurden konkrete, evidenzbasierte Massnahmen für den Schutz der Nachtdunkelheit und der Wildtiere im Siedlungsraum bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung identifiziert.
Methodik
Die Untersuchungen fokussierten auf 3 Städte (Lausanne, St.Gallen, Zürich). Ökologische Erhebungen (Modul I) von Verbreitung und Aktivität von 2 ökosystemrelevanten Artengruppen (Fledermäuse, Kleinsäuger2) fanden an insgesamt 112 auf den gesamten Stadtflächen verteilten Standorten statt. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf bereits planerisch ausgewiesene Wildtierkorridore gelegt, um deren Funktionalität in der Nacht zu prüfen. Die Einstellungen der Bevölkerung (Modul II) wurde sozialwissenschaftlich anhand eines dreistufigen mixed-method Phasenmodells untersucht. Dieses bestand aus qualitativen Interviews mit Personen aus ausgewählten Gruppen der Stadtbevölkerung (n=25) und Expertinnen und Experten aus relevanten Fachbereichen (n=10) sowie quantitativen Umfragen mit der Stadtbevölkerung (n=299) sowie Citizen Scientists (n=163).Resultate
Aus den ökologischen und sozialwissenschaftlichen Erhebungen ergaben sich folgende Ergebnisse:
• Die Artenvielfalt in den untersuchten Siedlungsräumen ist durch die Habitatvielfalt und die Mobilität der Wildtiere generell hoch im Vergleich zu anderen Lebensräumen und vergleichbar mit dem ländlicheren Umland.
• Grosse Abschnitte dieser Siedlungsräume wirken jedoch wie ein Filter auf lichtsensible Arten: Nur lichttolerante Arten können diese Räume nutzen.
• Selbst lichttolerante Arten können durch ALAN in ihrer Raumnutzung jedoch eingeschränkt werden.
• Gewisse nachtaktive Wildtiere (z.B. bestimmte Kleinsäuger) können auch in Umgebungen mit ALAN vorkommen, wenn es genügend Strukturen gibt (z.B. Büsche, Hecken, Stauden, Wiesen).
• Knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass es zu viel ALAN gibt.
• Die Bevölkerung ist gegenüber Massnahmen zur Reduktion von ALAN grundsätzlich positiv eingestellt.Die Befragten schätzen die Dringlichkeit für Massnahmen zur Reduktion von ALAN im naturnahen Kontext höher ein als im städtischen.
• An allen drei untersuchten Standorten – Einkaufsstrassen, Wohnstrassen, städtische Parks – präferieren die Befragten dieselben Massnahmen zur Reduktion von ALAN
Die Akzeptanz für verschiedene Massnahmen zur Reduktion von Lichtemissionen variiert: so wird in der Regel der Einsatz von Bewegungsmeldern besser akzeptiert als das vollständige nächtliche Abschalten von Strassenleuchten.
• Für die Umsetzung von Massnahmen zur Reduktion von ALAN sieht die Bevölkerung die Verantwortung nicht bei den Privaten, sondern bei den Gemeinden und Kantonen.
Fazit
Auf Basis dieser Ergebnisse, bestehender Wissensgrundlagen und im Kontext der gesetzlichen Grundlagen kamen wir zu folgenden Schlussfolgerungen:
• Für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit und zur Schaffung einer funktionsfähigen ökologischen Infrastruktur sind Dunkelräume und Dunkelkorridore essenziell – insbesondere auch in Siedlungsräumen.
• Reduktion von nächtlichem Kunstlicht und mehr Vegetationsstrukturen in Siedlungsräumen können die Lebensraumqualität für Menschen und Wildtiere verbessern.
• Die Bevölkerung ist grundsätzlich positiv eingestellt gegenüber der Reduktion von Kunstlicht – auch im Siedlungsraum.
• Die Bevölkerung und ihr subjektives Sicherheitsgefühl sollen ernst genommen und bei der Planung und Umsetzung von Massnahmen zur Reduktion von ALAN miteinbezogen werden.
• Beleuchtungen müssen nach dem Vorsorgeprinzip bereits heute so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. In keinem Fall dürfen sie zu schädlichen oder lästigen Auswirkungen führen.
• Obwohl die von der Bevölkerung gut akzeptierte Massnahmen zur Reduktion von ALAN im Sinne einer Kompromisslösung Priorität haben, sollen in naturnahmen Grünflächen (die für Wildtiere essenziellen sind) auch schlecht akzeptierte Massnahmen mit stärkeren Einschränkungen und geringerer Akzeptanz in Betracht gezogen werden.
• Reduktionsziele für ALAN sollen definiert und periodische Verbesserungen – auch bei bereits bestehenden Infrastrukturen – realisiert und ausgewiesen werden.
• Handlungsbedarf besteht sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich: Es braucht Sensibilisierung, planerische Instrumente und Wirkungskontrollen.
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| Forschungsprojekt «Landschaftsqualität im Licht gesellschaftlicher Narrative» |
Narrative sind grundlegende Denk-, Erklärungs- und Interpretationsmuster, die in Form von Geschichten erzählt werden können. Das erforschte Wissen, was Narrative sind und wie sie wirken, kann in der Kommunikation mit Stakeholdern und generell Landschaftsakteuren unterstützen. |
| Nacharbeiten des Projekts: "4° und mehr: Landschaften im Klimawandel" |
Visualisierungen des Projektes «4°C und mehr: Landschaften im Klimawandel : Panoramabilder (Textanpassung in mehreren Infoboxen, Applikation neu exportieren und auf Server laden) und Animationen (Ergänzung der Videos usw). |
| Vor- & Konzeptstudie Landschaftscharakter-Typologie Schweiz |
Das vorliegende Projekt hat zum Ziel einen Prototyp einer Landschaftscharaktertypologie Schweiz am Beispiel der Kantone Zug und Waadt zu entwickeln. Grundlagen dazu sind der Katalog der charakteristischen Kulturlandschaften (SL-FP), schweizweite Landnutzungs- und Landbedeckungsdaten, der Indikator 17 "wahrgenommener Landschaftscharakter" der Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES) und lokales Wissen seitens kantonaler Behörden bzw. bestehende Landschaftskonzeptionen der Kantone.
Produkte
- Bericht über die Verfügbarkeit, Charakteristika und Aufarbeitung notwendiger Grundlagen einschliesslich erster Ansätze der statistischen Modellierung (Clusterung)
- Konzept für eine Landschaftscharaktertypologie mit Beschreibung der erforderlichen (Erhebungen und) Analysen
- Detaillierte Offerte für die Module 3-5
- Workshop mit dem BAFU zur Zwischenevaluation |
| Landschaftscharakterisierung Schweiz |
Switzerland boasts a remarkable diversity of characteristic landscapes, the protection and development of which are key objectives of Swiss landscape policy. However, existing typologies such as the Swiss landscape typology or the catalogue of characteristic cultural landscapes do not reflect this diversity in a suAiciently spatially diAerentiated and scalable manner, nor do they cover the entire country. The project therefore developed a prototype for a spatially explicit landscape character typology that integrates physical geodata, social perception and expert knowledge and
can be applied to the whole of Switzerland in future.
The methodology combines unsupervised with rule-based classification and is based on a fourpillar approach: (1) geodata analysis, (2) use of existing typologies, (3) integration of the LABES indicator 17 for the perception of landscape character, and (4) validation by experts. This resulted
in 22 landscape character types (e.g. forest, agricultural, settlement, industrial, tourism, and mixed types). Overlaps between landscape character types are resolved by means of hierarchisation.
The pilot application in the cantons of Zug, Vaud and Graubünden shows that landscape character types can be mapped in a methodically robust, spatially explicit, and technically principally scalable manner. Social perception complements typification based on bio-geophysical data, but in some cases shows significant divergences. The method can form a basis for national monitoring and Swiss landscape policy. |
| Biodiversität- und Landschaftselemente im Siedlungsraum |
Die wachsende Bedeutung des Themas Biodiversität und Landschaftsqualität (BD + LQ) im Siedlungsraum steigert die Nachfrage nach quantitativen Daten und Planungs-unterstützung in diesem Bereich. In dem vorliegenden Projekt wurden deshalb im Auf-trag des Bundesamts für Umwelt BAFU folgende Aufgaben bearbeitet :
• Geografische Abgrenzung und Entwicklung eines relevanten GIS-Layers «Sied-lungsraum» zur Erfassung von Biodiversität und Landschaftsqualität in Siedlungs-räumen.
• Zusammenstellung vorhandener Datensätze zu Flächen und Elementen, die zur Förderung von Biodiversität und Landschaftsqualität im Siedlungsraum beitragen.
• Übersicht über Qualitätsinformationen, die aus verfügbaren Geodaten zu Biodiver-sitäts- und Landschaftselementen sowie -flächen abgeleitet werden können.
Im Projekt wurden verschiedene Datensätze geprüft, die eine räumliche Darstellung des Siedlungsraums zulassen (Siedlungsfläche (ARE), SwissNAMES3D (Swisstopo)). Der Datensatz SwissNAMES3, der von Swisstopo produziert wird, hat sich als geeig-net erwiesen. Dieser Datensatz umfasst die geografischen Namen der Schweiz (Orte, Flurnamen, Gewässer, Berge, Verkehrswege usw.) Die in diesem Projekt entwickelte Karte «Siedlungsraum» basiert auf dem Datensatz SwissNAMES3, welcher durch Auswahlkriterien themenspezifisch leicht angepasst wurde. (z.B. Mindestanzahl Ein-wohner, Mindestgrösse einzelner Flächen). Es resultiert eine Siedlungsraum-Fläche von insgesamt 6.46% der Schweizer Landesfläche.
Die Übersicht der erfassten Flächen- und Elementtypen zeigt, dass bereits eine grosse Vielfalt an Datensätzen zum Thema vorhanden ist. Viele davon sind öffentlich zugäng-lich, beispielsweise über map.geoadmin.ch. Allerdings unterscheiden sich diese Daten erheblich hinsichtlich räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie thematischer Abde-ckung. Für Aufgabe 2 erweist sich derzeit die von der WSL im Auftrag des BAFU er-stellte Habitatkarte als am besten geeignet. Sie beschreibt 84 Lebensraumtypen mit-hilfe einer Kombination aus Fernerkundung und Modellierungen.
Folgende Informationen können aus der Habitatkarte der WSL abgeleitet werden :
• Aktuell sind ca. 46% des Siedlungsraums bebaut (Bauten, Anlagen, Strassen) und damit versiegelt
• Es besteht ein hohes Potenzial für Biodiversitäts- und Landschaftselemente im Siedlungsraum. Basierend auf der aktuellen Lebensraumkarte kommen ca. 45% der Fläche als potenziell qualitativ hochwertig in Frage (unversiegelte Flächen ohne Wald, Gewässer, Fels), sofern ihre Bepflanzung und Bewirtschaftung quali-tätsfördernd entwickelt werden.
Die im Projekt entwickelten Datengrundlagen und Methoden bieten ein Potenzial für eine kontinuierliche Aktualisierung und Weiterentwicklung. Die Ergebnisse können künftig von Fachstellen und Planungsbehörden als Grundlage für Analysen, Monito-ring und Entscheidungsprozesse für Fragestellungen zu Biodiversität und Land-schaftsqualität im Siedlungsraum genutzt werden. |
| Visualisierung im Bereich Landschaft |
Die Vervielfachung der für die Raumplanung relevanten Geodaten sowie die Weiterentwicklung der Visualisierungstechniken eröffnen den kantonalen Fachstellen neue Möglichkeiten bei ihren Aufgaben. Diese reichen von der Nutzung von Techniken zur Visualisierung der Landschaft für Information und Sensibilisierung bis hin zur Schaffung von Planungs- und Entscheidungshilfetools zu so unterschiedlichen Themen wie die Darstellung der ökologischen Vernetzung, der Modellierung von Landschaftsentwicklungen bei unterschiedlichen Klimamodellen oder dem Aufzeigen von landschaftlichen Auswirkungen von Infrastrukturen (z.B. für erneuerbare Energien).
Aufgrund der bestehenden technischen Möglichkeiten und der breiten Einsatzgebiete möchte der Bund die Nutzung von Visualisierungstechniken durch die Akteure auf allen staatlichen Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden) fördern. Eine konkrete finanzielle Unterstützung der Kantone für Visualisierungsprojekte wurde daher im Rahmen von Programmziel 4 des Teilprogramms «Landschaftsqualität » der Programmvereinbarung «Landschaft» 2025–2028 geschaffen. Begleitend zu dieser finanziellen Förderung hat das BAFU die ETH mit der Durchführung des Projekts «Visualisierung im Bereich Landschaft» beauftragt. Das Projekt vertieft den Austausch zum Thema Visualisierungen mit den kantonalen Fachstellen Natur und Landschaft.
Zu diesem Zweck wurde ein Webinar zum Thema Visualisierungsinstrumente für die Landschaft veranstaltet. Ziel war es, die bestehenden Visualisierungsinstrumente für die Landschaft vorzustellen und zu diskutieren. Dabei wurde insbesondere das Interesse an solchen Instrumenten sowie Hindernisse und Weiterentwicklungsbedarf erfragt. Das Webinar fand am 02. Juli 2025 auf Teams statt. Teilgenommen haben die Kantone BE, BL, FR, GE, SH, SO, ZH sowie Lichtenstein.
Die Teilnehmenden stellten fest, dass sie in ihrer täglichen Arbeit keinen Überblick über die verfügbaren Angebote und Standards («best practices») hätten.
Um diese Wissenslücke zu schliessen, wurden im Anschluss an das Webinar die untenstehenden Steckbriefe ausgewählter Instrumente entwickelt. Diese Steckbriefe stellen für die kantonalen Vollzugsbehörden in drei konkreten Anwendungsfällen aus den Themen Raumplanung, Beurteilung konkreter Bauvorhaben und Nutzungsplanung verfügbare Visualisierungsinstrumente vor. Die Steckbriefe erläutern die Nutzungspotenziale der bestehenden Instrumente zur Visualisierung der Landschaft. Um die Anwendungsmöglichkeiten zu veranschaulichen, wurden gratis verfügbare Webtools sowie kostenpflichtige Plattformen oder Softwares ausgewählt. Die Charakteristiken der einzelnen Instrumente können verglichen werden. Es handelt sich also um eine Auswahl gängiger Instrumente. Es gibt noch weitere. Die dargestellten Visualisierungsinstrumente sind unterschiedlich aufwändig, bis sie selbständig eingesetzt werden können. Die Steckbriefe erhalten dazu einen Hinweis. Weitere Informationen und Schulungen zur Anwendung finden sich auf den Seiten der Anbieter.Das BAFU erhofft sich mit der vorliegenden Übersicht, den Zugang zu Visualisierungen bei den Vollzugsaufgaben der kantonalen Fachstellen zu erleichtern. |
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